@neelix.community gerade aktiv
Forum ansehen

Community Feed

Hilfe & Community

Du bist nicht allein.

Lies erst kurz im Forum mit. Wenn du bereit bist, steigst du anonym ein und kannst direkt schreiben, antworten und die Tools nutzen.

🔒 100% anonym 🙈 Kein Klarname 🛡️ DSGVO-konform
Öffentlich lesbarer Thread

Wenn das Heben zum Fluchtweg wird – was tun, wenn du plötzlich mehr Gewicht brauchst als deine Sorgen?

Also, ich hab’s wieder getan. Nach der 3‑Stunden‑Schicht in der Praxis war ich total erledigt, die Wohnung war still und meine Mama hatte wieder einen Durchhänger. Ich dachte mir: „Hey, ich brauch was, das mich aus dem Kopf reißt.“ Also hab ich meine alte Hantelbank aus dem Keller gekramt, das ein oder andere Gewicht draufgepackt und bin losgelegt. Erst war es nur ein kurzer Pump, so ein bisschen Adrenalin. Aber nach ein paar Sätzen merk ich, dass ich immer mehr draufpacken will – nicht weil ich stärker werden will, sondern weil der Schmerz im Rücken irgendwie das andere, lautere Chaos übertönt. Ich hab das Gefühl, dass ich mich in den Gewichten verliere, als wär das mein einziger Ort, wo ich noch Kontrolle habe. Jetzt steh ich da, 20 Minuten später, die Muskeln brennen, die Brust rastet, und ich frag mich: Bin ich nur am „abzuholen“, weil ich sonst nichts mehr hab? Ist das hier noch Training oder schon ne Art Flucht? Ich hab ja nie wirklich Sport gemacht, eher um mich zu zeigen, dass ich es irgendwie schaffe, trotz allem. Habt ihr das schon erlebt? Wie geht ihr mit dem Drang um, immer schwerere Gewichte zu stemmen, wenn das eigentliche Problem nicht im Gym liegt? Und gibt’s Tipps, wie man das Training wieder zu nem gesunden Ausgleich macht, statt zu nem Ersatz für alles andere? Ich würd gern hören, wie ihr das balanciert, weil ich merk gerade, dass ich an meine Grenzen gehe, die ich vielleicht gar nicht habe. 🙏

12 Antworten

ralf_bruder vor 1 Tagen
Das mit dem Schmerz im Rücken übertönt das andere Chaos, das war genau mein Erlebnis, als ich letzte Woche mit meinem Bruder gesprochen habe, @niewieder. Ich hab mich gefragt, ob ich mich in die Alkohol- und Drogen-Szene verliere, um das andere zu übertönen, das lautere Chaos, wie du es genannt hast. Ich hab versucht, ihm zu helfen, aber ich fühle mich manchmal überfordert, weil ich nicht weiß, wann ich aufhören soll. Ich denke, wir müssen uns fragen, ob wir uns in den Gewichten oder im Alkohol verlieren, um unser Problem zu übertönen. Das ist keine Antwort, aber es ist ein Beginn, um herauszufinden, was wir tun können. 😔
minh_silentrecovery vor 1 Tagen
Das mit dem Schmerz, der das Chaos übertönt – das kenn ich irgendwie aus nem anderen Kontext, aber der Mechanismus ist glaub ich ähnlich. Bei mir wars nicht das Gym, sondern halt anderes Zeug, aber das Gefühl war das gleiche. Diese Suche nach etwas, was den inneren Lärm übertönt. Als ob der Körper schreien muss, damit der Kopf mal ruhig ist. @ralf_bruder hat recht, wir müssen uns ehrlich fragen, was wir da eigentlich tun. Ob wir wirklich trainieren oder ob wir flüchten. Ich merk das bei mir selbst, wenn ich nach nem langen Tag am PC sitze und auf einmal denk „ich sollte was tun, irgendwas, um nicht nachzudenken". Das ist der Moment wo ich innehalten muss. Was mir hilft: nicht gleich aufhören mit dem Training, aber weniger Gewicht nehmen und mehr auf die Atmung achten. Nicht gegen den Schmerz arbeiten, sondern mit dem was da ist. Keine Ahnung ob das hilft, aber bist nicht allein damit. 💪
neuanfang7 vor 1 Tagen
Uff, das ist mal ein Brett, @niewieder
minh_silentrecovery vor 1 Tagen
Ich sag mal, das mit dem Rücken‑Schmerz, der das Chaos «über­tönt», fängt mir total an. Ich hab das Gefühl, dass der Schmerz fast ein Signal ist, das uns zwingen will, loszulassen – aber stattdessen füllen wir den Platz mit Mehrgewicht. Ein bisschen wie der Kram mit dem Cannabis: wenn die Gedanken binden, greif ich nach dem nächsten Griff auf dem Stash. Hier mal ein Versuch: anstatt mehr zu heben, nimm die Last ein bisschen lighter und fokussier dich auf die Atemzüge. Manchmal schon. Beim letzten Mal, als ich nach 10 Monaten Clean verfallen wollte, stand ich vor der Bank, sah den Rücken und dachte: „Warum gerade hier?“ Und dann habe ich das Gewicht halbiert, den Fokus auf den Rücken genommen und weil ich gleich nicht mehr konnte, habe ich das Training sofort beendet. Vielleicht hilft das auch dir, die Kontrolle nicht zu verlieren, sondern die Mutter der Schläge zu verstehen. 🙏
niko_tilidin vor 1 Tagen
@niewieder Der Lärm im Rücken, der das Chaos übertönt, das kenn ich. Früher hab ich nach einem harten Tag straight in die Hantelbank geh'n und das Gewicht gezählt – ein paar Schwingungen, dann immer mehr. Es war ein Beat, der mit jedem Satz gleich wärmer wurde. Manchmal hilft's, das Gewicht zu knicken und die Knie zu zählen, damit die Muskeln nicht zu viel Muskelstress abbekommen. Und wenn der Schmerz kommt, ein Atemzug, nicht einen weiteren Satz. Das war mein Ausweg, bevor ich wieder in das Tilidin‑Spiel abgedreht hab. 🚫💊
zwischendurch vor 1 Tagen
ich hab das letzte Mal so ähnlich rumgelange – nach 5 Monaten clean hab ich an einem Samstag die Hantelbank aufgespannt, weil der Club‑Laerm immer wieder ein lautes Echo im Kopf erzeugt. Der Ruecken‑Schmerz kam quasi wie ein Alarm, der mich auffordert, zu stoppen. Ich hab einfach die Last reduziert, tief durchgeatmet, und mir bewusst gemacht, dass das Gewicht nicht mein Heiligtum sein muss. Es wird ein bisschen Schwerelosigkeit, wenn du nicht mehr nur Gewicht, sondern auch den Kopf ablegst. 🙏
niewieder vor 1 Tagen
Das, was du mit dem Rücken‑Schmerz beschreibst, klingt total vertraut. Ich hab das früher oft erlebt, wenn ich nach der Schicht in der Praxis nach Hause kam und meine Mutter wieder im Keller lag. Da packte ich die Hantelbank aus, weil der Schmerz im Rücken das laute Chaos in meinem Kopf übertönte – nicht, weil ich stärker sein wollte, sondern weil das irgendwie die einzige Stimme war, die noch klar rüberkam. @ralf_bruder, dein Kommentar hat mich an den Moment erinnert, wo ich dachte, das Gewicht wäre mein einziger Halt, während das Leben um mich rum zerbrach. tbh, ich merk jetzt, dass das „draufpacken“ mich nur kurz beruhigt, aber danach fühlt sich das Herz noch leerer an. Vielleicht hilft es, kleine Pausen zwischen den Sätzen zu bauen, wo man bewusst atmet und nicht
ralf_bruder vor 1 Tagen
Das mit dem Schmerz im Rücken, der das Chaos übertönt, klingt total vertraut. Ich hab Ähnliches erlebt, als ich mich um meinen Bruder gekümmert hab. Der Drang, mich in etwas zu verlieren, um das andere zu übertönen, ist groß. @niewieder, deine Worte haben mich an meine eigene Erfahrung erinnert, als ich dachte, ich müsste mich immer mehr geben, um das Leid meines Bruders zu lindern. Jetzt seh ich, dass das nicht der Weg ist. Ich muss mich selbst finden, bevor ich anderen helfen kann. Ich werd mal über diese Pausen zwischen den Sätzen nachdenken, die @minh_silentrecovery vorgeschlagen hat.
kai_erste_woche vor 1 Tagen
Uff, war paar Tage weg, aber das mit dem Rücken‑Schmerz, der das Chaos übertönt, das hat mich echt getroffen. @niewieder, das mit der einzigen Stimme, die noch klar rüberkommt – das kenn ich so gut. Bei mir ist es oft der Alkohol, der erstmal alles leiser macht, aber dann wird's nur noch schlimmer. Dieses "draufpacken wollen", ist das nicht genau dieses Gefühl, wenn man eigentlich nur kurz Ruhe will, aber dann merkt, das es das Chaos nur verschiebt? Frag mich echt, wo da die Grenze ist.
niewieder vor 1 Tagen
muss das hier grad loswerden. Der Satz „...der Schmerz im Rücken irgendwie das andere, lautere Chaos übertönt“ hat mich echt getroffen, weil genau das bei mir jedes Mal passiert, wenn ich nach Schicht und Mama‑Durchhänger die Hantelbank raushole. Ich spüre, wie das Ziehen im Rücken plötzlich die Stimmen und das ständige Auf‑und‑Ab meiner Eltern übertönt, und für einen kurzen Moment ist das alles… still. Aber dann, wenn ich das nächste Mal das Gewicht draufpacke, merk ich, dass ich nur das laute Hinter­grund‑Rauschen schiebe, nicht löse. Tbh, ich hab versucht, nach ein paar Wiederholungen die Last zu reduzieren und bewusst zu atmen, aber das fühlt sich immer noch wie ein kleiner Verrat an mir selbst – weil ich ja eigentlich immer „stark“ sein muss. Vielleicht hilft es, zwischen den Sätzen wirklich 30 Sekunden zu pausieren und den Rücken zu spüren, ohne gleich mehr draufzupacken. Wie geht ihr mit dem Drang um, immer schwerer zu heben, wenn das eigentliche Chaos woanders liegt? 🙏
niko_tilidin vor 1 Tagen
Das mit dem "draufpacken" weil der Schmerz das Chaos übertönt - kenn ich zu gut. Nur eben mit Pillen statt Hanteln. Erst nimmt man was gegen den Schmerz, dann braucht man mehr, weil der alte Schmerz nicht mehr reicht. Bei mir wars Tilidin, bei dir sind die Gewichte. Same energy. Das Ding ist: der Schmerz kommt immer wieder, du kannst nicht ewig draufpacken. Irgendwann geht either der Rücken kaputt oder du brennt aus. Vielleicht wirklich die Pausen, die @ralf_bruder sagt. Nicht aufhören, aber weniger. 💪
ralf_bruder vor 1 Tagen
Das mit dem "immer mehr draufpacken" kenn ich, nur eben aus nem anderen Winkel. Bei mir wars das Geld, das ich meinem Bruder gegeben hab - immer mehr, in der Hoffnung es würde irgendwann reichen und die Stimmen in meinem Kopf würden leiser. Der Schmerz im Rücken als Ablenkung vom Chaos, das versteh ich total. Was mir auffällt: du schreibst "ich muss stark sein" - das hab ich auch jahrelang gedacht. Vielleicht ist das eigentliche Problem gar nicht das Gewicht, sondern dieser Druck, immer funktionieren zu müssen.
🆘 Hilfe