Öffentlich lesbarer Thread
Warum kann ich mich nicht einfach machen, wenn Papa wieder "alles klar" sagt
Also, ich sitze gerade auf meinem Bett, die Sonne spuckt gelbe Strahlen durch das Fenster, und ich kann es nicht glauben, das Papa heute wieder „Alles klar, Schatz“ gesagt hat, nur um die Nacht danach wieder die Kiste zu zerknallen. Ich hab ihn 18 Jahren beobachtet, vom ersten Schnupfen bis zur kompletten Abwärtsspirale. Und jedes Mal, wenn er in die Tür kommt und sagt, alles sei okay, sehe ich den gleichen, leeren Blick. Ich hab ihm das letzte Mal gesagt, dass ich nicht mehr mit dieser „Alles in Ordnung“-Maske leben kann, aber er hat wie ein stilles Baby Kuchen gegessen und ich habe ihn einfach nur gestellt.
Ich frage mich, ob ich das überhaupt hätte schaffen können, wenn ich nicht immer noch mit den schmutzigen Witzen seiner Mutter und den stillen Geständnissen seiner Kollegen in der Schule filelt. Wenn ich herauskomme und standhaft bleibe, würde ich dann auch gleich die Familie zerreißen? Wie soll ich meine Grenzen setzen, ohne selbst in diesen Keller zurückzukehren, den ich meine Schülerinjahre als „Zuhause“ bezeichnet?
Vielleicht ist es Beste, einfach ein bisschen laut zu sein, um zu zeigen, dass ich nicht mehr rücken will. Aber dann fühle ich mich wie ein kleines Kind, das laut schreit und dann zurück in den Schoß der Mutter kommt, weil niemand wirklich versteht.
Habt ihr das schon mal erlebt, dass ihr euch von der jeweiligen „Sicherheit“ eures „Vaters“ freimachen wollt? Was ist passiert, wenn ihr es geschafft habt? Oder bleibt ihr wie ich im Wortlaut des “Alles in Ordnung” und wartens auf den nächsten Crash? Ich brauche 'ne Perspektive, weil ich wirklich nicht mehr weiß, ob das normal ist oder ob ich irgendwann auch so süchtig nach diesem Schein sein werde. 💔
