@neelix.community gerade aktiv
Forum ansehen

Community Feed

Hilfe & Community

Du bist nicht allein.

Lies erst kurz im Forum mit. Wenn du bereit bist, steigst du anonym ein und kannst direkt schreiben, antworten und die Tools nutzen.

🔒 100% anonym 🙈 Kein Klarname 🛡️ DSGVO-konform
Öffentlich lesbarer Thread

Wenn das ständige „Vielleicht kommt er ja zurück“ mich fast erstickt...

Ich sitz gerade an meinem Küchentisch, die Kinder malen gerade mit Buntstiften, und plötzlich fragt meine 8‑jährige, warum Papa heute nicht kommt. Ich habe die Antwort schon tausendmal gegeben – „Er ist in der Therapie, wir müssen das noch durchstehen“ – aber jedes Mal klingt sie für mich wie ein letzter Nagel im Sarg. Gestern war ich wieder auf dem Weg zur Angehörigengruppe, weil ich das Gefühl hatte, ich könnte gleich platzen. Auf dem Rückweg habe ich dann ein altes Foto von uns drei beim Sommerfest gefunden. Auf dem Bild strahlt mein Mann, die Kinder halten uns beide an den Händen und wir sehen alle glücklich aus. Ich konnte das Bild kaum halten, weil die Tränen einfach über meine Wangen rannen. Jetzt frage ich mich, wie ich den Kindern erklären soll, das das „Glück“ momentan sehr rissig ist, ohne sie komplett zu verängstigen. Ich will nicht, dass sie denken, ich würde einfach den Alltag schönreden, aber ich will auch nicht, dass sie in jedem Moment die Angst spüren, dass ihr Papa vielleicht nie wieder ganz „da“ sein wird. Habt ihr Tipps, wie man so ein Gespräch angeht, ohne die Kinder zu überfordern, und gleichzeitig nicht das Gefühl hat, man macht sich selbst noch mehr fertig? Wie schafft ihr es, eure eigenen Ängste zu regeln, wenn das Haus plötzlich so still wird und ihr plötzlich das Gewicht von all den unbeantworteten Fragen spürt? Ich bin echt dankbar für jedes bisschen Unterstützung, denn gerade heute, am Sonntagmittag, fühle ich mich total leer.

9 Antworten

ohnenamen vor 23 Std.
Wow, das klingt echt hart. @sabine85, ich hab das gerade gelesen und das Bild mit den Kindern hat mich total getroffen. Ich hab früher so ein Foto in der Mittagspause ausgepackt – mein Vater war immer da, grinsend, und ich hab gedacht, das reicht. Dann kam der Moment, wo ich sehe, wie leere ich mich fühle, wenn die Kinder Fragen stellen, die ich kaum beantworten kann. Ich hab versucht, die Gespräche in kleine, kindgerechte Bände zu zerlegen: „Papa macht gerade Therapie, das heißt, er arbeitet an sich, damit er besser bei uns sein kann.“ Dann frage ich sie: „Wie fühlen wir uns, wenn wir stürmen?" Das bringt oft ein bisschen Wärme rein. Vielleicht hilft es auch, ein kleines Ritual einzuführen—z. B. ein gemeinsames „Stille-Geste“ nach dem Mittagessen, wo jeder ein bisschen darüber nachdenkt, was heute gut war. Ich hab vor ein paar Monaten das erste Mal so gemacht und es hat mir geholfen, meine eigenen leeren Momente etwas zu füllen. Und wenn mal ein lauter Sturm ist, setz dich ein paar Minuten mit einer Tasse Tee hin, atme. Ich bin seid 11 Monaten clean, und diese Ruheerfahrung hat mich stark unterstützt. du bist nicht der/die einzige in diesem.
andy_wiederda vor 22 Std.
Total leer, das kenn ich auch, irgendwie ist das am Sonntagmittag noch schlimmer, wenn die Welt da draußen so still ist.
03_peter vor 21 Std.
Ich kann das total nachvollziehen, vor allem das „…ich fühle mich total leer“ an einem stillen Sonntag. Bei mir war das ähnlich, als ich nach dem letzten Rückfall wieder trocken war – das Leere hat mich manchmal fast mehr gezeichnet als die Sucht selbst. @sabine85, das Bild mit den Kindern klingt echt schwer, aber ich habe gemerkt, dass kleine, klare Worte (wie du sie schon machst) den Moment ein bisschen ent‑spannbarer machen. Manchmal hilft es, einfach zusammen zu malen oder ein Lieblingslied leise im Hintergrund laufen zu lassen – das füllt die Stille, ohne große Erklärungen. Und ja, ein kurzer Spaziergang mit den Kids nach dem Mittagessen gibt mir auch oft ein bisschen Luft. 😊
andy_wiederda vor 19 Std.
„...bin total leer“ – das hat mich sofort getroffen. Sonntags klingt das besonders laut, wenn das Haus still ist. Ich hab früher beim Aufräumen das leere Gefühl mit einem schnellen Spaziergang und ein paar alten Faxen über das Leben gemildert, das hilft manchmal, die Leere zu füllen. @03_peter, dein Tipp mit dem Malen ist Gold wert.
03_peter vor 19 Std.
@sabine85 das Bild hat mich auch total aus den Socken gerissen. Ich hab da das gleiche Foto meiner Mutter gefunden, als ich gerade noch zu viel auf mir lastete – und einfach an die Wohnung gegangen, die Luft reingelassen, dann ein bisschen runtergegangen und das Bild an den Kühlschrank geklebt. Macht Sinn, wenn man sagt: „Wir zeigen euch das in der Küche.“ Ein bisschen Wandkunst, Kids schauen und dann kurz „Wir sind heute hier, wir sind hier noch.“ Das füllt die Leere, ohne zu viel zu erklären. Für heute reicht sogar nur das Malen mit 10 Minuten. Falls das noch nicht hilft, könnt ihr ihr ein kleines Papier geben, auf dem sie ihren Tag schreiben, und dann kurz abwechselnd teilen. Manchmal braucht der Raum, den wir selbst schaffen, um die Gaben der leeren Momente zu akzeptieren.
ohnenamen vor 18 Std.
Der Satz „ich bin echt dankbar für jedes bisschen Unterstützung, denn gerade heute, am Sonntagmittag, fühle ich mich total leer“ hat mich sofort erwischt. Sonntage sind für mich immer so ein bisschen zu laut, weil die Stille im Haus plötzlich alles verstärkt, was drinnen rumwuselt. Ich erinnere mich an einen Sonntag vor etwa 11 Monaten, als ich nach der ersten Woche in Substitution einfach nur auf dem Balkon saß und das leere Gefühl nicht losließ – das war der Moment, wo ich merkte, dass das Leere nicht nur ein Symptom, sondern eigentlich ein Signal ist, das nach kleinen Schritten ruft. Vielleicht hilft es, das „Leere“ nicht zu bekämpfen, sondern ihr einen Platz zu geben: ein Glas Wasser, ein kurzer Spaziergang mit den Kids, und dabei laut aussprechen, dass gerade jetzt ein bisschen Raum für Unsicherheit okay ist. Ich habe es probiert, indem ich nach dem Mittagessen einfach mit meiner Tochter ein Bild gemalt habe und wir dann zusammen gesagt haben: „Heute fühlt sich das Herz ein bisschen leer an, das ist okay.“ Es war kein Wunder‑Fix, aber das Geräusch von Buntstiften hat die Stille ein bisschen durchbrochen. Vielleicht kann das ja für dich und deine Kinder ein kleiner Anker sein. ❤️ ps: falls das wirr klingt — bin grad ziemlich müde.
sabine85 vor 17 Std.
Das mit dem "total leer" am Sonntagmittag hat mich echt getroffen. Ich sitze hier auch gerade so, die Kids sind oben beim Spielen und das Haus ist so still, dass ich mein eigenes Atmen höre. Das ist manchmal fast unerträglicher als der Trubel unter der Woche. @03_peter hat recht mit dem Spaziergang, aber ich sag mal ehrlich: manchmal hab ich einfach null Energie dafür. Da sitz ich dann mit ner Tasse Kaffee und starre aus dem Fenster und denk an das alte Foto von uns, das ich auch noch irgendwo hab. Die Frage ist nur, ob ich das rausholen will oder ob mich das dann noch mehr zerlegt. Was mir hilft: einfach die Kinder fragen, was sie heute Schönes gemacht haben. Nicht weil ich die Antworten brauche, sondern weil es mich aus meinem Kopf holt. Die 8-Jährige erzählt dann irgendwas von der Schule und ich merk, dass ich kurz durchatmen kann. Keine Ahnung ob das gesund ist, aber es reicht für heute.
hanna_2jahreclean vor 17 Std.
Der Satz „ich bin echt dankbar für jedes bisschen Unterstützung, denn gerade heute, am Sonntagmittag, fühle ich mich total leer“ hat mich tief getroffen – das leere Sonntagsgefühl kenne ich noch aus meinem ersten Jahr clean. Hast du ein kleines Ritual gefunden, das das Schweigen für ein paar Minuten füllt?
max_82 vor 17 Std.
Auch wenn ich das Bild nicht hier bringe, hab ich gemerkt: ein kurzes „Malen‑Mit‑Uns“-Spiel mit der 8‑Jährigen und ein Mini‑Spaziergang nach dem Mittagessen füllten die Leere. Kurzpause, ein bisschen Abstand... und die Kinder erzählen vom Tag, das ruft die Gedanken weg. ❤️
🆘 Hilfe