Öffentlich lesbarer Thread
Habt ihr auch das Gefühl, dass die Cannabis-Diskussion an der Realität vorbei geht
Ich sitz hier gerade am Küchentisch und scroll durch die Nachrichten. Überall dieses Thema: Cannabis-Legalisierung. Die einen feiern es als Fortschritt, die anderen warnen vor dem Untergang der Jugend. Und ich sitz dazwischen und denk an Max.
Mein Neffe, 17, hat letztes Jahr angefangen zu kiffen. Erst "nur ab und zu", wie er sagte. Jetzt raucht er jeden Tag nach der Schule. Seine Mutter, meine Schwester, ist am Ende. Sie hat mit ihm geredet, geschrien, geweint. Nix hat geholfen. Er sagt, es sei doch jetzt fast legal, also warum das Drama?
Und irgendwie verstehe ich seinen Punkt ja auch. Wenn der Staat es erlaubt, dann kann man Jugendlichen schlecht erklären, warum das trotzdem böse sein soll. Das ist doch kein Signal, oder?
Ich bin Lehrer an einer Gesamtschule und sehe täglich, was der ganze Dampf mit den Kids macht. Die einen sind lethargisch, lernen nix mehr. Die anderen drehen komplett durch, wenn sie mal nicht high sind. Klar, nicht alle werden süchtig. Aber einige eben doch.
Was mich nervt: Die Politik diskutiert so tun, als ginge es um rationale Abwägung. Aber für Jugendliche ist das doch kein rationales Thema. Die wollen dazugehören, cool sein, nicht ausgeschlossen. Wenn alle vapen und kiffen, machen die mit. Punkt.
Mir fehlt in der Debatte irgendwie der ehrliche Teil. Nicht ob legalisierung gut oder schlecht ist, sondern wie wir mit den Kids umgehen, die dann trotzdem Probleme kriegen. Wer kümmert sich um die?
Wie seht ihr das? Habt ihr ähnliche Erfahrungen?
