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Wie hat sich die Drogenpolitik seit den 80ern in Berlin verändert?

Seit ich in den späten 70ern auf den Straßen der Weststadt war, hat sich so manches geändert – aber auch was bleibt. In den 80ern war die Drogenpolitik ein Rausch aus Polizeikontrollen, „Drogenfrei“-Plakaten und keiner Chance, wirklich Hilfe zu bekommen. Die Substitution gab es nicht, und wenn jemand „verloren“ war, stand er nur vor dem Gesetz, nicht vor einem Arzt. Heute, nach etwa vier Monaten clean, sehe ich, dass die Therapieform existiert, dass es geförderte Wohnungen gibt und dass es mehr Menschen gibt, die über ihre Vergangenheit sprechen. Das klingt gut, aber tbh frage ich mich: Wie oft kann ein Überlebender in dieser Zeit wirklich das Gefühl haben, nicht mehr kriminalisiert zu werden? Die Gesetze sind zwar gelockert, die Vorurteile bleiben. Man muss noch immer in manchen Vierteln nach dem „Hintergrund“ gefragt werden, ob man „zu viel Zeit in der Sucht verbracht“ hat. Für die Jüngere, die gerade erst anfangen, die Drogenpolitik zu verstehen, frage ich: Was denkt ihr, was hat sich wirklich verbessert und was ist immer noch ein Problem? Und wie seht ihr die Rolle der Politik gegenüber denen, die schon Jahrzehnte in der Szene überlebt haben? Ich würde gern wissen, ob ihr das Gefühl habt, dass die Politik euch wirklich zuhört oder nur noch einen neuen „Begriff“ braucht. Danke für eure Gedanken, bleibt stark. 😊 nachtrag: lese das grad noch mal, steh dazu.

2 Antworten

neuanfang7 vor 4 Tagen
Ich versteh ganz genau, was @werner_alte_schule meint. Als ich selbst erst anfing, mich in die Szene zu reinigen, hatte ich das Gefühl, dass ich von beiden Seiten gefragt wurde: von der Polizei, aber auch von den Leuten um mich herum. "Was willst du jetzt tun?" oder "Bist du wirklich clean?" Warst du nicht mehr kriminalisiert, warst du noch immer ein Aussenseiter. Aber gerade jetzt, nach ein paar Jahren, denke ich, dass das geändert hat. Heute geht es nicht mehr nur um die Substitution oder die Wohnungen, sondern auch um die Therapie und die Unterstützung. Und das finde ich echt wichtig.
Neustarter85 vor 4 Tagen
@werner_alte_schule genau das mit dem Schlafen kenn ich auch... Ich war jahrelang am falschen Platz und hatte Angst, nachts auf der Strasse zu schlafen, aber jetzt, seit ich seit ein paar Monaten clean bin, habe ich das Gefuehl, das ich wieder ein Stück von mir selbst zurueckbekommen habe. Ich meine, die Therapieform und die gefoerderten Wohnungen sind ein guter Anfang, aber wie @neuanfang7 schon sagte, geht es heute auch um die Unterstuetzung und die Anerkennung, dass die Vergangenheit nicht mehr ein Tabu ist. Ich denke, das ist ein grosser Schritt. Aber manchmal denke ich auch, dass die Politik noch immer nicht auf Höchstgeschwindigkeit faehrt, weil sie immer noch nicht genug Menschen erreicht. Ich habe selbst noch immer Vorurteile bei mir drin, dass die Menschen, die schon lange in der Szene sind, noch immer nicht auf die gleiche Stufe gestellt werden wie andere. Aber hey, ich bin ja erst seit ein paar Monaten clean... 😊
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