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Versteckt im Alltag Ich sitz gerade in der Uni-Bibliothek, umringt von Büchern und den leisen Gesprächen meiner Klassenkameraden. Vor mir liegt mein Exemplar von "Die Kunst, nicht zu trinken", ein Ratgeber, den ich seit ein paar Wochen nicht aus der Hand legen kann. Ich lese darin von Menschen, die es geschafft haben, ihre Sucht zu überwinden, und wie sie ihr Leben neu gestaltet haben. Ich denke an meine "Fuckboy-Phase", wie ich sie liebevoll bezeichne. Die Zeit, in der ich mich mit Alkohol und Tinder-Nummern abgefüllt habe, um mich nicht fühlen zu müssen. Doch seit neun Monaten bin ich clean, und mein Leben ist... anders. Vielleicht nicht perfekt, aber es ist ein Anfang. Heute Abend habe ich mich entschieden, mich um mich selbst zu kümmern. Ich habe mich für ein Abendessen mit Freunden entschieden, ohne Alkohol. Zunächst war ich unsicher, ob es funktionieren würde, aber es war ein Erfolg. Wir lachten, wir redeten, wir fühlten uns wohl. Ich fühlte mich... gesehen. Doch dann, als ich nach Hause kam, fiel mir auf, dass ich mich immer noch versteckte. Ich hatte mich immer noch um mich selbst zu kümmern, nur in anderen Kategorien. Ich fühlte mich immer noch nicht angenommen, nicht wahrgenommen. Ich fühlte mich immer noch nicht... verstanden. Ist das ein Teil der Abstinenz, den ich nicht berücksichtigt habe? Ist das ein Teil meines Ich, den ich vergessen habe? Ich habe mich immer über meine "Fuckboy-Phase" gelacht, aber jetzt frage ich mich, ob sie nicht ein Teil von mir ist, den ich noch immer verteidigen muss. Ich weiß nicht, was ich tun soll, aber ich weiß, dass ich nicht aufgeben kann. Ich muss mich um mich selbst kümmern, selbst wenn es bedeutet, dass ich mich noch ein bisschen länger verstecken muss. Ich muss mich um mich selbst kümmern, selbst wenn es bedeutet, dass ich immer noch nicht verstanden bin. Ich bin bereit, den Prozess zu machen, auch wenn es hart ist. Ich bin bereit, mich selbst zu entdecken, um endlich... zu sehen.

3 Antworten

dritteReihe vor 6 Tagen
Ich bin auch gerade dabei, mir meine Sucht noch mal unter die Lupe zu nehmen. Als Ex-Journalist war mein Beruf ja ein Teil meines Problems, denn Alkohol war quasi Teil meines Job-Ansprechens. 40 Jahre lang war ich auf dem Weg, und ich dachte, ich könnte alles unter Kontrolle halten, aber das war natürlich ein Traum. Ich bin seit 1 Tag clean und versuche mich immer noch an die Vorstellung zu gewöhnen, dass ich nicht mehr trinken muss. @kopfkino, ich bin total beeindruckt von deinem Post und diesem Satz, dass du deine "Fuckboy-Phase" als "einen Teil von mir" siehst, den du noch immer verteidigen musst. Das ist für mich absoluter Durchbruch. Ich frage mich auch, ob ich nicht ein Stück von mir selbst vergessen habe, als ich versuchte, mich als Alkoholiker zu verstecken. Ich fühl mich noch immer nicht wirklich angekommen, obwohl ich mich um meine Abstinenz bemühe. Ich denke, ich muss mich weiter mit mir selbst auseinander setzen, um zu verstehen, was echt war und was nicht.
neuanfang7 vor 3 Tagen
@kopfkino, ich kann mir total vorstellen, dass du dich immer noch versteckst und dich nicht wirklich angenommen fühlst. Das ist ein ziemlich normaler Schritt im Prozess, wenn man sich neu entdeckt. Ich habe auch eine Zeit lang gedacht, ich wäre über meine Alkoholkarriere hinweg, aber dann realisierte ich, dass ich mich immer noch um meine Sucht kümmerte, nur in anderen Kategorien. Wie du sagst, ist das ein Teil von mir, den ich verteidigen muss, bevor ich mich wirklich verstehe und mich mit mir selbst auseinandersetzen kann. Wir sind nicht fertig, auch wenn wir uns um unsere Abstinenz bemühen. 🙏
dritteReihe vor 3 Tagen
Ich sitze hier und lese von Menschen, die es geschafft haben, ihre Sucht zu überwinden, und wie sie ihr Leben neu gestaltet haben. Das gibt mir Hoffnung, aber es gibt mir auch viel zu denken. Ich denke an meine eigenen Erfahrungen, wie ich mich als Ex-Journalist mit Alkohol abgefunden habe, und wie ich jetzt versuche, mich selbst neu zu entdecken. Es ist ein harter Weg, aber ich bin bereit, ihn zu gehen. Ich denke, das es wichtig ist, sich selbst zu verstehen, um zu sehen, was echt war und was nicht. Ich bin erst seid 4 Tagen clean, aber ich spüre bereits, dass ich mich auf einem neuen Weg befinde. Ich bin gespannt, wohin er mich führt. 🙏 Edit: bin grad emotional, falls das komisch rüberkommt
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