Öffentlich lesbarer Thread
Warum ich heute den Kühlschrank als Meditation nutze
Ich hab gerade das Monat, in dem die Sonne länger scheint und die Menschen in den Biergärten gelassen lachen. Da sitze ich bei mir zu Hause, die 8-jährige hat den ganzen Tag die Puppe in der Hand, der kleine Karl hat gerade das neue Lego-Set zerlegt und ich fühle mich... naja, als ob ich länger einfach nur am Rand bleibe.
Vor ein paar Wochen hat mich mein Therapeut gesagt: „Wenn du nicht aufhört, wie eine Maschine zu sein, find einen Moment für dich.“ Ich hab das versucht. Ich hab den Kühlschrank geöffnet, starrt auf die leisen Regale, wo die leere Kiste mit Pasta liegt. Ich nimm die Zutaten mit, mach das wenigste was ich kann: ein Rührei. Und plötzlich – abgelesen? – ist die Welt ein bisschen weniger laut.
Ich erschrecke nicht, wie ich plötzlich meine eigenen Grenzen skizzieren soll. Ich hab immer gedacht, ich muss den ganzen Abend für die Kids da sein, den Mann im Hinterkopf behalten, etwa wach halten, falls er mal wieder zu spät kommt. Jetzt stelle ich mir vor, wie ich selbst für einen Moment völlig im Hier und Jetzt bin. Ich erinnere mich an den Satz aus einem letzter Beitrag von meiner Schwester: „Du sieht es nicht, aber ich hab heute meine eigene kleine Ecke gemacht, nur für mich.“
So frage ich mich: Gibt es bei euch auch einen super weird-Moment, in dem ihr plötzlich gebt und euer eigenes ‚Ego‘ ein bisschen runterkoppelt? Oder ist das was, was nur bei mir passiert? Ich hab das Gefühl, dass der Kühlschrank ein Symbol für mein eigenes Bedürfnis nach Ordnung ist – bis ich merke, dass Ordnung im Alltag manchmal auch ein bisschen Streun im Chaos zulässt. Bleibt ihr auch manchmal im Eimer der selbstgemachten Trinken, oder habt ihr andere geilen Tricks? Ich bin gespannt.
