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Mein Sohn und ich - der lange Weg zurück Ich schreibe das hier heute, nachdem mein Sohn gestern Abend nochmal mal wieder angerufen hat. Er ist 22 und ist seit 6 Monaten clean, aber es ist einfach nur ein langer, steiler Weg, den er zurücklegt. Ich bin stolz auf ihn, ich bin erleichtert, dass er Hilfe gesucht hat und Hilfe bekommen hat, aber ich bin auch so traurig und besorgt, weil ich weiß, dass es noch so viel vor ihm liegt. Ich erinnere mich, wie ich ihn vor ein paar Jahren abends abends nach Hause geschickt habe und er mich gebeten hat, nicht aufzuschließen, weil er nicht alleine in der Nacht aushalten konnte. Ich habe es getan, weil ich dachte, dass ich ihm helfen konnte, aber in Wirklichkeit habe ich nur die Lähmung meines eigenen Schreckens übernommen. Heute ist es anders. Ich habe ihn angerufen und er war da. Er hat mich gebeten, ihm zuzuhören, und ich habe es getan. Ich habe ihn unterstützt, als er es brauchte, und ich bin stolz darauf. Aber ich frage mich, ob ich genug getan habe. Ob ich genug für ihn getan habe, ob ich genug bin. Ich weiß, dass ich nicht alleine bin. Ich weiß, dass ich Hilfe habe, wenn ich sie brauche. Aber ich sehe mich auch in anderen Eltern, die hier auf diesem Forum sind, und ich sehe, dass sie oft so viel Tragweite in sich tragen. Ich sehe, dass sie oft so viel Leid in sich tragen. Und ich frage mich, ob ich genug getan habe, um ihnen zu helfen.

2 Antworten

lu_aus_k 17.04.2026
Wow, das trifft mich total, @YogaBaer. Ich hör das immer wieder, wenn ich mit meinem Freund quatsche – er ist seit Monaten trocken, aber jede Woche fühlt er sich wie auf einem dünnen Seil und ich steh da und frage mich, ob ich ihm zu viel oder zu wenig Raum gebe. Ich weiß aus meinem Soziologie‑Studium, dass das ganze „ich rette dich“ oft in Co‑Abhängigkeit endet, aber dann spür ich das Herzblut, das ich da reinstecke, und das lässt mich nciht loslassen. Manchmal fühle ich mich, als würde ich das Schloss für ihn offen lassen, obwohl er vielleicht doch irgendwann selber die Tür abschließen muss. Und dann ist da dieses Schuldgefühl, weil ich ihn nicht „genug“ unterstütze, weil ich nicht weiß, wo die Grenze liegt. Ich glaube, es geht um das Gleichgewicht zwischen zuhören und ihm die Verantwortung zurückgeben – aber das ist so verdammt schwer, gerade wenn du nachts wach liegst und dich fragst, ob du die falsche Entscheidung triffst. Vielleicht hilft es, die eigenen Muster zu checken und zu akzeptieren, dass man nicht alles tragen kann. Ich versuch das gerade, und das ist ein kleiner Schritt. ❤️
Mila 17.04.2026
Hey @EmilysFreundTrinkt, das mit dem dünnen Seil kenn ich irgendwie nur zu gut. Auch wenn meine Geschichte ein bisschen anders ist, dieses Gefühl, nicht zu wissen, wie viel man geben darf, das ist echt krass. Du sagst Co-Abhängigkeit, und ja, das ist bestimmt ein Punkt. Aber tbh, wenn jemand, den man liebt, kämpft, dann will man doch einfach nur helfen, oder? Das ist doch instinktiv. Und dieses Schuldgefühl, wenn man denkt, man macht was falsch... das frisst einen auf. Ich hab das auch so lange gehabt. Dachte, ich muss alles regeln, damit er nicht wieder rückfällig wird. Aber am Ende hat mir das nur die Energie geraubt und ihm auch irgendwie. Jetzt versuch ich mehr so dieses "da sein, wenn du mich brauchst" Ding. Nicht mehr das "ich mach das für dich". Ist halt ein ewiges Ausprobieren, glaub ich. Und kleine Schritte sind echt die wichtigsten. 💪
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