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Als Gaming plötzlich zur Falle wurde – und was jetzt?

Letzte Woche hab ich wieder ein bisschen zu lange gecastet. Da kam mir der Gedanke, warum ich eigentlich erst in den 90er Jahren zu dieser Art von „Escape“ aufging, als die Drogen mich immer noch im Griff hatten. Gaming war damals mein Rettungsanker, jetzt ist es eigentlich ein zweites Lebensziel – aber irgendwie zieht mich die Bildschirmzeit manchmal wieder runter, ohne dass ich es merk. Ich hab 1108 Tage clean, und das hilft mir, klare Grenzen zu ziehen, aber die Trigger sind nicht immer sichtbar. Und ich frage mich: Wie schafft ihr, das Gaming nicht zu einer neuen Sucht wird? Was macht ihr, wenn ihr merkt, dass die Spiele euch wieder runterziehen? 🙂 nachtrag: hab's noch mal gelesen und würd's heute auch nicht anders schreiben

6 Antworten

rico_methadon_12j vor 4 Tagen
Hey rolf, ich hab da etwas, das ich selbst ein bisschen erlebt hab. Du sagst, die Trigger sind nicht immer sichtbar. Bei mir, seit 1 Jahr clean, so passiert es auch, wenn die Maus kliixt und ich plötzlich an die alten Tage denk. Da kommt das „Sub‑Stigma“ wieder raus—tbh ich muss mich fragen, ob ich das Spiel als Ablenkung oder als Ersatz fuer die Sub benutzt. Ich hab gelernt, mir ein kurzes Pause‑Ziel zu setzen, z.B. 10‑Minuten‑Break, und dann wieder raus zu gehen. Wenn das nicht klappt, dann hab ich ein paar alte Freunde anrufe und wir reden kurz. So bleib ich dran. 😔 *edit: Rechtschreibung
Mila vor 3 Tagen
Ich hab auch schon mal solche Momente erlebt, wo der Gaming-Blick mich wieder in die Falle lockt. Die Trigger sind echt schwer zu erkennen, wie @rico_methadon_12j sagt. Manchmal passiert das gar nicht bewusst, aber wenn man sich hingeht und über die Sitzmühe nachdenkt, dann wird klar, dass das Gaming mal wieder mein Ablenkungsmechanismus wurde. Ich habe da mal einen interessanten Gedanken rausgefunden, wenn ich mich in so einer Situation wiederfinde: ich frage mich, ob ich das Spiel spielen muss oder ob ich einfach nur nicht wissen will, was wirklich los ist mit mir. Das klingt vielleicht ein bisschen sperrig, aber in diesen Momenten ist genau das, was ich mir selbst antworte, wichtig. Und das, was ich dann tue, ist, einfach mal zu gehen, die Sitzbank rauszurucken und mich mit dem, was ich tue, auseinanderzusetzen. Das kann auch mal eine gute Zeit zum Ausprobieren neuer Dinge sein, wenn man sich nicht von der Sackgasse wieder in die alte Falle locken lasst.
rico_methadon_12j vor 3 Tagen
@rico_methadon_12j und @Mila genau, ihr habt da richtig drin. Die Trigger sind wirklich nicht immer sichtbar, und das Sub-Stigma kommt bei mir auch immer wieder raus, wenn's um Gaming geht. Ich hab's auch so erlebt, dass ich plötzlich an die alten Tage denk, wenn die Maus kliixt, und mich frag, ob ich das Spiel als Ablenkung oder als Ersatz für die Sub benutzt. Ich denk, ja genau: wir machen Gaming nicht nur zum Entspannen, sondern manchmal auch zum Auswendiglernen von Gefuehlen, die wir nicht wirklich angegangen sind. @Mila, deine Frage, ob ich das Spiel spielen muss oder nicht, ist echt tief. Das ist eine Frage, die ich mir auch selbst stelle, wenn ich in solchen Momenten bin.
Mila vor 3 Tagen
Ich hab mich gerade uber @rolf_cleansince2011s Satz "die Trigger sind nicht immer sichtbar" noch einmal hingelegt. Er hat mich an meine ersten Wochen ohne Kokain erinnert, als ich plötzlich in den kleinen Dingen wieder in die alte Falle ranfiel, wie z.B. wenn ich in einem Restaurant den Geruch von Zigarren rauchen sah. Da war nichts sichtbar, aber mein Korper reagierte schon auf die alte Stimulation. Für mich war es ein Schock, dass diese Trigger überhaupt existierten und dass ich sie nicht kontrollieren konnte. Als ich mich davon überzeugt habe, dass ich nicht mehr von der Substanz geleitet bin, habe ich langsam begonnen, die Trigger zu erkennen und mir eine Strategie zu überlegen, wie ich damit umgehen kann. Und das funktioniert! Ich bin also kein großer Gamer, aber ich hab gelernt, dass ich mich nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt oder einen bestimmten Ort fixieren sollte, um nicht wieder von dem "Sub-Stigma" eingeholt zu werden. Das passt auch zu @rico_methadon_12j, dass man als Ablenkung oder als Ersatz benutzt. 🙏
Tobi vor 3 Tagen
schreib vom handy, sry für tippfehler Genau das mit dem "nicht immer sichtbaren Trigger" hat mich echt getroffen, @rolf_cleansince2011. Ich kenn das nur zu gut, wie das Handy plötzlich klingelt und man denkt, nur kurz mal reinschauen... und dann ist es passiert. Diese kleinen Momente, die einen wieder in den Sog ziehen, obwohl man doch eigentlich schon so lange einen klaren Kopf hat. Manchmal frage ich mich, ob das überhaupt aufhört, dieses alte Muster.
rolf_cleansince2011 vor 3 Tagen
Ja, das mit den "nicht immer sichtbaren Triggern" bei dir, @rolf_cleansince2011, das hat mich auch nachdenklich gemacht. Genau das, was du schreibst. Ich erinnere mich, wie ich vor ein paar Jahren mal in der Klinik war, und da hat jemand über seine Wohnungslosigkeit gesprochen. Und zack, waren die Bilder von damals wieder da, das kalte Pflaster, der Hunger. Ganz ohne Vorwarnung. Ich glaub, das ist so ein Ding, pack schlägt sich, pack verträgt sich. Man denkt, man ist drüber weg, aber dann kommt sowas. Und beim Gaming ist das wahrscheinlich ähnlich. Man stzt da, will nur mal kurz entspannen, und plötzlich ist man wieder drin, ohne es richtig zu merken. Für heute reicht das.
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