Öffentlich lesbarer Thread
Ist das Internet meine neue Droge?
Seit 11 Monaten bin ich clean, und ich dachte, ich hab das Leben wieder in den Griff bekommen. Doch dann, wenn ich abends die Schreibtischlampe ausschalte und das Licht in der Küche flackert, greift mich wieder so ein Bedürfnis – nicht nach Kokain, sondern nach dem nächsten Tik‑Tok, nach dem nächsten Gaming‑Stream, nach der nächsten Nachricht. Ich hab mir das Online‑Glück als neue Maske gekauft, so wie ich es damals mit der Droge gemacht hab.
Stuttgart hat mir immer ein Gefühl von Ruhe geboten, aber jetzt, wenn ich in die sozialen Netzwerke scroll, sehe ich Leute, die scheinbar alles haben – perfekt geputzte Fotos, glückliche Familien, endlose Likes. Ich fühle mich gleichzeitig so nah und so weit entfernt. Mein Sohn lebt beim Vater, ich hab die Zeit für ihn kaum. Ich versuche, mir zu verzeihen, weil ich nicht genug Zeit für ihn finde, weil ich mich immer in den virtuellen Raum flücht.
Ich frage mich: Wie viele von euch haben das Gefühl, dass der Bildschirm ihre neue Drogenquelle ist? Ich habe das Gefühl, dass ich mich selbst imitiert, mich immer wieder neu verkleidet, um nicht zu zeigen, wer ich wirklich bin. Ich habe mich immer wieder gefragt, ob ich damit meine Seele verkaufe, aber ich bin nicht bereit, meine Hoffnung zu verlieren.
Also: Hat jemand anders das gleiche Problem? Und wenn ja, wie schafft ihr es, die digitale Fassade abzubauen? Ich bin hier, um zu hören, was ihr erlebt, und um zu lernen, wie ich vielleicht wieder ein bisschen echte Nähe finden kann. ❤️🙏
