Öffentlich lesbarer Thread
Wer bin ich eigentlich, wenn ich immer nur „die Rettungsleine“ bin
Ich bin 21, mache gerade meine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten und lebe seit ein paar Monaten alleine in Magdeburg. Aufgewachsen bin ich mit 'ner Mutter, die ständig am Schnaps war. Das war für mich nie 'ne Wahl, das war einfach Alltag – und ich hab schnell gelernt, dass ich mehr als nur ihr Kind bin. Ich musste früh den Laden schmeißen, Küche, Wäsche, die kleinen Geschwister im Griff haben und gleichzeitig versuchen, für die Schule zu lernen.
Jetzt, wo ich endlich meine eigene Wohnung hab, fühlt sich das irgendwie… komisch an. Ich bin froh, mal Raum für mich zu haben, aber gleichzeitig tauchen diese Schuldgefühle auf, als ob ich mich jetzt aus dem Spiel zurückzieh‘. Jeder Anruf von Mama macht mir das Herz schwer, weil ich weiß, dass sie wieder einen Schluck holen wird, sobald ich nicht mehr am Telefon bin. Ich hab neulich versucht, nur kurz vorbeizuschauen – 20 Minuten, dachte ich – und dann saß ich da und hörte ihr vom Kummer erzählen, während ich innerlich das Gefühl hatte, gleich zu platzen.
Ich bin nie selbst süchtig, aber ich fühle mich oft wie die „Erwachsene“ in einem Kinderfilm, der die ganze Zeit das Drehbuch schreibt. Wie geht ihr mit dem ständigen Druck um, immer die Starke zu sein, während man selbst eigentlich nur ein bisschen Frieden braucht? Gibt‘s Tipps, wie man Grenzen setzen kann, ohne dass man sich gleich schuldig fühlt? Ich frag mich manchmal, ob es überhaupt okay ist, an sich selbst zu denken, wenn Mama doch immer wieder im Dunkeln stolpert.
Bin echt gespannt, ob jemand von euch sowas ähnliches erlebt hat. 🙏
