Öffentlich lesbarer Thread
Warum die neue Substitutions‑Gesetzgebung uns trotzdem im Stich lässt
Ich habe mich heute nach dem Abendessen noch ein bisschen mit der Zeitung beschäftigt und war total baff über den neuen Gesetzentwurf, der angeblich die Versorgung von Menschen mit Opioid‑Substitution verbessern soll. Klingt erstmal super, oder? Doch während ich die Paragraphen gelesen habe, ging mir das Herz immer schwerer. Mein Mann ist im letzten Jahr an einer Fentanyl‑Überdosis gestorben, weil das Naloxon erst zu spät kam und weil seine Substitution nach dem Jobverlust komplett abgebrochen war. Er war seid Jahren in einer stabilen Therapie – bis das Leben einfach einen Rutsch nach unten machte.
Jetzt wird plötzlich so groß getönt, dass wir endlich mehr Hilfe bekommen. Aber wo bleibt die Unterstützung für die Familien? Wer denkt an die Partner, die Kinder, die jeden Tag mit dem Gefühl leben, dass alles wieder kippt, sobald ein Sturm vorbeizieht? Wir sind hier, die zusehen, wie unser Liebster erst wieder runterfällt, weil das System nicht schnell genug reagiert. Und jetzt noch neue Regelungen, die zwar mehr Pfefferminz‑Tabletten verteilen, aber kaum was für Menschen wie mich tun, die jeden Tag um den Kopf fliegen.
Habt ihr das Gefühl, dass die Politik jetzt endlich versteht, dass Substitution allein nicht reicht? Oder ist das nur ein weiteres Propagandapapier, das uns wieder im Regen stehen lässt, während wir versuchen, die Trümmer zusammenzukleben? Ich frage mich, ob wir irgendwann lernen, dass ein Mensch nicht nur ein „Patient“ ist, sondern ein Familienmitglied mit all seinen Ängsten und Hoffnungen.
Wie geht ihr mit diesen politischen Versprechen um, die gleichzeitig Hoffnung und Ohnmacht erzeugen? 🙏
