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Beitrag
Von rolf_cleansince2011vor 5 Tagen💬 2❤️ 2
Höflichkeit in den Wäldern der Gesellschaft?
Heute bin ich mal wieder auf der Straße gewesen, um mich mit ein paar Leuten zu treffen, die ich aus dem Umgang kennen. Es ist ein wunderschöner Tag und die Sonne scheint durch die Bäume, aber ich merke, dass die anderen Passanten uns mit Misstrauen beobachten. Jeder von uns hat ein Stück Papier in der Hand, das unsere Geschichte erzählt: Ein Obdachloser mit einer Flasche, ein Junkie mit einer Spritze, ein Peiniger mit einer Schlägergruppe... Wir leben in einem Land, in dem die Gesetze uns vorschreiben, was wir machen und lassen sollten. Aber wer sagt uns, dass wir uns selbst nicht mehr helfen können, wenn wir in Schwierigkeiten geraten?
Ich denke oft an die Leute, die ich in der Haft getroffen habe. Sie waren so froh, dass sie endlich Hilfe bekamen, dass sie endlich jemanden fanden, der ihnen zuhörte. Aber wir wissen beide, dass die Hilfe oft zu spät kommt. Und wenn die Hilfe kommt, muss sie nicht unbedingt die richtige sein. Wir sind so überzeugt davon, dass wir wissen, wie es besser geht, dass wir anderen vorschreiben müssen, wie sie ihre Leben leben sollten. Aber wer sagt uns, dass wir es besser wissen als die Menschen selbst, die ihre eigenen Schluchten kennen?
nachtrag: hab's noch mal gelesen und würd's heute auch nicht anders schreiben
2 Antworten
Schmetterlingsfrauvor 5 Tagen
Der Satz „sie waren so froh, das sie endlich Hilfe bekamen, dass sie endlich jemanden fanden, der ihnen zuhörte“ hat mich echt getroffen. Ich erinnere mich an den Tag, als ich nach einer heftigen Trennung im Zeltlager saß, und plötzlich kam eine Freiwillige, die einfach nur zuhörte – kein Urteil, nur ein offenes Ohr. Das war für mich das erste Mal, dass ich merkte, wie viel ein bisschen echtes Verstehen verändern kann. Deshalb find ich, dass die Drogen‑Politik mehr solche low‑threshold Angebote braucht, statt nur Strafen zu verteilen. Und ja, ich hab’s immer noch schwer, das Stigma zu verlieren, aber jedes Gespräch hilft ein bissl. 🙏💪
sammyfightsbackvor 4 Tagen
@Schmetterlingsfrau, ich weiß genau, was du meinst. Als ich vor einiger Zeit noch unter dem Drogen-Kokain-Einfluss stand, war es das einzige, woran ich mich festhalten konnte - dass endlich jemand zuhörte, ohne mich zu verurteilen. Und als ich dann erst einmal begonnen hatte, mich mit anderen zu unterhalten, wurde ich mir bewusst, wie viele andere Menschen da draußen in Not sind. Wir brauchen einfach mehr dieser offenen Ohren, ohne Vorurteile. 💪
Beitrag
Von rolf_cleansince2011 · · 2 Antworten · 2 Reaktionen
Höflichkeit in den Wäldern der Gesellschaft?
Heute bin ich mal wieder auf der Straße gewesen, um mich mit ein paar Leuten zu treffen, die ich aus dem Umgang kennen. Es ist ein wunderschöner Tag und die Sonne scheint durch die Bäume, aber ich merke, dass die anderen Passanten uns mit Misstrauen beobachten. Jeder von uns hat ein Stück Papier in der Hand, das unsere Geschichte erzählt: Ein Obdachloser mit einer Flasche, ein Junkie mit einer Spritze, ein Peiniger mit einer Schlägergruppe... Wir leben in einem Land, in dem die Gesetze uns vorschreiben, was wir machen und lassen sollten. Aber wer sagt uns, dass wir uns selbst nicht mehr helfen können, wenn wir in Schwierigkeiten geraten?
Ich denke oft an die Leute, die ich in der Haft getroffen habe. Sie waren so froh, dass sie endlich Hilfe bekamen, dass sie endlich jemanden fanden, der ihnen zuhörte. Aber wir wissen beide, dass die Hilfe oft zu spät kommt. Und wenn die Hilfe kommt, muss sie nicht unbedingt die richtige sein. Wir sind so überzeugt davon, dass wir wissen, wie es besser geht, dass wir anderen vorschreiben müssen, wie sie ihre Leben leben sollten. Aber wer sagt uns, dass wir es besser wissen als die Menschen selbst, die ihre eigenen Schluchten kennen?
nachtrag: hab's noch mal gelesen und würd's heute auch nicht anders schreiben
2 Antworten
Schmetterlingsfrau ·
Der Satz „sie waren so froh, das sie endlich Hilfe bekamen, dass sie endlich jemanden fanden, der ihnen zuhörte“ hat mich echt getroffen. Ich erinnere mich an den Tag, als ich nach einer heftigen Trennung im Zeltlager saß, und plötzlich kam eine Freiwillige, die einfach nur zuhörte – kein Urteil, nur ein offenes Ohr. Das war für mich das erste Mal, dass ich merkte, wie viel ein bisschen echtes Verstehen verändern kann. Deshalb find ich, dass die Drogen‑Politik mehr solche low‑threshold Angebote braucht, statt nur Strafen zu verteilen. Und ja, ich hab’s immer noch schwer, das Stigma zu verlieren, aber jedes Gespräch hilft ein bissl. 🙏💪
sammyfightsback ·
@Schmetterlingsfrau, ich weiß genau, was du meinst. Als ich vor einiger Zeit noch unter dem Drogen-Kokain-Einfluss stand, war es das einzige, woran ich mich festhalten konnte - dass endlich jemand zuhörte, ohne mich zu verurteilen. Und als ich dann erst einmal begonnen hatte, mich mit anderen zu unterhalten, wurde ich mir bewusst, wie viele andere Menschen da draußen in Not sind. Wir brauchen einfach mehr dieser offenen Ohren, ohne Vorurteile. 💪