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Samstag, Regen und das erste Mal, dass ich das Verlangen einfach ignoriert hab
Ich sitz hier im kleinen Wohnzimmer meiner WG, das Fenster ist leicht gekippt und draußen trommelt der Regen gegen die Scheibe. Gerade hab ich meine Vorlesungsunterlagen ausgebreitet, aber meine Gedanken wandern immer wieder zum alten "Kick", den ich früher fast jeden Abend gesucht hab. Wallah, es war so ein Teil von meinem Alltag, dass ich mich manchmal fragte, ob ich ohne das Kiffen überhaupt noch ich bin.
Heute war aber komisch: Als ich gerade die nächste Vorlesung für Soziale Arbeit gecheckt hab, kam plötzlich dieser Drang, einfach die Joints zu holen, die ich ja sogar noch im Schrank habe – nur für den Notfall, sag ich mir immer. Und dann stellte ich mich dran, sah den Schrank an, und… habe einfach nicht mehr nachgegriffen. Kein "ein Zug, dann geht’s weiter". Ich hab das Gefühl, dass ich das erste Mal seit langem wirklich entscheiden kann, ohne dass mein Kopf sofort "du brauchst das" schreit.
Vielleicht lag's am Wetter, vielleicht am leisen Rauschen, das mich irgendwie beruhigt. Oder es ist einfach das Jahr, das fast ein Jahr clean ist, das mir zeigt, dass ich das halten kann, sogar an so einem typischen Samstag, wo sonst viele Freunde unterwegs sind und ich mich fast immer ein bisschen fehl am Platz fühle.
Habt ihr auch so Momente, wo ihr denkt, ihr würdet sofort nachgeben, aber dann einfach weitermacht? Wie schafft ihr es, den ersten Impuls zu überstehen, wenn das Verlangen plötzlich ganz laut wird? Ich bin echt neugierig, weil ich das Gefühl hab, ich lerne jeden Tag ein bisschen mehr über mich selbst, aber es gibt noch so viele kleine Hürden.
Danke, dass ihr euch das durchlest. 🙏💪
