Öffentlich lesbarer Thread
Wenn der Feierabend plötzlich wie ein Druckknopf wirkt…
Ich sitz hier am Freitagabend, das Licht ist schon ein bisschen gedimmt und ich hör die leisen Geräusche von der Straße, wo die Leute sich für das Wochenende fertig machen. Irgendwie fühlt sich das für mich jetzt immer so an, als ob jede Einladung zu nem Glas Wein oder nem Bier plötzlich ein kleiner Test ist – ein Test, ob ich noch stark genug bin, meine 352 Tage clean zu bleiben, ohne dass das alles wieder in die alte Fassade zurückschleicht.
Wie ich letztens erzählt habe, war ich fast acht Jahre lang in der Kokainfalle, immer „perfekt“ im Job, immer die starke Mama – und das alles nur, weil ich die Leere sonst irgendwie füllen musste. Jetzt, fast ein Jahr clean, baue ich mein Leben wieder auf, verliere meine Selbstständigkeit und kämpfe mit dem ständigen Druck, nach außen hin alles im Griff zu haben. Und dann kommen die Freunde, die fragen, ob ich „noch ein Gläschen“ mitmachen will, weil sie meinen, ich sei wieder „normal“.
Ich merke, wie mein Herz ein bisschen schneller schlägt, wenn ich an das Glas denke, und gleichzeitig spür ich diese tiefe Scham, weil ich weiß, dass das nur ein weiterer Weg sein könnte, die Maske zu polieren. Ich will ehrlich sein: manchmal ist das Verlangen nach ein bisschen Alkohol fast so stark wie das Verlangen nach Kokain früher, nur dass es jetzt leiser, verstellter klingt.
Wie geht ihr mit diesen kleinen „Triggern“ um, wenn das Wochenende anklopft und das Bier im Kühlschrank ruft? Was hilft euch, die innere Stimme zu hören, die sagt: „Bleib stark, du hast das schon fast ein ganzes Jahr geschafft“? Ich bin gespannt auf eure Tipps und eure Geschichten. ❤️😊
