Öffentlich lesbarer Thread
Was, wenn das Leben wieder im Rückfall endet
Ich lieg heute mit dem Kopf im Kissen und die Sonne dringt schwach durch das Fenster. Samstagmorgen, aber alles andere fühlt sich an wie ein verfluchter Montag. Vor einem Jahr hat mich mein Mann in einer Fentanyl‑Überdosis aus der Seele gerissen. Er war auf Substitution, dann hat er den Job verloren, das Haus war zu still, und plötzlich war er wieder zurück bei dem Gift, das er so lange versucht hat zu lassen. Wir hatten das Naloxon zu spät gefunden – ich denke bis heute dran, wie oft wir doch noch hätten retten können, wenn das früher geklappt hätte.
Jetzt sitz ich hier mit zwei erwachsenen Kindern. Der Ältere, unser Sohn, kifft immer mehr, und ich spüre das alte Grauen wieder zurückkommen, das ich so lange versucht habe zu verdrängen. Ich war in meinem letzten Beitrag so erschöpft, dass ich kaum noch Worte finden konnte. Aber jetzt fragt mich meine Brust jedes Mal, wenn er nach seinem „kleinen Kick“ fragt, ob ich ihm noch helfen kann oder ob ich nur im Kreis laufe.
Ich hab keine Clean‑Counter, kein eigenes Tagebuch, das ich hier teilen könnte – nur das ständige Pochen im Hinterkopf, dass auch substituierte Menschen sterben, wenn das Leben um sie herum zerbricht. Wie geht ihr mit dieser Art von Ohnmacht um? Wie findet man den Mut, immer wieder aufzustehen, wenn es wieder die gleichen Schatten wirft? Ich muss das hier aussprechen, weil sonst zerreißt es mich von innen.
Vielleicht gibt’s ja einen kleinen Lichtblick, den ihr teilen könnt, oder einfach ein offenes Ohr. Danke, wenn ihr euch die Zeit nehmt. 🙏
