Öffentlich lesbarer Thread
Warum fühle ich mich immer noch klein, wenn ich Mama kurz besuche...
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll… Letzten Freitag war wieder so ein „nur kurz vorbei schauen“-Tag. Ich hatte erst meine Frühschicht, dann ein bisschen was essen wollen und dachte, ich mach bei Mama nur ne halbe Stunde. Aber wie immer hat sich das irgendwie in ein paar Stunden gezogen. Sie saß am Küchentisch, das Handy glotzte wie immer, und plötzlich fing sie an zu reden, als wäre ich ihr einziger Mensch im Raum. Ich hab versucht, das Gespräch kurz zu halten, weil ich ja sonst noch Hausaufgaben für meine kleine Schwester erledigen muss und dann noch ins Bett für die Nachtschicht.
Während ich ihr zuhörte, wurde mir klar, dass ich das immer wieder ertrage, obwohl es mich total auslaugt. Ich pack mich immer wieder zusammen, sage mir „das ist nur für nen Moment“, aber dann schlägt sich das Schuldgefühl wie ein dumpfer Schlag in die Brust. tbh, ich fühle mich manchmal wie ein Wegweiser, den keiner mehr braucht. Und jedes Mal, wenn ich dann endlich raus bin, sitzt das ganze Haus still, und ich frage mich, ob das hier überhaupt noch Sinn macht – oder ob ich nur noch die Last für alle trag’ und dann selber keinen Platz mehr hab.
Habt ihr das Gefühl, dass ihr euch immer wieder aufopfert und dann doch am Ende nur erschöpft seid? Wie schafft ihr es, euch selbst ein bisschen Raum zu geben, ohne dass ihr euch sofort schuldig fühlt? Ich würd gern hören, ob jemand einen kleinen Trick hat, um den Kreislauf zu durchbrechen. Danke.
