Öffentlich lesbarer Thread
Warum das nächtliche Gebet plötzlich so laut in meinem Kopf klingt?
Also ich sitz hier, es ist schn spät Dienstagabend und das Licht im Zimmer ist fast nur noch das vom Laptop. Heute war einer dieser Tage, wo die Panikattacke fast wieder anklopfte, obwohl ich jetzt schon 133 Tage clean bin – ein paar Monate, also. Ich hab versucht, mich mit meiner neuen Meditationsroutine zu beruhigen, aber irgendwie hat das Gebet plötzlich einen ganz anderen Klang bekommen.
Früher hab ich das Gebet immer nur als Pflicht gesehen, ein bisschen wie ein Zwang, den ich dann schnell hinter mich brachte. Seit ich wieder angefangen habe, bewusst zu beten, spür ich da eine Art Resonanz, fast wie ein Echo, das zurückschwingt, wenn ich tief durchatme. Und dann – plötzlich – kommt das Bild von meiner Kindheit in den Sinn, das alte Haus in Beirut, das Flüstern meiner Mutter, wenn sie "inshallah" sagt.
Ich frage mich jetzt, ob das eigentlich gut ist oder ob das meine Angst nur weiter anheizt. Ist das normal, dass so ein spiritueller Moment plötzlich so intensiv wird? Oder sollte ich lieber wieder mehr auf die reine Atemtechnik setzen und das Gebet einfach als Hintergrund laufen lassen?
Habt ihr das auch schon erlebt, dass ein Ritual plötzlich viel mehr Gewicht bekommt, als man erwartet? Und wie geht ihr damit um, wenn es zu viel wird? Ich will ja nicht, dass das Ganze wieder ein Trigger wird, aber gleichzeitig fühle ich mich irgendwie stärker, wenn ich das Gebet nicht einfach weglasse.
Vielleicht hilft mir ja eure Erfahrung, ein bisschen Klarheit zu finden 🙏😊.
