Öffentlich lesbarer Thread
Wie halte ich meine Kinder am Abend bei der Angst, dass Papa nicht kommt
Heute war wieder so ein Abend, an dem ich das Gefühl hatte, dass die Welt um mich herum plötzlich stillsteht, weil jeder Blick aus dem Flur nach meinem Mann sucht. Ich hab mich an den Küchentisch gesetzt, die Kinder hatten ihre Zeichnungen ausgebreitet und Karl hat diese kleine Frage gestellt, die jedes Mal wie ein Stich ins Herz geht: „Mama, warum kommt Papa nicht mehr?“ Ich habe die Antwort schon tausendmal geübt, doch jedes Mal klingt sie leer, als würde ich mir selbst etwas vormachen.
Ich habe versucht, einfach ehrlich zu bleiben – gesagt, dass er gerade in der Therapie ist und es nicht sicher ist, wann er wieder nach Hause kommt. Anna, meine 5‑jährige, hat dann ganz leise gefragt, ob er vielleicht im Traum ist. Ich habe ihr dann gesagt, dass manchmal Menschen im Kopf „schlafen“, aber das war das letzte, was ich sagen wollte. Ich merkte, wie das Herz von mir fast aus der Brust springen wollte.
Jetzt sitze ich mit einer Tasse Tee, das Licht ist gedimmt, und ich frage mich, wie ich diese Momente besser meistern kann, ohne dass die Kinder das Gefühl bekommen, etwas ist total kaputt. Habt ihr Tipps, wie man kindgerecht erklären kann, dass jemand in Behandlung ist, ohne dass es wie ein „Ende“ klingt? Oder vielleicht kleine Rituale, die wir abends machen können, um die Angst ein bisschen zu mildern? Ich fühle mich oft so hilflos, und jede Idee wäre ein kleiner Lichtblick. Danke.
