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Von 92annavor 6 Tagen💬 4❤️ 2
Wenn Cannabis die Loesung ist?
Ich sitze hier an meinem Schreibtisch und schaue auf die Schule, in der ich seit Jahren arbeite. Die letzten Wochen haben mich wieder mal sehr nachdenklich gemacht. Ich weiß, dass ich nicht der beste Lehrer bin, wenn es um Drogen geht. Ich habe mich entschieden, mehr über Cannabis zu erfahren, weil ich denke, dass ich mich besser darauf vorbereiten muss, wenn die Kids über Drogen sprechen. Und so bin ich mal wieder in der Schule, als ich den Jungen sehe, der gestern Abend im Klassenraum war. Ich meine, er sieht ganz normal aus, aber ich kenne ihn. Er hat letzte Woche wieder versucht, mich zu bespaßen, mit dem 'ich mach's nur mal zum Stress ab' Geschichtchen. Ich bin sicher, dass er sich nicht selbst auskannt. Aber ich will nicht dabei sein und ihn ausquetschen. Ich will, dass er merkt, dass es nicht okay ist, was er macht. Aber wie? Die ganzen Wochen und Monate, die ich ihn im Auge hatte, ich habe ihn nie direkt angesprochen. Hatte ich Angst vor einer Konfrontation? Ja, ich denke schon. Aber das geht nicht weiter. Ich muss handeln und ich muss mit jemandem sprechen. Koennt ihr mir helfen, wie ich ihn ansprechen sollte? Ich will ihm helfen, nicht ihn in die Defensive drängen oder ihn noch mehr in seine Sucht treiben. Ich will, dass er merkt, dass es besser geht. Kann das funktionieren?
4 Antworten
tageinsvor 6 Tagen
Ich weiß, was du meinst mit "Hatte ich Angst vor einer Konfrontation?". Ich hatte mich auch immer auf diese Frage beschäftigt, bevor ich mich selbst aus der Sucht befreit habe. Ich denke, es liegt daran, das man sich nicht sicher ist, wie der andere auf den Angriff reagiert, und Angst vor einer negativen Antwort oder Konsequenzen hat. Ich hatte auch Ängste, aber dann erinnerte ich mich an meine eigenen Erfahrungen - ich wäre gerne gesprochen worden, als ich noch in die Sucht rutschte, weil es mir dann besser ging 😊.
sabine85vor 3 Tagen
Das mit der Angst vor der Konfrontation hat mich echt getroffen, weil ich das fast jeden Tag spüre, wenn mein Mann wieder abends nicht nach Hause kommt. Ich sitz dann allein, die Kinder fragen “wo ist Papa?” und ich weiß nciht, wie ich das erklären soll, ohne dass sie Angst kriegen. @92anna, ich verstehe total, das du nicht sofort drauf losgehen willst – ich hab das gleiche bei meinem Mann erlebt, wenn ich versucht hab, das Thema direkt anzusprechen, ist er sofort in die Defensive gerutscht. @tageins, dein Hinweis, dass es wichtig ist, einfach mal zuzuhören, hat mir bei meinem letzten Gespräch geholfen, weil ich ihm erst gezeigt hab, dass ich da bin, ohne zu werten. Vielleicht könnt ihr ja auch mal einen ruhigen Moment wählen, wo er nicht gerade “high” ist, und einfach sagen: “Ich mache mir Sorgen, weil ich dich vermisse.” Das klingt banal, aber für mich war das ein kleiner Schritt aus der Angst heraus. lol – ich weiß, das ist keine fertige Lösung, aber vielleicht ein Ansatz, der nicht gleich die Mauern hochziehen lässt. ❤️
92annavor 3 Tagen
Ich denke, es ist wichtig, dass wir nicht direkt angreifen, sondern einfach mal zuzuhoeren. @tageins hast du neulich geschrieben, dass du dich auch auf diese Frage beschäftigt hast, bevor du dich selbst aus der Sucht befreit hast. Ich denke, mh weil wir uns nicht sicher sind, wie der andere reagiert. Die Angst vor einer negativen Antwort oder Konsequenzen ist gross. Ich hab das auch erlebt, als ich meinen Sohn Max ansprechen wollte. Ich hab mich gefragt, ob ich ihn in die Defensive drängen wuerde, aber dann hab ich mich entschieden, einfach mal zu sprechen und ihn zu fragen, wie es ihm geht. Es war ein kleiner Schritt, aber ich denke, es war ein wichtiger. Ich werde auch mal einen ruhigen Moment wählen, wie @sabine85 vorgeschlagen hat, und einfach sagen: "Ich mache mir Sorgen, weil ich dich vermisse." Das klingt vielleicht banal, aber ich denke, es ist ein guter Ansatz, um die Mauern nicht gleich hochziehen zu lassen.
tageinsvor 3 Tagen
@92anna, die Anngst vor der Konfrontation war mir echt. Ich hab das auch erlebt, wenn ich mit dem Jungen über die Drogen redete – er hat sich sofort abgedreht, naja. Ich hab dann erstmal nur „Hey, wie geht’s?“ gesagt, kein Urteil. Dann hat er sich aufgelöst und wir konnten reden. Man muss die Mauern sanft runterkratzen, nicht direkt anstoßen.
nachtrag: lese das grad noch mal, steh dazu.
Beitrag
Von 92anna · · 4 Antworten · 2 Reaktionen
Wenn Cannabis die Loesung ist?
Ich sitze hier an meinem Schreibtisch und schaue auf die Schule, in der ich seit Jahren arbeite. Die letzten Wochen haben mich wieder mal sehr nachdenklich gemacht. Ich weiß, dass ich nicht der beste Lehrer bin, wenn es um Drogen geht. Ich habe mich entschieden, mehr über Cannabis zu erfahren, weil ich denke, dass ich mich besser darauf vorbereiten muss, wenn die Kids über Drogen sprechen. Und so bin ich mal wieder in der Schule, als ich den Jungen sehe, der gestern Abend im Klassenraum war. Ich meine, er sieht ganz normal aus, aber ich kenne ihn. Er hat letzte Woche wieder versucht, mich zu bespaßen, mit dem 'ich mach's nur mal zum Stress ab' Geschichtchen. Ich bin sicher, dass er sich nicht selbst auskannt. Aber ich will nicht dabei sein und ihn ausquetschen. Ich will, dass er merkt, dass es nicht okay ist, was er macht. Aber wie? Die ganzen Wochen und Monate, die ich ihn im Auge hatte, ich habe ihn nie direkt angesprochen. Hatte ich Angst vor einer Konfrontation? Ja, ich denke schon. Aber das geht nicht weiter. Ich muss handeln und ich muss mit jemandem sprechen. Koennt ihr mir helfen, wie ich ihn ansprechen sollte? Ich will ihm helfen, nicht ihn in die Defensive drängen oder ihn noch mehr in seine Sucht treiben. Ich will, dass er merkt, dass es besser geht. Kann das funktionieren?
4 Antworten
tageins ·
Ich weiß, was du meinst mit "Hatte ich Angst vor einer Konfrontation?". Ich hatte mich auch immer auf diese Frage beschäftigt, bevor ich mich selbst aus der Sucht befreit habe. Ich denke, es liegt daran, das man sich nicht sicher ist, wie der andere auf den Angriff reagiert, und Angst vor einer negativen Antwort oder Konsequenzen hat. Ich hatte auch Ängste, aber dann erinnerte ich mich an meine eigenen Erfahrungen - ich wäre gerne gesprochen worden, als ich noch in die Sucht rutschte, weil es mir dann besser ging 😊.
sabine85 ·
Das mit der Angst vor der Konfrontation hat mich echt getroffen, weil ich das fast jeden Tag spüre, wenn mein Mann wieder abends nicht nach Hause kommt. Ich sitz dann allein, die Kinder fragen “wo ist Papa?” und ich weiß nciht, wie ich das erklären soll, ohne dass sie Angst kriegen. @92anna, ich verstehe total, das du nicht sofort drauf losgehen willst – ich hab das gleiche bei meinem Mann erlebt, wenn ich versucht hab, das Thema direkt anzusprechen, ist er sofort in die Defensive gerutscht. @tageins, dein Hinweis, dass es wichtig ist, einfach mal zuzuhören, hat mir bei meinem letzten Gespräch geholfen, weil ich ihm erst gezeigt hab, dass ich da bin, ohne zu werten. Vielleicht könnt ihr ja auch mal einen ruhigen Moment wählen, wo er nicht gerade “high” ist, und einfach sagen: “Ich mache mir Sorgen, weil ich dich vermisse.” Das klingt banal, aber für mich war das ein kleiner Schritt aus der Angst heraus. lol – ich weiß, das ist keine fertige Lösung, aber vielleicht ein Ansatz, der nicht gleich die Mauern hochziehen lässt. ❤️
92anna ·
Ich denke, es ist wichtig, dass wir nicht direkt angreifen, sondern einfach mal zuzuhoeren. @tageins hast du neulich geschrieben, dass du dich auch auf diese Frage beschäftigt hast, bevor du dich selbst aus der Sucht befreit hast. Ich denke, mh weil wir uns nicht sicher sind, wie der andere reagiert. Die Angst vor einer negativen Antwort oder Konsequenzen ist gross. Ich hab das auch erlebt, als ich meinen Sohn Max ansprechen wollte. Ich hab mich gefragt, ob ich ihn in die Defensive drängen wuerde, aber dann hab ich mich entschieden, einfach mal zu sprechen und ihn zu fragen, wie es ihm geht. Es war ein kleiner Schritt, aber ich denke, es war ein wichtiger. Ich werde auch mal einen ruhigen Moment wählen, wie @sabine85 vorgeschlagen hat, und einfach sagen: "Ich mache mir Sorgen, weil ich dich vermisse." Das klingt vielleicht banal, aber ich denke, es ist ein guter Ansatz, um die Mauern nicht gleich hochziehen zu lassen.
tageins ·
@92anna, die Anngst vor der Konfrontation war mir echt. Ich hab das auch erlebt, wenn ich mit dem Jungen über die Drogen redete – er hat sich sofort abgedreht, naja. Ich hab dann erstmal nur „Hey, wie geht’s?“ gesagt, kein Urteil. Dann hat er sich aufgelöst und wir konnten reden. Man muss die Mauern sanft runterkratzen, nicht direkt anstoßen.
nachtrag: lese das grad noch mal, steh dazu.