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Funktionsdroge oder Abhängigkeit – wo ziehst du die Grenze?

Also, ich muss echt mal raus, dass ich seit vier Monaten clean bin und das irgendwie ein bisschen seltsam ist, weil ich immer noch in der Gastro‑Szene arbeite. Ich habe das Gefühl, dass die Leute hier oft denken, Kokain sei nur ein Funktionsmittel – man kann damit länger durchhalten, schneller arbeiten, die Stimmung anheben. Ich hab das selbst erlebt, als ich als Barkeeperin angefangen hab. In den ersten Wochen war es fast wie ein „Kraftstoff“: Ich hatte das Gefühl, ich könnte die Party am Laufen halten, die Gäste waren happy, ich fühlte mich auch noch. Und dann kam der Druck, die Gäste zu bedienen, die Tische zu leeren, die Drinks zu mixen, die Stimmung zu halten. Ich hab das immer mit „nur ein bisschen“ begonnen, dann 3‑5 Gramm am Tag. Und dann kamen die Benzos, um abzuschalten. Jetzt frage ich mich, wann war der Moment, als das nicht mehr „nur ein Funktionsmittel“ war? Ich habe das Gefühl, es war ein schleichender Prozess. Ich hatte Herzrhythmusstörungen, war zur Kardiologie und habe endlich die Stationäre Therapie durchgezogen. Da wurde mir klar, dass ich nicht mehr die Kontrolle hatte. Wer hat das Gefühl, dass ihre Arbeit die Abhängigkeit fördert? Hat jemand hier das gleiche erlebt, wo die Arbeit „Funktionsdroge“ genannt wird, aber am Ende die Kontrolle verliert? Ich würde gern hören, wie ihr das gesehen habt. Und tbh, wie geht ihr heute damit um, dass ihr immer noch in der Branche seid? Ich hab das Gefühl, ich muss ständig die Balance halten. Danke fürs Zuhören!

7 Antworten

kopfkino vor 4 Tagen
Also, ich muss echt mal raus, dass ich seit 9 Monaten clean bin – das fühlt sich an wie ein kleiner Widerspruch, weil ich immer noch in der Gastro‑Szene arbeite. Ich war früher wie du, @sabrina_koks, ein bisschen „Kraftstoff“ für die Arbeit. Die Drinks flossen, die Gäste flogen, und plötzlich war der Keks nicht mehr nur ein Funktionsmittel, sondern ein Keks, den ich nicht mehr auslassen konnte. Ich hab das gleiche „step by step“ Problem erlebt: Zuerst ein bisschen, dann immer mehr, bis ich das Gefühl hatte, die Kontrolle zu verlieren. Was ich jetzt mache, ist mir bewusst zu machen, dass die Branche ein ständiger Reminder ist. Ich versuche, meine Auftritte zu planen, mir Pausen zu gönnen und den Fokus auf das zu legen, was ich eigentlich will – nicht nur auf die Drinks, die ich mixen muss. So gesehen, wenn man noch in der Brnache bleibt, muss man die Balance immer wieder neu definieren. tbh.
Lukas vor 4 Tagen
Ich versteh das Gefühl, das du beschreibst, @sabrina_koks, genau. Als ich in der Szene war, fuehlte ich mich auch wie ein "Kraftstoff" fuer meine Arbeit, aber ich wusste nie, wann ich die Grenze ueberschritten hatte. Ich denke, ich muss mich noch mal an meine eigene Geschichte erinnern: Als ich in eine prekaere Situation geschlagen war, war ich zuerst auf Speed, dann auf Benzodiazepine gefallen. Die Arbeit in der Informatik war für mich der perfekte Anlass, mich zu "entspannen" – mit einem Cognac nach dem anderen, und mit dem nächsten Cognac, dann mit dem naechsten, bis ich gar nichts mehr von mir selbst wusste. Ich muss sagen, dass ich auch noch immer die Gastro-Szene verstehe – es ist so leicht, sich in den Ablauf zu integrieren, und vor allem, wenn man so viel zu tun hat, dass man nicht mehr Zeit für andere Dinge hat. Aber ich denke, der Moment, an dem ich wusste, dass ich nicht mehr in der Hand war, war, als ich mich fuer meine Stationäre Therapie entschied.
sabrina_koks vor 4 Tagen
Es ist ein bisschen seltsam, wie wir uns hier alle zitieren, dass wir "seid x Monaten clean sind" oder "immer noch in der Gastro-Szene arbeiten". Ich hab das Gefühl, ich bin nicht mehr die Einzige, die sich so fühlt. @kopfkino, dein Post war genau das, was ich lesen wollte - jemand, der durch den gleichen Prozess gegangen ist. Ich hab auch das "step by step"-Problem erlebt, von "ein bisschen" zu immer mehr. Ich fand immer den perfekten Moment, um es mir selbst zu sagen: "Ach, nur noch ein bisschen mehr, und ich bin fertig." Aber das war ein Scherz, natürlich. Ich bin mir bewusst, dass die Branche ein ständiger Reminder ist, wie @kopfkino sagte. Ich muss mich jeden Tag fragen, warum ich überhaupt noch hier arbeite. Aber ehrlich gesagt, hab ich noch keine Antwort darauf. Vielleicht ist es genau das, was @kopfkino meinte: die Balance zu halten. Ich bin gerade dabei, meine Arbeit zu planen, mich Pausen zu gönnen und mich auf das zu konzentrieren, was ich wirklich will. Und ich denke, das ist der erste Schritt, um die Kontrolle wiederzubekommen.
kopfkino vor 4 Tagen
Also, ich muss sagen, ich bin total beeindruckt von euren Geschichten. @sabrina_koks, ich kann mich absolut in deine Situation hineinversetzen. Ich habe auch das Gefühl, dass meine Arbeit immer noch ein ständiger Reminder ist, dass ich aufpassen muss. Ich hab ein paar Monate Pause von Tinder gemacht und jetzt, da ich wieder aktiv bin, ist es echt schwierig, den Fokus nicht auf die Drinks zu legen. Aber ich denk, das ist so gesehen Teil meines Lernprozesses. Ich versuche, mich zu erinnern, warum ich eigentlich in der Gastro-Szene bin, und was ich wirklich will – nämlich ein bisschen Selbstbestimmung. @Lukas, ich bin froh, dass du deine eigenen Erfahrungen teilst. Es ist wirklich wichtig, dass wir uns unterhalten und unsere Geschichten teilen. Wer weiß, vielleicht gibt jemand einen Tip oder eine Empfehlung, wie wir unsere Balance halten können. Ich denk, das ist so ziemlich der erste Schritt, um die Kontrolle wiederzubekommen.
Lukas vor 4 Tagen
Es ist so interessant, wie wir uns alle hier austauschen. @kopfkino, ich bin auch beeindruckt von euren Geschichten. Ich denke, ich muss mich noch mal an meine eigene Situation erinnern. Als ich in der Informatikbranche gearbeitet habe, fuehlte ich mich auch wie ein "Kraftstoff" fuer meine Arbeit. Ich denke, der Moment, an dem ich wusste, dass ich nicht mehr in der Hand war, war, als ich mich entschied, in die Stationaere Therapie zu gehen. Aber ich denke, der Schluessel ist tatsaechlich, wie @kopfkino es ausgedrueckt hat: die Balance zu halten. Ich musste mir immer wieder erinnern, warum ich eigentlich im Informatikberuf war und was ich wirklich will – naemlich ein bisschen Selbstbestimmung. Und ich denke, das ist der wichtigste Schritt, um die Controle wiederzuerlangen.
kopfkino vor 4 Tagen
ich verstehe jetzt besser, was @sabrina_koks meint mit dem "Funktionsmittel". Also, ich war auch in einer Situation, in der ich mich wie ein "Kraftstoff" für meine Arbeit fühlte. In der Gastro-Szene ist es manchmal so, dass man glaubt, man kann nicht ohne das Zeug funktionieren. Aber genau das ist es: ein Zeug, das man nicht mehr auslassen kann. Ich denke, @Lukas hat absolut recht, dass es ein schleichender Prozess ist, in dem man sich immer mehr an das Zeug gewöhnt. Aber ich denke, der Moment, an dem man weiß, dass man die Kontrolle verloren hat, ist nicht der einzige, an dem man sich entscheidet, was man tut. Es ist auch der Zeitpunkt, an dem man sich selbst fragt, warum man überhaupt noch in der Branche arbeitet. Für mich war das der Moment, an dem ich mich entschied, meine Arbeit neu zu planen und mich auf das zu konzentrieren, was ich wirklich will. Es ist nicht immer einfach, die Balance zu halten, aber es ist der erste Schritt, um die Kontrolle wiederzubekommen. Und ich denke, @sabrina_koks ist auf dem richtigen Weg, als sie sagt, dass sie jeden Tag darüber nachdenkt, warum sie noch hier arbeitet. Ich hoffe, ich bin nicht zu negativ, aber ich denke, das ist der erste Schritt, um herauszufinden, was man wirklich will. edit: handy-tastatur nervt grad, hoffe man versteht was ich meine
sabrina_koks vor 4 Tagen
Ich muss sagen, ich bin so froh, dass wir uns alle hier austauschen können. @kopfkino, dein Post war genau das, was ich lesen wollte - jemand, der durch den gleichen Prozess gegangen ist. Ich muss mich jeden Tag fragen, warum ich überhaupt noch hier arbeite. Aber ehrlich gesagt, hab ich noch keine Antwort darauf. Aber ich denke, das ist okay. Vielleicht ist es genau das, was @kopfkino meinte: die Balance zu halten. Also, ich habe mich entschieden, meine Arbeit neu zu planen und mich auf das zu konzentrieren, was ich wirklich will. Ich muss mich jeden Tag erinnern, wrum ich eigentlich in der Gastro-Szene bin, und was ich wirklich will – nämlich ein bisschen Selbstbestimmung. Und ich denke, das ist der wichtigste Schritt, um die Kontrolle wiederzuerlangen. @Lukas, ich bin auch beeindruckt von deiner Geschichte und ich denke, hast recht, dass es ein schleichender Prozess ist, in dem man sich immer mehr an das Zeug gewöhnt. Aber ich denke, der Moment, an dem man weiß, dass man die Kontrolle verloren hat, ist nicht der einzige, an dem man sich entscheidet, was man tut. Es ist auch der Zeitpunkt, an dem man sich selbst fragt, warum man überhaupt noch in der Branche arbeitet. Edit: bin grad emotional, falls das komisch rüberkommt
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