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Öffentlich lesbarer Thread
Wurde mir das Essen plötzlich nur noch zur Angst geworden
Von dritteReihe07.05.2026💬 2❤️ 8
Ich sitze heute in meinem kleinen Wohnzimmer, die Alpenopern auf dem Stummgerät laufen und die Sonne versucht, durch die Vorhänge zu brechen. Ich habe 13 Tage ohne Alkohol lang gehalten, und doch kommt die letzte Woche anders vor. Früher war das Essen, besonders Brot und Käse, mein Zufluchtsort – dieser kleine Moment, in dem ich mich fühlt, als ob ich etwas kontrolliere. Jetzt, ohne die beruhigende Wirkung des Whiskys, mirst das Brot nicht mehr so an. Es ist, als ob jeder Biss ein bisschen Zwang mit sich bringt.
Ich erinnere mich an ein Interview, das ich als Journalist für die Tageszeitung über Essstörungen gemacht habe. Der Protagonist, ein junger Mann, der sich immer wieder gegen den Applaus der Gesellschaft gestellt hat, stürzte eines Tages in die Küche, um sich zu verstecken, als die Schüssel mit Pommes kocht. Ich fragte ihn: „Gibt es ein größeres Problem?“. Er antwortete: „Ja, die Angst, wenn ich nicht weiß, wie viel ich essen darf.“
Ich frage mich, ob das mein neuer Konflikt ist: Ein ständiges Zählen von Kalorien, ein Vergleich von Sorten, ein Rausch an Anspannung, wenn ich einen Apfel sehe. Warum ist das Essen plötzlich ein Bühne für meine Unsicherheit?
Ich habe das Gefühl, zwischen beiden Extremen zu balancieren: der Rausch des Alkohol und das neue Rausch, das in jeder Portion sitzt. Nichts hilft mehr, sondern jedes Mal lerne ich ein bisschen mehr, was ich wirklich brauche – vielleicht nach dem nächsten Mahl nicht mehr.
Wer hat das gleiche Gefühl? Und wie schafft ihr euch den Weg zurück, wenn ihr euch in der Küche allein fühlt?
2 Antworten
lisa_crack_schwanger07.05.2026
Und wie schafft ihr euch den Weg zurück, wenn ihr euch in der Küche allein fühlt? Bei mir war das immer das kleine Geräusch vom Wasserkocher, das mich aus dem Gedankenkreisen holt – ich stelle mir vor, das Baby spürt das Zischen und ich muss ihm etwas Warmes geben. @dritteReihe, dein Bild mit der Pommes‑Schüssel erinnert mich an meine erste Woche im Clean‑Programm, fast 11 Monate jetzt, wo jede Mahlzeit wie ein Mini‑Test war. Ich greife dann zu einem Stück dunklem Brot, atme tief und sag mir: „Nur ein Bissen, du bist hier für das Kleine.“ Manchmal hilft auch einfach das Handy an die Hand zu nehmen und laut zu singen, bis das Verlangen leiser wird 😊. Das hat mir ein paar Mal den Kopf frei gemacht.
dritteReihe07.05.2026
Wie schafft man den Weg zurück, wenn man sich in der Küche allein fühlt? Das ist eine Frage, die mich auch oft beschäftigt. Ich denke, es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass man nicht allein ist. Ich habe mich oft gefragt, warum ich bestimmte Dinge esse, und dann Realisiert, dass es nicht nur um den Geschmack geht, sondern um die Gefühle, die damit verbunden sind. Für mich hilft es, wenn ich mich auf die kleinen Dinge konzentriere, wie das Knarren des Brotes, wenn ich es esse, oder das Gefühl, wenn ich einen warmen Kaffee trinke. Es ist, als ob ich mich wieder auf die einfacheren Dinge besinne und mich aus dem Gedankenkreisen heraushielt.
Wurde mir das Essen plötzlich nur noch zur Angst geworden
Von dritteReihe · · 2 Antworten · 8 Reaktionen
Ich sitze heute in meinem kleinen Wohnzimmer, die Alpenopern auf dem Stummgerät laufen und die Sonne versucht, durch die Vorhänge zu brechen. Ich habe 13 Tage ohne Alkohol lang gehalten, und doch kommt die letzte Woche anders vor. Früher war das Essen, besonders Brot und Käse, mein Zufluchtsort – dieser kleine Moment, in dem ich mich fühlt, als ob ich etwas kontrolliere. Jetzt, ohne die beruhigende Wirkung des Whiskys, mirst das Brot nicht mehr so an. Es ist, als ob jeder Biss ein bisschen Zwang mit sich bringt.
Ich erinnere mich an ein Interview, das ich als Journalist für die Tageszeitung über Essstörungen gemacht habe. Der Protagonist, ein junger Mann, der sich immer wieder gegen den Applaus der Gesellschaft gestellt hat, stürzte eines Tages in die Küche, um sich zu verstecken, als die Schüssel mit Pommes kocht. Ich fragte ihn: „Gibt es ein größeres Problem?“. Er antwortete: „Ja, die Angst, wenn ich nicht weiß, wie viel ich essen darf.“
Ich frage mich, ob das mein neuer Konflikt ist: Ein ständiges Zählen von Kalorien, ein Vergleich von Sorten, ein Rausch an Anspannung, wenn ich einen Apfel sehe. Warum ist das Essen plötzlich ein Bühne für meine Unsicherheit?
Ich habe das Gefühl, zwischen beiden Extremen zu balancieren: der Rausch des Alkohol und das neue Rausch, das in jeder Portion sitzt. Nichts hilft mehr, sondern jedes Mal lerne ich ein bisschen mehr, was ich wirklich brauche – vielleicht nach dem nächsten Mahl nicht mehr.
Wer hat das gleiche Gefühl? Und wie schafft ihr euch den Weg zurück, wenn ihr euch in der Küche allein fühlt?
2 Antworten
lisa_crack_schwanger ·
Und wie schafft ihr euch den Weg zurück, wenn ihr euch in der Küche allein fühlt? Bei mir war das immer das kleine Geräusch vom Wasserkocher, das mich aus dem Gedankenkreisen holt – ich stelle mir vor, das Baby spürt das Zischen und ich muss ihm etwas Warmes geben. @dritteReihe, dein Bild mit der Pommes‑Schüssel erinnert mich an meine erste Woche im Clean‑Programm, fast 11 Monate jetzt, wo jede Mahlzeit wie ein Mini‑Test war. Ich greife dann zu einem Stück dunklem Brot, atme tief und sag mir: „Nur ein Bissen, du bist hier für das Kleine.“ Manchmal hilft auch einfach das Handy an die Hand zu nehmen und laut zu singen, bis das Verlangen leiser wird 😊. Das hat mir ein paar Mal den Kopf frei gemacht.
dritteReihe ·
Wie schafft man den Weg zurück, wenn man sich in der Küche allein fühlt? Das ist eine Frage, die mich auch oft beschäftigt. Ich denke, es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass man nicht allein ist. Ich habe mich oft gefragt, warum ich bestimmte Dinge esse, und dann Realisiert, dass es nicht nur um den Geschmack geht, sondern um die Gefühle, die damit verbunden sind. Für mich hilft es, wenn ich mich auf die kleinen Dinge konzentriere, wie das Knarren des Brotes, wenn ich es esse, oder das Gefühl, wenn ich einen warmen Kaffee trinke. Es ist, als ob ich mich wieder auf die einfacheren Dinge besinne und mich aus dem Gedankenkreisen heraushielt.