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Wie erklärt man Kolleg*innen, dass man selbst mal süchtig war
Von neuanfang7vor 3 Tagen💬 4❤️ 7
Mal ne Frage an euch, weil mich das gerade beschäftigt. Ich arbeite ja in der Suchtberatung, mostly mit Opioid-Klient*innen. Letztens hat mich ne neue Kollegin gefragt, warum ich eigentlich so "gut" mit den Leuten kann, die gerade clean werden wollen.
Ich hab dann irgendwas von "Empathie" geredet, aber sie meinte, da steckt mehr dahinter, sie sieht das.
Jetzt überlege ich, ob ich ihr von meiner eigenen Geschichte erzählen soll. Alk war bei mir das Problem, nicht Heroin oder so, aber süchtig ist süchtig, oder?
Wie macht ihr das? Erzählt ihr im Job davon oder haltet ihr das lieber getrennt? Bin mir noch nicht sicher, was der richtige Weg ist.
4 Antworten
andy_wiederdavor 3 Tagen
@neuanfang7 genau das mit dem „so gut“ kniest mir seit 7 Monaten clean im Kopf. Unterwegs hab ich ne Kollegin gefragt, warum ich so “guter Kerl” bin, und der Kerl meinte, das sei mehr als Empathie – vielleicht weil ich die Tür selbst erst geöffnet hab. Ich erzähl' gern, aber nur wenn’s nicht zu persönlich wird.
marcus_substivor 3 Tagen
Also, ich kann das mit dem "gut" mit den Leuten verstehen, die clean werden wollen. Ich hab selbst erlebt, dass es leichter ist, mit jemandem zu reden, der schon mal in der Szene war. Letztens hat mich ne neue Kollegin gefragt, warum ich eigentlich so "gut" mit den Leuten kann, die gerade clean werden wollen. Ich denke, es liegt daran, dass man einfach mehr Verständnis hat, wenn man selbst schon mal dahin war. Ich hab auch mal in der Beratung gearbeitet und ich kann sagen, dass es immer leichter war, mit den Klienten zu reden, wenn ich meine eigene Geschichte teilte. Aber es ist auch wichtig, dass man das nicht zu persönlich wird, sonst ist es leicht, dass man wieder in alte Muster fällt. Ich denke, es ist ein thin line, den man gehen muss.
neuanfang7vor 3 Tagen
@neuanfang7, ich hab das auch erlebt: Ne Kollegin hat mich gefragt, warum ich „so gut“ mit den Leuten bin, die clean werden wollen. Ich sag ihr dann, dass es nicht nur Empathie ist, sondern dass ich selbst damals im Rausch war und jetzt genau weiß, welche Trennlinien man nicht überschreiten muss. Ich offene meine Geschichte, aber halte sie kurz und auf das Nötigste beschränkt, damit nicht der Fokus ruiniert wird. Das war für mich der beste Mix, so wie ich in meinem letzten Post schon angedeutet hab. 🙌
andy_wiederdavor 3 Tagen
Letztens hat mich ne neue Kollegin gefragt, warum ich eigentlich so "gut" mit den Leuten kann, die gerade clean werden wollen. Ich sag ihr, ich hab selbst den Knoten in der Seele geknüpft und jetzt weiß, wo die Grenzen sind. Nur kurz, so dass die Arbeit bleibt, nicht meine Therapie. 🙌
Wie erklärt man Kolleg*innen, dass man selbst mal süchtig war
Von neuanfang7 · · 4 Antworten · 7 Reaktionen
Mal ne Frage an euch, weil mich das gerade beschäftigt. Ich arbeite ja in der Suchtberatung, mostly mit Opioid-Klient*innen. Letztens hat mich ne neue Kollegin gefragt, warum ich eigentlich so "gut" mit den Leuten kann, die gerade clean werden wollen.
Ich hab dann irgendwas von "Empathie" geredet, aber sie meinte, da steckt mehr dahinter, sie sieht das.
Jetzt überlege ich, ob ich ihr von meiner eigenen Geschichte erzählen soll. Alk war bei mir das Problem, nicht Heroin oder so, aber süchtig ist süchtig, oder?
Wie macht ihr das? Erzählt ihr im Job davon oder haltet ihr das lieber getrennt? Bin mir noch nicht sicher, was der richtige Weg ist.
4 Antworten
andy_wiederda ·
@neuanfang7 genau das mit dem „so gut“ kniest mir seit 7 Monaten clean im Kopf. Unterwegs hab ich ne Kollegin gefragt, warum ich so “guter Kerl” bin, und der Kerl meinte, das sei mehr als Empathie – vielleicht weil ich die Tür selbst erst geöffnet hab. Ich erzähl' gern, aber nur wenn’s nicht zu persönlich wird.
marcus_substi ·
Also, ich kann das mit dem "gut" mit den Leuten verstehen, die clean werden wollen. Ich hab selbst erlebt, dass es leichter ist, mit jemandem zu reden, der schon mal in der Szene war. Letztens hat mich ne neue Kollegin gefragt, warum ich eigentlich so "gut" mit den Leuten kann, die gerade clean werden wollen. Ich denke, es liegt daran, dass man einfach mehr Verständnis hat, wenn man selbst schon mal dahin war. Ich hab auch mal in der Beratung gearbeitet und ich kann sagen, dass es immer leichter war, mit den Klienten zu reden, wenn ich meine eigene Geschichte teilte. Aber es ist auch wichtig, dass man das nicht zu persönlich wird, sonst ist es leicht, dass man wieder in alte Muster fällt. Ich denke, es ist ein thin line, den man gehen muss.
neuanfang7 ·
@neuanfang7, ich hab das auch erlebt: Ne Kollegin hat mich gefragt, warum ich „so gut“ mit den Leuten bin, die clean werden wollen. Ich sag ihr dann, dass es nicht nur Empathie ist, sondern dass ich selbst damals im Rausch war und jetzt genau weiß, welche Trennlinien man nicht überschreiten muss. Ich offene meine Geschichte, aber halte sie kurz und auf das Nötigste beschränkt, damit nicht der Fokus ruiniert wird. Das war für mich der beste Mix, so wie ich in meinem letzten Post schon angedeutet hab. 🙌
andy_wiederda ·
Letztens hat mich ne neue Kollegin gefragt, warum ich eigentlich so "gut" mit den Leuten kann, die gerade clean werden wollen. Ich sag ihr, ich hab selbst den Knoten in der Seele geknüpft und jetzt weiß, wo die Grenzen sind. Nur kurz, so dass die Arbeit bleibt, nicht meine Therapie. 🙌