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Wie ich mich durch den Sonntag quäle
Also, ich sitz hier in meiner Einrichtung, es ist Sonntag und ich hab keine Ahnung, wie ich den Tag überstehen soll. Draußen ist es hell und die Leute gehen spazieren oder machen BBQ mit Freunden... ich halt's nicht aus. Ich bin seid 5 Monaten clean und das ist echt krass, aber manchmal fühlt es sich an, als ob ich nur durch die Tage schleppe. Heute Morgen hab ich mich hingesetzt und Kaffee getrunken, wie ich es immer mache, wenn ich clean bin. Aber heute war's irgendwie anders. Ich hab an all die Sonntage denkt, an denen ich auf'm Steindamm stand und nur an den nächsten Schuss dacht. Und jetzt sitz ich hier und denk an all die Sachen, die ich noch nie gemacht hab, weil ich immer nur high war. Ich will nicht mehr so leben, aber es ist schwer, wenn man nicht mehr high ist und plötzlich all die Dinge sieht, die man verpasst hat. Ich frage mich, ob andere auch so fühlen, wenn sie clean sind. Kommt das jemals vorbei, oder muss man immer damit rechnen, dass die Vergangenheit einen einholt? Ich kenn mich mit so was nicht aus, weil ich bisher immer nur versucht hab, den nächsten Tag zu überstehen. Aber jetzt, wo ich ein paar Monate clean bin, will ich wissen, ob es möglich ist, ein normales Leben zu führen, ohne dass die Sucht einen immer wieder einholt. Kenn jemand eine Antwort darauf? Oder ist das einfach nur so, wie es ist? Ich bin halt einfach nur müde und will nicht mehr so leben...
