Öffentlich lesbarer Thread
Warum fühlt sich mein Haus jetzt leer an, obwohl es nur ein paar Zimmer hat?
Ich hab gestern den letzten Keks aus dem Backtopf gegessen, weil ich dachte, das wäre der einzige Beweis, dass ich jetzt „frei“ von der Verantwortung bin. Und doch fühlt sich das Ganze immer noch an wie ein leeres Echo.
Ich hab immer die Küche geräumt, die Schüsseln gewaschen, die Wäsche gefaltet, während meine Mutter in ihrem Zimmer immer noch das Glas mit dem letzten Tropfen trank. Ich hab gelernt, die Gerüche zu ignorieren, die nicht nach Kaffee, sondern nach Alkohol riechen. Als ich jetzt in meinem eigenen Zimmer sitze, ist da nichts mehr zu riechen – nur die Erinnerung, dass ich nicht mehr dort sein muss. Aber die Schuld? Die sitzt immer noch in mir.
Ich frage mich, ob das der Grund ist, warum ich manchmal morgens um 6 Uhr aufwache und mich frage, ob ich die ganze Nacht an die Uhr geklotzt habe, weil ich wollte, dass mein Vater nicht alleine mit seiner Leere bleibt. Ich hab das Gefühl, dass ich nie wirklich auf mich selbst geachtet habe, weil ich immer nur die andere Person im Blick hatte.
Jetzt, wo ich aus Magdeburg ausgezogen bin, muss ich mich selbst wieder aufbauen. Und ich muss mich fragen: Wie kann ich mir erlauben, ein bisschen Fürsorge für mich selbst zu bekommen, ohne mich dafür zu schämen?
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie schafft ihr es, euch selbst zu priorisieren, ohne dabei das Gefühl zu verlieren, immer noch für die andere da zu sein?
