Öffentlich lesbarer Thread
Vier Tage trocken – was bleibt, wenn der Whisky schweigt?
Seit 4 Tagen habe ich keinen Schluck mehr aus der Flasche genommen. Die Uhr tickt, das Haus ist still, und ich sitz hier am Küchentisch, die Zeitung liegt halb offen, der Kaffee schmeckt irgendwie… anders. Ich fühl mich ein bisschen wie ein Reporter, der plötzlich ein leeres Notizbuch vor sich hat – alles, was sonst in den Zeilen stand, ist plötzlich weg.
Früher war der Whisky mein ständiger Begleiter, fast wie ein Kollege, der immer dabei war, wenn ich eine Story schreiben musste. Jetzt, wo er fehlt, frage ich mich: Was bleibt von dem, was ich als „mein Leben“ kannte? Die Erinnerungen flackern wie alte Filmaufnahmen, manche klar, andere verschwommen. Ich habe in meinem letzten Post erzählt, dass das Herz schneller schlägt, wenn die Flasche leer ist. Heute merke ich, dass nicht nur das Herz, sondern auch die Gedanken langsamer werden – fast so, als würde ich zum ersten Mal wieder richtig hören, was um mich rum passiert.
Ich frage mich, ob andere von euch das ähnliche Gefühl kennen, wenn der Alltag plötzlich ohne das alte „Hilfsmittel“ weiterläuft. Wie findet ihr eure Stimme, wenn das alte Echo verstummt? Gibt es Momente, in denen ihr euch fragt, ob das, was ihr erlebt habt, echt war oder nur vom Alkohol gefärbt?
Ich bin neugierig auf eure Geschichten, eure Zweifel, eure kleinen Siege. Vielleicht hilft es, die Leere mit neuen Fragen zu füllen. Danke, dass ihr zuhört. 😊
