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Der Kaffee am Morgen... alles ist so anders jetzt
Ich sitz hier und trink meinen Kaffee. Draußen ist es hell, Vögel zwitschern oder so. Echt krass, wie sich das anfühlt, wenn man jeden Morgen aufwacht und nicht sofort an den nächsten Schuss denkt. Seit so 4 Monate ist das jetzt so, aber es ist immer noch jeden Tag irgendwie neu.
Früher war Kaffee nur was, um den Rausch besser zu überstehen, oder um nach der Nacht wieder klarzukommen für die nächste Runde. Jetzt ist das... naja, einfach ein Kaffee. Ich muss nicht mehr panisch raus, bevor die Sonne richtig aufgeht, um an mein Zeug zu kommen. Hab ein festes Zimmer hier in der Einrichtung, ein Dach überm Kopf. Das ist so viel wert, ich kann's kaum in Worte fassen.
Aber manchmal, da kommt dann doch so ein komisches Gefühl hoch. So eine Leere. Ich hab ja jetzt viel mehr Zeit. Und weiß nicht immer, was ich damit anfangen soll. Bin dann so rumgelaufen, hab den Leuten hier zugeschaut, wie sie ihren Alltag haben. Manche gehen zur Arbeit, andere machen irgendwelche Kurse. Ich hab mir gedacht, ich brauch auch mal wieder 'ne Struktur, was Fixes.
Hab dann neulich bei der Sozialarbeiterin gefragt, ob die hier vielleicht irgendwelche Möglichkeiten haben, dass man wieder lernen kann, sich zu beschäftigen. Irgendwas Sinnvolles halt. Die meinte, sie schaut mal. Aber das dauert ja auch wieder. Und bis dahin? Sitzt man halt da.
Hab gestern Abend wieder an den Steindamm gedacht. Nur so kurz. Wie das alles war. Das ist echt verrückt, wie nah das manchmal noch ist, obwohl ich weiß, dass ich da nimmer hin will. Dieses ganze Rumgehopse, die Kälte, die Angst. Hab aber schnell wieder an den Kaffee heute Morgen gedacht. Und dann ging's wieder.
Hat jemand von euch auch diese Momente, wo man nicht weiß, was man mit der neu gewonnenen Zeit machen soll? Oder wie ihr angefangen habt, wieder so 'nen Rhythmus reinzukriegen? Ich fühl mich manchmal wie ein kleines Kind, das alles neu lernen muss. Aber ich will das wirklich. Ich halt das aus. 💪
