Öffentlich lesbarer Thread
Wie ich endlich gelernt hab, meine eigene Energie zu schützen...
Ich weiß, wie ihr euch fühlt, wenn die Tage nur noch aus „Was mach ich, wenn ich mal wieder kurz die Kontrolle verliere?“ und „Ich bin trotzdem noch hier, aber so…“ bestehen. Neulich kam ich zu Hause an, der Hund schnüffelt, der Fernseher ist aus, und plötzlich fühle ich mich, als würdest du im Sturm stehen, ohne ein Dach. Ich hab mein Handy in die Ecke geworfen, weil ich dachte, ich brauche das Kabel, das mein Kopf droht zu verkabeln. Und dann.
Ich hab mir ein kleines Blatt Papier geholt und „Meine Grenzen“ geschrieben. Keine langen Aufzählungen, nur ein paar Zeilen wie „Genügend Schlaf, keine Telefonate vor 20 Uhr, 15 Minuten alleine im Bad“. Ich hab das Blatt in die Küche gestellt, weil mein Mann es immer sehe, wenn er zu beschäftigt mit dem Tablet ist. Er hat dann plötzlich die Augen aufgemacht, war offensichtlich schockiert, aber nach dem ersten Lachen, das wie ein Ausbruch war, gedacht: „Weißt du, das Ding ist nicht so wichtig wie mein Leben.“
Erlauben zu, sich selbst zu schützen, war in der Vergangenheit wie ein Verbrechen, ein Ausrufezeichen, das ich erst mit drei Jahren Reinigung verstecken konnte. Doch jetzt, nach meinem „Schritt 23“ im Umgang mit der Hypersensitivität, merke ich, dass mein Wohlbefinden auch wieder ein Teil der Beziehung ist.
Frage an die Community: Habt ihr das Gefühl, ständig zwischen „Ich bin nie genug“ und „Ich bin nur gefährlich für mich und andere“ zu schwanken? Wie haltet ihr eure Grenzen aufrecht, ohne Schuldgefühle zu ersticken? Ich war schon überall rumgewegelt, aber diese kleine Routine hat mich wieder ins Gleichgewicht gebracht. Ich bin gespannt auf eure Tricks und vielleicht ein bisschen Feedback, ob das hier wirklich hilft oder nur Kopfhörerei ist.
