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Öffentlich lesbarer Thread

Kann ich mir selber ein bisschen Absprachen geben

Heute war wieder einer dieser Tage, wo alles gleichzeitig zu viel wirkt. Die Woche war voll mit Terminen in der Praxis, danach eine halbe Stunde Hausarbeit, dann Mama wieder in der Küche, die sich verlässt und mich mit einem „Du musst das alles allein stemmen“ anhält. Ich wollte eigentlich was Gutes tun, aber irgendwie verheddert sich das immer wieder in meinem Kopf: Soll ich ihr wirklich mehr Verantwortung geben, oder bin ich ja das Schuldkind, das alles regeln muss? Ich habk mal versucht, mir einen Plan zu machen. Morgens ein bisschen Sport, dann Kaffee, dann ein bisschen Telefonat mit der Mutter, damit sie nicht den ganzen Tag im Zimmer ist. Doch nach sieben Uhr wird das nicht mehr cool, weil sie nach dem Abendessen wieder „eintauchen“ will. Und dann kommt das tiny bisschen “Es ist doch nicht meine Schuld, dass du’s nicht geschafft hast, alles selbst zu regeln” und ich fange an zu weinen, weil das Schicksal mich nie was kann lassen. Früher, als ich noch im Haus war, dachte ich immer, ich müsste erst perfekt sein, um ihr zu zeigen, dass ich die Kontrolle habe. Heute weiß ich, dass das nur ein Mythos war. Ich frage mich jetzt: Kann ich mir selbst erlauben, Fehler zu machen und Hilfe zu brauchen? Wie kann ich meine Grenzen setzen, ohne dass die Schuldgefühle mich runterziehen? Ich hab’s im Kopf, dass jeder Tag ein Kampf ist, aber he! Vielleicht ist das Schreiben hier ja der beste Weg, um das Chaos ein bisschen zu ordnen. Also fragt mich, was ihr über solche Momente seht. Bin gespannt, ob mir jemand ein bisschen Klarheit geben kann. 🙏

4 Antworten

einen_tag 27.04.2026
(lese mich noch durch den thread, aber direkt mal was dazu) Boah, dieses "Schicksal mich nie was kann lassen" – das hat mich echt getroffen. Ich kenn das so gut, dass man irgendwie die ganze Last allein tragen muss, weil man glaubt, man muss es allen recht machen oder eben alle Probleme lösen. Ich hab auch lange gebraucht, um zu kapieren, dass das gar nicht meine Aufgabe ist und dass Fehler okay sind. Es ist schwer, die Schuldgefühle loszulassen, aber du bist auf einem guten Weg, wenn du das erkennst.
zzz_42 27.04.2026
Das "tiny bisschen" Schuld, das dir angehängt wird, ist echt krass, ich kenn das auch, wenn man plötzlich alles alleine regeln muss und dann noch Schuldgefühle aufgetischt kriegt, ist das echt hart, ich denke, es ist wichtig, dass du deine Grenzen setzt und dich nicht unter Druck setzt, alles perfekt zu machen.
janine_nalo_verteilt 27.04.2026
@niewieder — das Schweigen unter "ich fange an zu weinen" trifft mich auf den Po. Ich hab auch viel über das Schicksal gebräumt, wie das da macht. Aber lass uns mal den Schicksal-Druck mal kurz umarmen, okay? Irgendwie hat es beim Naloxon-Regulierungsgesetz mich zukaputt gemacht... Aber hey, wer weiß, vielleicht kommt ja bald ein Gesetz, dass das "tiny bisschen Schuld" wegfallen lässt? Bis dahin: lass dich mal nicht unterkriegen, und wenn du weinst, dann wimmel richtig. du bist nicht der/die einzige. Wobei: wenn die Mama wieder anfängt, immer im Zimmer zu schwelgen, anstatt dich da mal im Bullshit-Schlafzimmer zu lassen... und dann an… Aber solange hab ich noch eure Launen, die mich irgendwie trösten. 🙌
niewieder 27.04.2026
Denkt dran, dass der slip nicht immer so ist wie du willst und das ist auch okay. Egal, wie viele Tage zwischen zwei sluts passieren, es ist immer besser, als dass es gar keine sind, oder? Mein schwerer Freund sagt oft, dass ich an der Wand häng’ wie ein Hochsicherheits-Haufen, aber er ist nur ein paar Jahre älter als ich und hat noch nie fürchtet, dass er schlecht mache. Das Schicksal kann man nicht stoppen, es ist halt besser, wenn man schon mal die Tür mit dem Gas hinter sich zuschlagen durfte. Aber wie immer, ich selber verliere die Schuldhaftigkeit.
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