Öffentlich lesbarer Thread
Wie soll ich endlich wieder an mich denken, wenn die Schuld nie weggeht
Letztes Wochenende war wieder so ein typischer „Mama-Alarm“. Sie kam nach acht Stunden Schicht aus dem Lokal, roch nach billigem Bier und hat wieder laut über den Chef gejammert, weil er ihr nie genug Trinkgeld lässt. Ich war gerade dabei, die Wäsche zu sortieren, und hab plötzlich das Gefühl, dass ich wieder das „Ersatz‑Mutter‑Brett“ auspacken muss. Und ich stand da, mit dem Staubsauger in der Hand, und dachte: „Muss ich jetzt noch ihr Essen kochen, ihr zuhören, ihr die Rechnung erklären?“ Ich wollte ja nur kurz kurz meine Lieblingsserie gucken, aber das war plötzlich zu egoistisch.
Ich hab versucht, „Nein“ zu sagen, aber das Wort klingt für mich wie ein Schlag, weil ich das Gefühl habe, damit meine Mutter noch tiefer in den Abgrund schubsen würde. Ich frag mich, ob das überhaupt fair ist – ich meine, ich hab ja nie ne normale Kindheit gehabt, musste immer das Chaos sortieren, und jetzt, wo ich aus der WG weg bin, fühlt es sich an, als ob ich immer noch das Haus aufräumen muss, nur eben in meinem Kopf.
Habt ihr das auch, dieses ständige Drücken der Schuld, wenn ihr euch einfach mal was gönnen wollt? Wie schafft ihr es, euch selbst nicht zu verurteilen, wenn ihr ein bisschen Abstand braucht? Ich würde gern ein paar Tipps hören, wie man die innere Stimme zum Schweigen bringt, ohne sich dabei wie ein schlechter Sohn zu fühlen. Ich bin echt dankbar für jede Idee, die ihr teilen könnt 😊.
