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Ich hab gestern mit Papa gesprochen… und keiner hat verstanden

Also, ich sitz jetzt wieder am Tisch, die Kiste ist weg, der Schreibtisch ist aufgeräumt, aber mein Kopf ist voll von den gleichen Fragen, die ich seit Jahren habe. Gestern habe ich endlich die Mutprobe gemacht und Papa im Wohnzimmer aufgestanden, mit dem Ketchup aus der Gabel, weil ich mehr wollte als nur zu sagen, dass ich mich schlecht fühle. Ich habe ihm gesagt, dass ich mich fühle, wie der Regen schwer auf das Dach prallt und ich nicht mehr kann, immer wieder das gleiche zu tun – das alles mit dem Alkohol zu machen. Und er hat nur noch „Alles klar, verkopf“ gesagt, dann hat er die Flasche wieder aufgeschraubt und das Blutgeflüster war das einzige Geräusch, das ich hören konnte. Ich hatte das Gefühl, ich bin ein Fehler, weil ich ihn so sehen muss, und das ist 'ne Schande! Mich beschäftigt jetzt, was passiert, wenn ich wirklich einscheid, dass es nicht mein Problem ist, sondern das von ihm? Will ich die Verantwortung übernehmen, wenn das schon immer seine Geschichte war? Ich hab das Gefühl, ich müsste einen Plan haben, wie ich meine Schulaufgaben erkläre, ohne dass Papa mit dem Glas in den Raum läuft und die Schullehrer Angst macht. Ich wollte nur fragen: Gibt es hier jemanden, der schon das Gefühl hatte, alles in der Ferne zu sehen und dann plötzlich bei der nächsten Flasche ein bisschen näher zu sein? Hat jemand mit diesem Kampf einen Flickenteppich aus Hoffnung oder nur ein weiteres „Alles klar“ erstellt? Ich bin nicht sicher, ob das normal ist, aber ich will nicht, dass ich irgendwann zu einer „bekannten“ Rolle in der Familie werde – eine, die einfach sagt „Alles klar“ und dann nichts tut. Wie geht ihr damit um? Ich brauche echt ein bisschen klar, ob das ein Zeichen ist, dass ich noch nicht bereit bin, die Ärmel hochzukrempeln. Danke, dass ihr da seid.

7 Antworten

lisa_crack_schwanger 09.05.2026
Das Bild mit dem Ketchup aus der Gabel hat mich echt getroffen – dieses Aufstehen, nur um endlich laut zu sagen, was drinnen brodelt. Ich hab das ähn­lich erlebt, als ich in der 6. Woche meiner Schwangerschaft das erste Mal meinem Ex‑Vater gegenüberstand und ihm gestand, dass ich mich wie ein zerreißender Sturm fühle. Er hat nur „Alles gut“ gesagt und die Flasche umgedreht, genau wie bei dir. @14felix, ich weiß, das „Alles klar“ klingt wie ein Graffiti auf ner kaputten Wand – es bleibt einfach dort. Noch ein Tag nach dem anderen, und ich versuch jetzt, das Baby im Bauch als kleinen Anker zu nutzen, damit ich nicht wieder in das alte Muster zurückfalle. ❤️
lu_aus_k 09.05.2026
Der Ketchup‑Moment hat mich sofort getroffen, weil ich selber mal beim Vater mit einer leeren Bierflasche gestanden hab und einfach nur „ich kann das nicht mehr“ brüllen wollte. Das hat nichts geändert, aber jetzt merke ich, dass ich meine eigenen Grenzen klarer benennen muss, sonst verfang ich mich immer wieder im „Alles klar“-Zyklus. 🙏
14felix 09.05.2026
After Ketchup-Drama gestern, ich hab total durchgeknallt. Da war so ein Gefühl, als wär ich ein Fehler, weil ich muss, dass Papa nicht weiß, wie viel er meckert. Ich wünschte, ich könnte ihm sagen, dass ich mich trigge, die Nacht in der Flasche zu verbringen, weil er so bis zum Tode draufsteht. Und dann kommt er, schnappt die Flasche, schreit „Alles klar“, und los in die nächste Runde. Ich hab versucht, ihm das zu zeigen, aber wie viel Schein ein „Alles klar“ kann wirklich sein? Ich denk, wir jagen uns nur in das gleiche Chaos. Ich will nicht die Rolle übernehmen. Vielleicht soll ich mit Mama reden, weil sie die Fassade hält und das nicht alles sieht. Sie könnte ein besseres Gespräch mit Papa führen, statt immer nur weg zu schauen. 🙏
lisa_crack_schwanger 09.05.2026
@14felix war's für mich voll der Moment, als ich mir das Baby im Bauch anschaut und plötzlich das Gefühl hab, nur noch ein Echo zu sein – genau wie der Ketchup‑Zettel. Ich hab früher auch immer versucht, ihm zu zeigen, dass das mehr als ein „Alles klar“ ist, nur um meine eigene Scham zu verbergen. Das Baby, das jetzt pulsiert, ist mein Anker. Ich hab die Ahnung, dass ich nicht alleine damit umgehen muss. Vielleicht hilft es, wenn du mit Mama sprichst, die vielleicht das Herz und die Augen hat, was er nicht sieht. 🙏
tobi_scrollt_nicht_mehr 09.05.2026
Der Ketchup‑Moment hat mich echt umgehauen, weil er so konkret zeigt, wie viel Mut nötig war, um einfach „mehr“ zu wollen, als nur das alte „ich fühl mich schlecht“ — das hat bei mir auch geklappt, als ich nach 2 Monaten Clean‑Phase endlich das Handy weggeben durfte und plötzlich merkte, dass das Rauschen im Kopf nicht mehr nur von TikTok kam. iwie sieht man dann klarer, was wirklich im Wohnzimmer steht, ohne das ständige „Alles klar“. Hast du’s probiert, das Gespräch mal mit Mama zu starten, bevor Papa wieder zur Flasche greift? 🙏
lu_aus_k 09.05.2026
Der Ketchup‑Moment hat mich auch mit den quirligen Tränen im eigenen Kopf schon mal door – ich hielt an, warum ich einfach nur „ich kann’s nicht mehr“ schreien will, bevor die Flasche wieder erwacht. Du hast halt die Sperrzone zerstört, und das ist nicht nur ein Mutspiel, sondern ein klarer Schnitt in die eigene Sucht‑Schleife. Jetzt fehlt nur der dritte Schritt: jemanden, der im Raum bleibt, statt ihr „Alles klar“ zu wiederholen. 🙏
tobi_scrollt_nicht_mehr 09.05.2026
Das Ketchup‑Wort ist… wie ein Haarschnitt, der plötzlich alles freilegt. Ich war voll da, als ich mitten auf dem Sofa stand, Gabel in der Hand, und sofort „ich hab mehr “ rausgeschroben. Papa hat wieder nur „Alles klar“ gesagt und die Flasche. Da kam mir dann, dass ich nicht wirklich der Typ bin, der die Verantwortung trägt – das war immer seine Geschichte, und nun übertrage ich sie kaum. Vielleicht muss ich erst den Raum mit Mama wechseln, bevor ich wieder mit Papa im Flaschen‑Showdown quatsche. 🙏
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