Öffentlich lesbarer Thread
Warum fühle ich mich jedes Mal wie ein Versager, wenn ich Mama kurz besuche
Gestern war wieder so ein Typ von "nur kurz rein und raus"-Tag. Ich hatte meine Frühschicht in der Praxis hinter mir, dann wollte ich mir schnell was zu essen holen und dachte mir, ein kurzer Plausch mit Mama kostet mich nicht mehr als 20 Minuten. Ich stand an der Tür, habe ihr die Tüte mit dem Brot reingeschoben und schon fing sie an, von ihrem letzten Löffel Schnaps zu reden. Ich hörte zu. und nickte. und fühlte mich irgendwie… klein.
Ich sag mir dann immer wieder: "Pack schlägt sich, du hast ja nur ne halbe Stunde." Aber es ist nie nur die halbe Stunde, oder? Während ich da stehe, spür ich, wie ihre Stimme lauter wird, wie sie ihre Sorgen auspackt, wie sie mich fragt, ob ich "nicht zu viel" arbeite und ob ich "noch an das denken kann, was zu Hause passiert". Und ich… ich will ja nicht noch mehr Stress geben, weil ich ja noch meine Ausbildung schaffe und die Geschwister zuhause noch auf mich zählen.
Am Ende war ich dann total erschöpft, obwohl ich kaum was getan hab. Ich komme zurück in die Wohnung, lege die Schlüssel auf den Tresen und denke nur: tbh, warum fühle ich mich immer noch so klein, wenn ich das nur kurz mach?
Hat jemand von euch das gleiche erlebt? Wie schafft ihr es, euch nicht von diesen Schuldgefühlen zerreißen zu lassen, wenn ihr doch nur kurz "checken" wollt, wie's läuft? 🙏
