Öffentlich lesbarer Thread
Wenn die Couch zum Thron wird
Mir ist heute Morgen beim Kaffee aufgefallen, wie oft ich eigentlich nur auf dieser alten Couch sitze und warte. Nicht mal auf irgendwas Bestimmtes, eher so... im Allgemeinen. Mein Vater ist ja jetzt seid ein paar Wochen trocken, und man würde meinen, das Haus wäre wieder lebendiger. Aber irgendwie ist es eher so, als hätte sich alles nochmal zurückgezogen. Er sitzt meistens vor dem Fernseher, und ich? Ich sitze hier. Manchmal denke ich, ich hab mir das so angewöhnt, weil ich immer damit rechnen musste, dass irgendwas passiert, das sofortiges Handeln erfordert. Und jetzt, wo es ruhiger ist, weiß ich gar nicht mehr, was ich mit der neuen Stille anfangen soll. Kennt das jemand, dieses Gefühl, dass man einfach nur noch in Bereitschaft ist, auch wenn die Gefahr weg ist? Ich frag mich, ob ich überhaupt noch richtig "funktionieren" kann, ohne diesen ständigen Alarm im Nacken.
