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Muss ich Angst haben, dass ich ihn eines Tages einfach nicht mehr erkenne...
Von 14felixvor 2 Std.💬 2❤️ 0
Hab grad wieder geträumt, dass mein Vater mich am Küchentisch sitzen sieht und fragt, warum ich denn nie mehr Besuch komme. Als ich ihm erkläre, dass ich doch jeden Tag hier wohne, wird er nur müde und sagt, das sei ja nicht möglich, denn ich sähe anders aus.
Ich wach auf und denke, okay, war nur ein Traum. Aber wie oft ist das schon, dass ich mich nach dem Wachen frag e, was von dem, was ich gefühlt hab, eigentlich wirklich war und was nicht?
Letzte Woche, als er wieder am Boden war und die Flasche leer war, hat er mich zum ersten Mal angesprochen. Nicht angeworpen, nicht beschimpft – einfach nur: „Felix? Bist du noch da?“
Ich hab ja nicht aufgeschaut. Ich konnte nicht. Aber ich hab zugehört. Und in diesem Moment hab ich gedacht: Das ist er. Wirklich. Nicht der, der dann kommt. und wenn er sich erholt hat. und sagt, es tut ihm leid. Sondern der, der jetzt hier ist. Hungrig. Mürbe. Echt.
Und jetzt hab ich Angst.
Weil ich weiß, dass Sucht nicht nur über Trinken oder Rauchen oder was auch immer geht. Dass sie manchmal auch übergeht. Dass er schon wieder lächeln kann. Dass er schon wieder versprochen hat, er muss aufhören.
Aber was, wenn er nicht mehr er schläft, wenn er wieder zurück ist?
Was, wenn ich eines Tages nicht mehr weiß, wie er wirklich ist, unter allem dem, was da ist?
Ich weiß nicht, ob ich das schaffe.
Und ich weiß nicht, ob das normal ist, dass ich manchmal dachte, es wäre einfacher, wenn er einfach gegangen wäre.
Sorry, das ist ein bisschen viel. Aber ich muss das loswerden.
Und vielleicht ist hier jemand, der versteht, was ich meint.
❤️
2 Antworten
kimraucht_nichtmehrvor 2 Std.
Boah, ey. Deine Worte, die treffen mich echt. Dieses "ich saehe anders aus"... das ist so krass, weil es irgendwie stimmt, oder? So wenn man jemanden lange nicht mehr richtig gesehen hat, weil die Sucht ihn so verändert hat. Ich hab das auch, nicht bei meinem Vater, aber bei so ein paar Leuten aus meiner alten Clique. Manchmal treffe ich die auf der Strasse und denk mir, krass, wer bist du denn geworden? Und dann ist da dieser Stich im Bauch, weil man weiss, das war nicht immer so.
Ich bin jetzt seit 'nem Monat clean, also laenger als sonst, und merke erst jetzt, wie viel Energie das alles gekostet hat. Dieses staendige Verdraengen und Hoffen, das alles wieder gut wird. Aber es wird halt nicht einfach so gut. Dieses "Felix? Bist du noch da?" von deinem Vater... das hat mir echt Gaensehaut gemacht. So eine zerbrechliche Frage. Ich hab da gerade auch so einen krassen Kampf, weil meine Mama echt noch nicht alles weiss und ich ihr die Wahrheit erst nach und nach erzaehle. Das ist auch so ein "anders aussehen" fuer sie, glaub ich.
Ich wünsch dir ganz viel Kraft, Felix. Das ist echt nicht einfach, was du da durchmachst.
sandra_drogen_beschaffgerade eben
"Ich sehe anders aus" - das hat mich echt getroffen. Bei mir ist es ja nicht der Vater, sondern die Leute, die ich von frueher kenne, wenn ich mal durch die Gegend laufe. Die gucken einen an, als waerst du Luft, oder nur kurz, weil sie wissen wollen, ob du was zu rauchen hast. Das ist auch so ein "anders aussehen", nur halt von der anderen Seite. Man ist nicht mehr "die Sandra" von frueher, sondern nur noch eine, die halt drogen nimmt.
Dieses "Felix? Bist du noch da?" hat auch echt gesessen. So klein und echt, mittendrin in allem. Ich hab das auch schon erlebt, wenn die Gedanken kreisen und du denkst, wer bin ich eigentlich noch? Seit 6 Monaten bin ich jetzt hier in der Einrichtung, hab meine Substitution und alles. Aber manchmal kommt die Nacht und ich denk, ob die Leute draußen mich noch erkennen wuerden, wenn sie mich sehen. Das mit dem Aussehen, das ist so ein Zeichen, dass die Sucht einen veraendert. Und die Angst, dass man sich selbst nicht mehr erkennt, oder die anderen einen nicht mehr erkennen, ist echt krass. Aber ich versuch, das hier durchzuziehen, damit das irgendwann wieder anders wird. 💪
Muss ich Angst haben, dass ich ihn eines Tages einfach nicht mehr erkenne...
Von 14felix · · 2 Antworten · 0 Reaktionen
Hab grad wieder geträumt, dass mein Vater mich am Küchentisch sitzen sieht und fragt, warum ich denn nie mehr Besuch komme. Als ich ihm erkläre, dass ich doch jeden Tag hier wohne, wird er nur müde und sagt, das sei ja nicht möglich, denn ich sähe anders aus.
Ich wach auf und denke, okay, war nur ein Traum. Aber wie oft ist das schon, dass ich mich nach dem Wachen frag e, was von dem, was ich gefühlt hab, eigentlich wirklich war und was nicht?
Letzte Woche, als er wieder am Boden war und die Flasche leer war, hat er mich zum ersten Mal angesprochen. Nicht angeworpen, nicht beschimpft – einfach nur: „Felix? Bist du noch da?“
Ich hab ja nicht aufgeschaut. Ich konnte nicht. Aber ich hab zugehört. Und in diesem Moment hab ich gedacht: Das ist er. Wirklich. Nicht der, der dann kommt. und wenn er sich erholt hat. und sagt, es tut ihm leid. Sondern der, der jetzt hier ist. Hungrig. Mürbe. Echt.
Und jetzt hab ich Angst.
Weil ich weiß, dass Sucht nicht nur über Trinken oder Rauchen oder was auch immer geht. Dass sie manchmal auch übergeht. Dass er schon wieder lächeln kann. Dass er schon wieder versprochen hat, er muss aufhören.
Aber was, wenn er nicht mehr er schläft, wenn er wieder zurück ist?
Was, wenn ich eines Tages nicht mehr weiß, wie er wirklich ist, unter allem dem, was da ist?
Ich weiß nicht, ob ich das schaffe.
Und ich weiß nicht, ob das normal ist, dass ich manchmal dachte, es wäre einfacher, wenn er einfach gegangen wäre.
Sorry, das ist ein bisschen viel. Aber ich muss das loswerden.
Und vielleicht ist hier jemand, der versteht, was ich meint.
❤️
2 Antworten
kimraucht_nichtmehr ·
Boah, ey. Deine Worte, die treffen mich echt. Dieses "ich saehe anders aus"... das ist so krass, weil es irgendwie stimmt, oder? So wenn man jemanden lange nicht mehr richtig gesehen hat, weil die Sucht ihn so verändert hat. Ich hab das auch, nicht bei meinem Vater, aber bei so ein paar Leuten aus meiner alten Clique. Manchmal treffe ich die auf der Strasse und denk mir, krass, wer bist du denn geworden? Und dann ist da dieser Stich im Bauch, weil man weiss, das war nicht immer so.
Ich bin jetzt seit 'nem Monat clean, also laenger als sonst, und merke erst jetzt, wie viel Energie das alles gekostet hat. Dieses staendige Verdraengen und Hoffen, das alles wieder gut wird. Aber es wird halt nicht einfach so gut. Dieses "Felix? Bist du noch da?" von deinem Vater... das hat mir echt Gaensehaut gemacht. So eine zerbrechliche Frage. Ich hab da gerade auch so einen krassen Kampf, weil meine Mama echt noch nicht alles weiss und ich ihr die Wahrheit erst nach und nach erzaehle. Das ist auch so ein "anders aussehen" fuer sie, glaub ich.
Ich wünsch dir ganz viel Kraft, Felix. Das ist echt nicht einfach, was du da durchmachst.
sandra_drogen_beschaff ·
"Ich sehe anders aus" - das hat mich echt getroffen. Bei mir ist es ja nicht der Vater, sondern die Leute, die ich von frueher kenne, wenn ich mal durch die Gegend laufe. Die gucken einen an, als waerst du Luft, oder nur kurz, weil sie wissen wollen, ob du was zu rauchen hast. Das ist auch so ein "anders aussehen", nur halt von der anderen Seite. Man ist nicht mehr "die Sandra" von frueher, sondern nur noch eine, die halt drogen nimmt.
Dieses "Felix? Bist du noch da?" hat auch echt gesessen. So klein und echt, mittendrin in allem. Ich hab das auch schon erlebt, wenn die Gedanken kreisen und du denkst, wer bin ich eigentlich noch? Seit 6 Monaten bin ich jetzt hier in der Einrichtung, hab meine Substitution und alles. Aber manchmal kommt die Nacht und ich denk, ob die Leute draußen mich noch erkennen wuerden, wenn sie mich sehen. Das mit dem Aussehen, das ist so ein Zeichen, dass die Sucht einen veraendert. Und die Angst, dass man sich selbst nicht mehr erkennt, oder die anderen einen nicht mehr erkennen, ist echt krass. Aber ich versuch, das hier durchzuziehen, damit das irgendwann wieder anders wird. 💪
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