System Exit · Hörbuch-Reihe

28 Jahre Sucht.
Und der Weg zurück.

Meine persönliche Geschichte — ungeschönt erzählt, Folge für Folge. Von den frühen Verletzungen über die Abstürze bis zurück ins eigene Leben. Kein Ratgeber, keine Therapie. Eine echte Geschichte, die Mut machen soll, dass ein Ende möglich ist.

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Die Folgen

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System Exit – Folge 1: Das Kind, das zu früh verstand Folge 1

Das Kind, das zu früh verstand

Die Geschichte beginnt bewusst nicht mit der ersten Droge — sondern früher: mit meiner Kindheit, meinem Vater, einer Mundharmonika, der Flucht in den Westen, einem Zuhause im Alarmzustand. Und einem Erlebnis, nach dem sich Hilfe nicht wie Hilfe anfühlte.

Worum es geht

Der Anfang meiner Biografie über 28 Jahre polytoxe Sucht, frühe Verletzungen, Überleben, Abstürze, Systemerfahrungen und den Weg zurück ins eigene Leben.

Ich erzähle diese Geschichte nicht, um Mitleid zu bekommen, sondern weil viele Betroffene und Angehörige Sucht erst viel zu spät verstehen. Oft beginnt sie nicht bei der Substanz, sondern dort, wo ein Mensch früh lernt, Gefühle allein auszuhalten.

Für Betroffene kann diese Folge zeigen: Du warst vielleicht nicht „schwierig“, sondern ein Kind in einem schwierigen System. Für Angehörige: Kinder speichern mehr, als Erwachsene glauben — auch wenn sie still bleiben.

Inhaltshinweis: Gewalt in der Kindheit, familiäre Belastung, Alkohol & Medikamente, Suizid im Umfeld, sexualisierte Gewalt. Bitte höre nur weiter, wenn es sich für dich gerade sicher anfühlt.

System Exit – Folge 2: Die erste Droge war kein Spaß Folge 2

Die erste Droge war kein Spaß

Wie aus einem verletzten Kind ein Jugendlicher wurde, der nach Zugehörigkeit und Anerkennung suchte: der Wechsel vom Gymnasium auf die Hauptschule, Beschämung, das Gefühl, nirgends dazuzugehören — und die ersten Zigaretten, Alkohol, Cannabis, Ecstasy, Speed, LSD.

Worum es geht

Die erste Droge war für mich kein „Spaß“. Sie war der Versuch, etwas zu fühlen, das mir im echten Leben gefehlt hat: Freiheit, Liebe, Anerkennung, Lebendigkeit — und das Gefühl, endlich nicht mehr falsch zu sein.

Ich erzähle auch von dem Moment, in dem ich mit 15/16 endgültig von zu Hause ging. Damals dachte ich: Jetzt bin ich frei. Heute weiß ich: Ich ging aus einem unsicheren Zuhause in ein unsicheres Außen.

Kein Ratgeber, keine Therapie — aber vielleicht hilft es zu verstehen, dass Sucht oft nicht mit der Substanz beginnt, sondern mit einem echten inneren Mangel, den die Substanz nur kurzfristig imitiert.

Inhaltshinweis: Familiäre Belastung, frühe Drogen- & Alkoholerfahrungen, Gewalt, Vernachlässigung, riskante Jugenderfahrungen. Bitte höre nur weiter, wenn es sich für dich gerade sicher anfühlt.

System Exit – Folge 3: Freiheit ohne Zuhause Folge 3

Freiheit ohne Zuhause

Was nach dem Weggehen mit 15/16 passierte. Ich dachte, ich sei frei — dabei war ich ein Jugendlicher ohne Zuhause, ohne sichere Struktur und ohne Erwachsene, die sahen, wie tief ich schon in Szene, Konsum und Überleben steckte.

Worum es geht

Erste Nächte bei Freunden, heimliche Schlafplätze, die erste eigene Wohnung, das Jugendamt, Dealerei, kriminelle Kontakte, Hollandfahrten, Clubs, Afterhours — und meine erste schwere Psychose nach Ecstasy, Cannabis und Alkohol.

Ich hatte eine Wohnung, aber kein Zuhause. Ich hatte Kontakte, aber keinen Schutz. Ich hatte Fähigkeiten, aber keine Förderung. Ich hatte Menschen um mich, aber kaum jemanden, der wirklich hinsah.

Vielleicht hilft diese Folge zu verstehen, warum ein Jugendlicher manchmal lieber auf Sofas, in Szenewohnungen oder auf der Straße schläft, als in ein Zuhause zurückzugehen, das sich nicht sicher anfühlt.

Inhaltshinweis: Frühe Obdachlosigkeit, Drogenkonsum, Dealerei, kriminelle Szenen, Polizeikontrollen, Psychose, körperliche Zusammenbrüche. Bitte höre nur weiter, wenn es sich für dich gerade sicher anfühlt.

System Exit – Folge 4: Wenn der Körper Alarm schlägt Folge 4

Wenn der Körper Alarm schlägt

Die Zeit, in der mein Körper längst Alarm geschlagen hat — und ich trotzdem weitergemacht habe: Herzrasen, Atemnot, Brustschmerzen, Zusammenbrüche, Krankenhaus, Krebsverdacht. Und der Versuch, über MediaMarkt und Arbeit einen echten Neuanfang zu schaffen.

Worum es geht

Was mich als Kind durch Gewalt, Angst und Hilflosigkeit gebracht hatte, wurde in der Sucht gefährlich: Wer gelernt hat, alles auszuhalten, nimmt selbst lebensgefährliche Warnzeichen irgendwann nicht mehr ernst.

Diese Folge erzählt auch von meiner ersten Entgiftung im LWL-Klinikum Münster, von Menschen, die schon viel weiter abgestürzt waren als ich, von einem Therapiehaus in Ratingen, aus dem ich nach wenigen Tagen abgehauen bin — und von Herr Kort, der trotzdem nicht aufgegeben hat.

Später kam ein echter Neuanfang: MediaMarkt, Computerabteilung, Anerkennung, Kollegen, die sich fast wie Familie anfühlten. Aber ein Job allein ist noch keine Recovery — ich hatte Arbeit, Wohnung und Anerkennung, aber noch keine innere Stabilität, keine nüchternen Freunde und keine echte Verarbeitung.

Inhaltshinweis: Drogenkonsum, Herzrasen, Atemnot, körperliche Zusammenbrüche, Krankenhaus, Krebsverdacht, Entgiftung, Therapieabbruch, Alkohol, Rückfälle. Bitte höre nur weiter, wenn es sich für dich gerade sicher anfühlt.

System Exit – Folge 5: Nach außen funktionieren, innerlich weiter fliehen Folge 5

Nach außen funktionieren, innerlich weiter fliehen

Eine Phase, in der ich nach außen immer besser funktioniert habe — während ich innerlich weiter geflohen bin. Vom Callcenter zum Projektassistenten, erster Strukturvertrieb, Anzüge, Statusversprechen — und die Erkenntnis, dass manche Erfolgswelten der Drogenszene ähnlicher sind, als man denkt.

Worum es geht

Nach dem Verlust meiner Ausbildung kam ich in ein Marktforschungs-Callcenter. Erst nur ein Job — dann zeigte sich wieder, was ich konnte: reden, Menschen erreichen, Systeme verstehen. Aus dem Agent wurde ein Projektassistent, ohne Studium, aber mit einem Kopf, der Logiken schnell versteht. Dort lernte ich auch, wie Umfragen, Statistiken und öffentliche Wirklichkeit beeinflusst werden — und warum ich später vielen Systemen nicht mehr blind geglaubt habe.

Nach außen: Arbeit, Aufstieg, Geld, Beziehung, Vaterwerden. Innen: Alkohol, Druck, Überforderung, Scham, Depression, Flucht. Ich erzähle von meinem Sohn, von der Geburt, bei der ich nicht nüchtern war, von der Liebe, die trotzdem echt war, vom Mond-Satz, der bis heute geblieben ist — und davon, warum Liebe allein Sucht nicht heilt.

Diese Folge ist keine Entschuldigung, sondern Aufarbeitung — für Betroffene, die nach außen funktionieren und innerlich längst kämpfen, und für Angehörige, die verstehen wollen, warum Arbeit, Talent, Beziehung oder ein Kind ein Suchtproblem nicht automatisch stoppen. Funktionieren ist nicht dasselbe wie gesund sein.

Inhaltshinweis: Sucht, Alkohol, Partydrogen, Trennung, Vatersein, Depression, familiäre Konflikte, Kontaktverlust, psychische Überforderung. Am Ende eine kurze Vorschau auf Folge 6 (Suizidgedanken, Suizidversuch, Heroin – ohne Methodendetails). Bitte höre nur weiter, wenn es sich für dich gerade sicher anfühlt.

System Exit – Folge 6: Als Heroin wie Ruhe wirkte Folge 6

Als Heroin wie Ruhe wirkte

Nach außen Disziplin — Sport, Ernährung, Kontrolle. Doch als Krankheit, der Kontaktabbruch zu meinem Sohn, die gescheiterte Nähe zu meiner Mutter und meine Depression zusammenkamen, kam Heroin in mein Leben. Nicht als Partydroge, nicht aus Neugier — als scheinbare Antwort auf unerträgliches Fühlen. Nicht Spaß, nicht Freiheit. Sondern Ruhe.

Worum es geht

Ich dachte, ich sei auf einem guten Weg: Sport, Ernährung, kein Rauchen, Disziplin, Kontrolle. Nach außen sah es aus wie Veränderung. Doch innerlich hatte ich noch nicht gelernt, mit Schmerz, Ohnmacht, Trauer und Einsamkeit anders umzugehen. Als diese neue Stabilität durch Krankheit wegbrach und gleichzeitig der Kontaktabbruch zu meinem Sohn, die gescheiterte Nähe zu meiner Mutter und meine Depression wieder zusammenkamen, entstand ein Punkt, an dem ich nicht mehr leben wollte wie bisher. So kam Heroin in mein Leben — nicht aus Neugier, sondern als scheinbare Antwort auf unerträgliches Fühlen. Nicht Spaß, nicht Freiheit, nicht Abenteuer. Sondern Ruhe.

Ich erzähle vom Bremer Platz in Münster und von dem Moment, in dem ich plötzlich nicht mehr von außen auf „die Junkies" geschaut habe, sondern selbst einer von ihnen war. Von Szenen, die mir gezeigt haben, wohin dieser Weg führen kann. Von Menschen, deren Grenzen durch Sucht, Not und Beschaffung völlig verschoben waren. Und von „Leiche", den ich aus meiner ersten Entgiftung kannte und dessen Verfall mich später tief erschüttert hat.

Es geht auch um den Weg zum Hausarzt, den schnellen Einstieg ins Methadon-Programm und die Tragik, dass ich damals gar nicht verstanden habe, was Substitution langfristig bedeuten kann. Methadon hat mich vom direkten Heroin-Beschaffungsdruck entfernt — frei gemacht hat es mich nicht. Alkohol, Cannabis, Partydrogen, emotionale Taubheit, Depression und alte Muster liefen weiter. Ich war legal ruhiggestellt, aber nicht zurück im Leben.

Am Ende steht der nächste scheinbare Neuanfang: Köln. Eine neue Stadt, eine neue Chance, ein neuer Ort — und doch nehme ich mich selbst mit. Diese Folge ist keine Verherrlichung und keine Anleitung, sondern Aufarbeitung: für Betroffene, die verstehen wollen, warum gefährliche Substanzen in tiefster Verzweiflung manchmal nicht wie Gefahr wirken, sondern wie Rettung — und für Angehörige, die begreifen möchten, warum Opiate oft nicht aus Neugier oder Spaß beginnen, sondern aus Ohnmacht, Depression, Trauma und dem Wunsch, nicht mehr fühlen zu müssen. Und für alle, die verstehen wollen, warum Substitution helfen kann, ohne Begleitung, Ehrlichkeit und innere Arbeit aber nicht automatisch Freiheit bedeutet.

Inhaltshinweis: Suizidgedanken, ein Suizidversuch (ohne Details zur Methode), Heroin, Methadon/Substitution, Beikonsum, Depression, Szeneleben, Prostitution, Verwahrlosung und Tod. Bitte höre nur weiter, wenn es sich für dich gerade sicher anfühlt. Bitte höre nur weiter, wenn es sich für dich gerade sicher anfühlt.

System Exit – Folge 7: Ich floh nach Köln Folge 7

Ich floh nach Köln

Nach Heroin, Methadon, Trennung und dem Ende in Münster wollte ich einfach weg: neue Stadt, neue Arbeit, neue Wohnung, neue Chance. Doch aus der versprochenen Wohnung wurde ein Partykeller, aus der Chance immer mehr Ausnutzung — und innerlich lief alles weiter. Diese Folge zeigt, warum ein Ortswechsel allein keine Heilung ist.

Worum es geht

Nach Heroin, Methadon, Trennung und dem Ende in Münster wollte ich einfach nur weg. Eine neue Stadt, neue Arbeit, eine neue Wohnung, neue Menschen, eine neue Chance. Nach Köln kam ich nicht mit einem normalen Umzugswagen, sondern mit einem 40-Tonner — mein Hab und Gut irgendwo zwischen den Paletten verstaut. Es fühlte sich spektakulär an, aber auch wieder improvisiert, unsicher und typisch für mein Leben: irgendwie weiter, irgendwie neu, irgendwie ohne echtes Fundament.

Eine Frau aus dem Network-Marketing hatte mir Arbeit, Wohnung, Ausbildung und ein gemeinsames Business versprochen. Ich sollte einen Online-Shop aufbauen und meine IT-Fähigkeiten einbringen. Doch aus der versprochenen Wohnung wurde erst ein Partykeller, aus der Chance immer mehr Ausnutzung: Meine Fähigkeiten wurden gebraucht, mein Zustand wurde nicht gesehen. Alkohol, Methadon, Beikonsum, Depression, Schulden und alte Muster liefen weiter. Ich erzähle von Köln-Mülheim, einer viel zu teuren Angstwohnung, vom Webshop, von Passwörtern, von der Kündigung, von einem Überfall in meiner Wohnung — und davon, wie ich am Ende wieder nach Münster zurückfloh, zu einem Menschen, von dem ich eigentlich Abstand wollte, der mich aber in diesem Moment rettete. Es geht auch um den Verlust der wenigen Fotos meines Vaters — ein Verlust, der mich bis heute mehr schmerzt als vieles andere aus dieser Zeit.

Danach kam wieder ein scheinbarer Aufschwung: eine schöne eigene Wohnung, eine Umschulung zum Bürokaufmann, Hoffnung, „The Secret", ein Tattoo als Erinnerung daran, dass alles gut werden kann. Aber innerlich lief alles weiter — Methadon, Alkohol, Medikamente, Partydrogen, Blackouts, Schulden, Verdrängung. Diese Folge zeigt, warum ein Ortswechsel allein keine Heilung ist und warum eine Wohnung, eine Ausbildung oder eine neue Chance nicht automatisch Stabilität bedeuten. Für Betroffene, die glauben, sie müssten nur irgendwo neu anfangen, und für Angehörige, die verstehen wollen, warum neue Arbeit oder eine neue Wohnung nicht automatisch Recovery bedeuten.

Inhaltshinweis: Sucht, Methadon, Alkohol, Medikamente, Beikonsum, psychische Krise, Überfall, Angst, Schulden, Ausnutzung und familiärer Verlust. Bitte höre nur weiter, wenn es sich für dich gerade sicher anfühlt.

Weitere Folgen sind in Arbeit

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