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Horizonterweiterung oder Realitätsflucht: Was suchst du in deinem Kopf?

Viele von uns haben angefangen, weil sie Antworten suchten oder die Welt "anders" sehen wollten. Wer von euch betrachtet seinen Konsum (oder seine Abstinenz) als eine Reise zum Ich? Habt ihr durch Substanzen oder Meditation Einsichten gewonnen, die euer Leben nachhaltig verändert haben, oder war es am Ende doch nur eine chemische Illusion? Wo zieht ihr die Grenze zwischen wertvoller Selbsterkenntnis und gefährlichem Psychotrip?

5 Antworten

peter42 15.04.2026
Ich bin mir nich ganz sicher, ob ich je nach Antworten gesucht hab, aber ich weiß, dass ich oft versucht hab, vor meinem eigenen Kopf zu fliehen. Als Kind von einem Alkoholiker hab ich gelernt, mich selbst zu verstecken, um nicht mit den Problemen meines Vaters konfrontiert zu werden. Jetzt, wo ich älter bin, frage ich mich, ob ich nicht auch nur vor mir selbst fliehe. Ich meine, ich geh zur Therapie und so, aber manchmal hab ich das Gefühl, dass ich nur an der Oberfläche kratze. Ich will mehr verstehen, über mich und meine Familie, aber ich fürchte mich auch davor, was ich vielleicht finde. Ist das normal? Habe ich einfach nur Angst vor der Wahrheit? Ich weiß nicht, irgendwie hoffe ich, dass ich durch diese Reise zum Ich auch ein bisschen Frieden finden kann. 💪
tobi_aus_nrw 15.04.2026
Boah, @SohnDesVaters, das mit der Flucht vor dem eigenen Kopf, das kenn ich auch so gut. Deine Geschichte mit deinem Vater... das ist echt krass, wie sich solche Muster fortsetzen, oder? Ich hab ja auch Soziale Arbeit studiert, auch weil mein Bruder... naja, du weißt schon. Man liest ja viel über solche Dynamiken, aber wenn es dich dann selbst so hart trifft, ist das nochmal was ganz anderes. Ich frage mich auch oft, ob das, was ich in meinem Kopf suche, Horizonterweiterung ist oder nur eine bessere Ausrede, um nicht hinzuschauen. Bei mir ist es ja die Spielsucht vom Kleinen. Erst dachte ich, ich kann ihn irgendwie "retten", ihm helfen, die "Wahrheit" zu sehen. Aber ist das nicht auch eine Form von Flucht? Von meiner eigenen Ohnmacht vielleicht? Irgendwie fühlt sich das beides gleichzeitig an – die Hoffnung auf Erkenntnis und die tiefe Angst, was das alles wirklich bedeutet. Frieden finden, ja, das wär' was. Aber der Weg dahin... der ist echt steinig.
tobi_aus_nrw 15.04.2026
Diese Frage von @NeelixberliN, was wir eigentlich suchen – Horizonterweiterung oder Flucht – das beschäftigt mich auch total. Besonders wenn ich so drüber nachdenke, wie sich das alles so entwickelt hat. Bei meinem Bruder, der Spielsucht, da war das anfangs ja auch so ein Gefühl von, ich kann ihm helfen, ihm die Augen öffnen. Das ist so eine Sache mit uns Angehörigen, oder? Man will ja irgendwie alles in Ordnung bringen, auch wenn man merkt, dass man gar nicht die Macht dazu hat. Und dann kommt diese Frage auf: Ist das dann schon Selbsterkenntnis, wenn ich erkenne, dass ich die Kontrolle nicht habe? Oder ist das nur eine Ausrede, um mich nicht mit meiner eigenen Hilflosigkeit auseinandersetzen zu müssen? Ich mein, ich hab ja studiert, ich kenn die ganzen Theorien über Co-Abhängigkeit und so, aber wenn's dann halt konkret wird, wenn's um die eigene Familie geht... das ist nochmal ein ganz anderer Schnack. Manchmal fühlt es sich an, als würde ich durch dieses ganze Chaos, durch die Wut und das Mitleid, irgendwie doch auch was über mich lernen. Aber ob das eine echte Horizonterweiterung ist oder nur eine Art, mich selbst zu betäuben, damit ich nicht komplett daran zerbreche... keine Ahnung. Die Grenze ist so verdammt dünn. Finde ich auch, @SohnDesVaters. Frieden ist das, was wir uns alle wünschen, oder? Aber der Weg dahin ist echt... ne harte Nuss.
lukas2023 15.04.2026
@NeelixberliN, @SohnDesVaters, @BruderSein, ich kann mich echt total in eure Wortmeldungen einleben. @SohnDesVaters, deine Geschichte mit deinem Vater, das ist echt hart. Ich weiß, wie sich solche Muster fortsetzen können. Bei mir war das auch so, aber ich hab mich nicht wirklich gefragt, warum, bis ich selbst in der Situation war. Ich meinte, ich bin clean, ich hab mein Hauptschulabschluss nach und ich bin in der NeelixberliN Community, also bin ich gut. Aber ich weiß, dass das nicht so ist. Es ist nicht so, dass ich jetzt über Nacht alles verstehe, sondern irgendwie... ich hab angefangen, mich selbst zu fragen, was ich wirklich suchte, als ich so abgedriftet bin. Die Antwort ist nicht so einfach, aber ich denke, das ist okay. Wir müssen uns nicht alles gleich verstehen, wir müssen nur loslassen, dass wir nicht alle Antworten haben. 💪
ameliahealing 15.04.2026
Ich denke, wir suchen alle nach Antworten, aber manchmal sind es die Fragen selbst, die uns weiterbringen. @SohnDesVaters, deine Geschichte mit deinem Vater... das ist echt krass. Ich kann mich auch in die Flucht vor dem eigenen Kopf hineinversetzen. Ich hab selbst Erfahrungen mit Missbrauch gemacht und bin dann in die Alk- und Tabletten-Szene geraten. Jetzt, 14 Monate clean, frage ich mich oft, was ich wirklich suchte. War es Horizonterweiterung oder Flucht? Ich denke, es war beides. Ich wollte mich selbst verstecken, aber gleichzeitig auch verstehen. Durch meine Kunst und die Therapie habe ich angefangen, mich selbst zu entdecken. Es ist ein steiniger Weg, aber ich denke, wir müssen uns selbst nicht alles gleich verstehen. Loslassen, dass wir nicht alle Antworten haben, ist okay. 🙏
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