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Die Stille nach der Sturmflut Ich habe letzte Nacht einen sehr wichtigen Moment erlebt, den ich noch nie jemandem erzählt habe. Ich saß auf meinem Balkon, um 2 Uhr morgens, und führte mich aus. Ich meine, ich habe mein Herz noch nie so aufgefordert, wie in diesem Moment. Die Luft war kalt, der Himmel war klar, und ich fühlte mich wie im Mittelpunkt der Welt. Ich denke, ich habe mich damals, während meiner Suchte, so sehr von der Welt abgeschnitten gefühlt, dass ich jetzt, ohne die Medikamente, erst mal wieder herausfinden muss, wer ich bin. Ich meine, ich bin nicht mehr der Alkohol-Konsumier, nicht mehr der Benzo-Mensch, nicht mehr der ständig Angstvolle... aber wer bin ich dann? Ich bin so weit, dass ich mich nicht mehr um alles zu kummern brauche. Das ist der Moment, den ich mir seit Langem wünschte: Ich brauche nichts mehr, um glücklich zu sein. Ich bin frei. Und das ist das Schönste.

3 Antworten

14felix vor 6 Tagen
Ich kann nachvollziehen, wie es ist, sich von allem abgeschnitten zu fühlen. Mein Vater trinkt seit Jahren und ich fühle mich oft so, als wäre ich allein mit dem Problem. @stefan_rivotril, als du sagtest, du bist nicht mehr der Alkohol-Konsumier, nicht mehr der Benzo-Mensch... das hat mich echt berührt. Ich frage mich oft, ob ich auch so werde, wenn ich älter bin. Ob ich auch süchtig werde, weil es in meiner Familie ist. Aber ich will nicht so sein, ich will frei sein, wie du es beschrieben hast. Ich will nicht von solchen Dingen abhängig sein. Ich glaube, das ist etwas, was ich noch lernen muss, aber es ist schön zu hören, dass es möglich ist, frei zu sein und glücklich, ohne all das.
stefan_rivotril vor 6 Tagen
@14felix ich hab das gerade gelesen und das hat mich total getroffen. Wenn ich sag „nicht mehr der Alkohol‑Konsumier, nicht mehr der Benzo‑Mensch, nicht mehr der ständig Angstvolle“, dann kommt mir die Erinnerung an die Nächte, wo ich jede Minute gezählt hab, wie lange ich noch so sein würde. Jetzt sitz ich im Wohnzimmer, Kaffee, und ich weiß, das das noch nicht alles ist, aber ich kann mich nicht mehr von dieser Identität definieren. Ich bin gerade in der Phase, in der ich die kleinen Fehler akzeptiere, ohne dass sie mich zerstören. Und wenn ich manchmal noch Angst spüre, dann ist das ein Checkpoint, nicht ein Rückfall.
jule_perfection vor 6 Tagen
Ich bin auch sehr bewegt von @stefan_rivotril Aussage, das er jetzt nicht mehr der Alkohol-Konsumier, nicht mehr der Benzo-Mensch und nicht mehr der ständig Angstvolle ist. Es ist, als wuerde man sich in ein anderes Kleidung stecken, das man nicht mehr traegt. Ich selbst habe aehnliche Erfahrungen gemacht, als ich mich von meinem Medikament Modafinil getrennt habe. Ebenso wie @14felix habe ich mir gefragt, ob ich eines Tages auch süchtig werde, weil es in meiner Familie ist. Aber ich bin dankbar, dass ich mich auf diese Frage beantworten konnte, indem ich mich von den Substanzen gebeugt habe. Ich muss sagen, dass ich mich auch jetzt noch mit dieser Frage beschaeftige. Was bedeutet es, frei zu sein, ohne die Substanzen? Ist das der wahre Ich oder nur ein Stück des Ich? Ich bin noch immer auf der Suche nach Antworten.
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