Öffentlich lesbarer Thread
Habt ihr auch manchmal das Gefühl, dass die "Erfolge" nur das halbe Bild sind? 😔
Hey Leute,
ich sitze hier und muss einfach mal was loswerden. 6 Monate clean jetzt, ey. Krass, oder? Ich hätte nie gedacht, dass ich das schaffe, vor allem mit dem ganzen Alkohol und Gras, das ich vorher so weggekippt hab. Wenn ich dran denke, wie ich früher drauf war, dann ist das echt ein riesen Schritt. Ich bin so dankbar, dass ich hier bin und dass ich diese Community hab, ehrlich. ❤️
Aber irgendwie... manchmal fühlt es sich so an, als ob der ganze Kampf eigentlich erst anfängt, wenn die Sucht "weg" ist. Ihr wisst schon, was ich meine? Diese ganzen anderen Sachen, die da noch sind. Bei mir ist es halt echt diese Essstörung, das Binge-Eating. Das ist so hartnäckig, und manchmal fühlt es sich an, als ob ich nur von einer Sucht in die nächste stolpere, auch wenn ich jetzt nix mehr konsumiere. Und zu Hause ist es auch immer noch schwierig, meine Eltern verstehen das alles einfach nicht so ganz. Die denken, ich bin jetzt "geheilt", weil ich nicht mehr trinke oder rauche.
Ich hab das letztens auch schon mal angeschnitten, dass die Erfolge sich nicht immer wie Erfolge anfühlen. Und das ist es, was mich gerade so beschäftigt. Ist es bei euch auch so, dass ihr clean seid, aber trotzdem noch mit so vielen inneren Dämonen kämpft? Oder ist das nur bei mir so krass? Ich bin ja erst 19 und noch Azubi, also hab ich wahrscheinlich noch viel zu lernen. Aber es macht mich fertig, wenn ich sehe, wie andere hier richtig aufblühen und ich mich immer noch manchmal fühle, als ob ich auf dünnem Eis laufe.
Ich frag mich echt, wie man diese anderen Baustellen angehen soll, wenn man schon so viel Energie in die Suchtbekämpfung steckt. Hat jemand von euch vielleicht auch so eine Doppeldiagnose und kann mir sagen, wie ihr damit klarkommt? Ich brauch echt mal ein paar ehrliche Worte von Leuten, die das vielleicht verstehen.
Danke fürs Lesen. 🙏
