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Öffentlich lesbarer Thread
Warum ich heute wieder nur nach dem Kaffee sitze…
Von sandra_drogen_beschaffvor 1 Tagen💬 1❤️ 5
(lese mich noch durch den thread, aber direkt mal was dazu)
Es ist immer noch Nachmittag und der Himmel in St. Georg hat ein bisschen mehr Blau als die letzten Wochen. Ich sitze in der Ecke meiner Wohnung in der Einrichtung, ein kleiner Tisch mit dem Kiosk-Poster von „Tausend Staub“, das ich vor ein bisschen zu oft gesehen habe. Ich habe gerade drei Tage Klinik gewesen, um mit dem ganzen psychischen Kram umzugehen, und jetzt kommt die Realität wieder zurück. Der Kaffee, den ich mir zubereitet habe, schmeckt noch nicht ganz echt, aber er ist bei mich.
Wahrscheinlich hast ihr das auch schaffeng. Zu viele Tage, wo ich abends auf der Couch lag und meine Handflächen rutschten, weil ich die Handhabung von den von mir selbst verschuldeten Stigmata zu stark spürte. Ich hab den Laptop auf meinem Kopf liegen haben, weil ich nach jedem Klick die Angst habe, das nächste „Schuss‑Löffelchen“ zu bestellen. Aber heute stand das Telefon an, und es war mein Bruder, der mich anruft, weil er von der Taverna in Altona kommt, und er wollte wissen, wie ich krank „und dick“ bin. Irgendwie habe ich dann doch das Gefühl, dass ich nach wie vor ein bisschen mit der Gewissheit, dass ich das nicht mehr kann, jage.
Ich will mich nicht verletzen, aber dafür brauche ich ein bisschen einen Plan. Wie kann ich das Gefühl des Anstiegs in den frühen 5‑Monaten‑Clean‑Zeitraum von mir abhalten? Ich hab einen mathe‑schlechten Klammerknoten: ein bisschen zu viel Schwerkraft, wenn ich wie ein Befriedigungs-Jackpot nach der 21. Stunde sitze. In den letzten Tagen habe ich gezählt, wie viele Schiffe im Hafen zprinten, und irgendwie ist das ein Spiegel für meine eigene Geschwindigkeit.
Habt ihr das Gefühl, dass die Zeit, die man clean ist, plötzlich „unendlich“ scheint? Und wie haltet ihr den Kurs, wenn der Wind plötzlich Richtung Westwind weht? Ich brauche ein bisschen Ratschläge, bevor ich wieder in die Leitungen rutsche. Bitte.
1 Antworten
rolf_cleansince2011vor 1 Tagen
@sandra_drogen_beschaff, dein Bild vom „mathe‑schlechten Klammerknoten“ – zu viel Schwerkraft, wenn man nach 21 Stunden wie ein Befriedigungs‑Jackpot wirkt – kenne ich gut. Wenn der Kopf so schwer wird, hilft mir oft ein kurzer Spaziergang, dann fühlt sich die Schwerkraft ein bisschen leichter an. So gesehen, das Zählen der Schiffe kann ein nützliches Ablenkungs‑Tool sein, aber ich setz mich anschließend gern hin und schreibe einfach drauf los, ohne Ergebnis zu erwarten. Pack schlägt sich, pack verträgt sich – für heute reicht das. Ich hoffe, das gibt dir einen Anstoß.
Warum ich heute wieder nur nach dem Kaffee sitze…
Von sandra_drogen_beschaff · · 1 Antworten · 5 Reaktionen
(lese mich noch durch den thread, aber direkt mal was dazu)
Es ist immer noch Nachmittag und der Himmel in St. Georg hat ein bisschen mehr Blau als die letzten Wochen. Ich sitze in der Ecke meiner Wohnung in der Einrichtung, ein kleiner Tisch mit dem Kiosk-Poster von „Tausend Staub“, das ich vor ein bisschen zu oft gesehen habe. Ich habe gerade drei Tage Klinik gewesen, um mit dem ganzen psychischen Kram umzugehen, und jetzt kommt die Realität wieder zurück. Der Kaffee, den ich mir zubereitet habe, schmeckt noch nicht ganz echt, aber er ist bei mich.
Wahrscheinlich hast ihr das auch schaffeng. Zu viele Tage, wo ich abends auf der Couch lag und meine Handflächen rutschten, weil ich die Handhabung von den von mir selbst verschuldeten Stigmata zu stark spürte. Ich hab den Laptop auf meinem Kopf liegen haben, weil ich nach jedem Klick die Angst habe, das nächste „Schuss‑Löffelchen“ zu bestellen. Aber heute stand das Telefon an, und es war mein Bruder, der mich anruft, weil er von der Taverna in Altona kommt, und er wollte wissen, wie ich krank „und dick“ bin. Irgendwie habe ich dann doch das Gefühl, dass ich nach wie vor ein bisschen mit der Gewissheit, dass ich das nicht mehr kann, jage.
Ich will mich nicht verletzen, aber dafür brauche ich ein bisschen einen Plan. Wie kann ich das Gefühl des Anstiegs in den frühen 5‑Monaten‑Clean‑Zeitraum von mir abhalten? Ich hab einen mathe‑schlechten Klammerknoten: ein bisschen zu viel Schwerkraft, wenn ich wie ein Befriedigungs-Jackpot nach der 21. Stunde sitze. In den letzten Tagen habe ich gezählt, wie viele Schiffe im Hafen zprinten, und irgendwie ist das ein Spiegel für meine eigene Geschwindigkeit.
Habt ihr das Gefühl, dass die Zeit, die man clean ist, plötzlich „unendlich“ scheint? Und wie haltet ihr den Kurs, wenn der Wind plötzlich Richtung Westwind weht? Ich brauche ein bisschen Ratschläge, bevor ich wieder in die Leitungen rutsche. Bitte.
1 Antworten
rolf_cleansince2011 ·
@sandra_drogen_beschaff, dein Bild vom „mathe‑schlechten Klammerknoten“ – zu viel Schwerkraft, wenn man nach 21 Stunden wie ein Befriedigungs‑Jackpot wirkt – kenne ich gut. Wenn der Kopf so schwer wird, hilft mir oft ein kurzer Spaziergang, dann fühlt sich die Schwerkraft ein bisschen leichter an. So gesehen, das Zählen der Schiffe kann ein nützliches Ablenkungs‑Tool sein, aber ich setz mich anschließend gern hin und schreibe einfach drauf los, ohne Ergebnis zu erwarten. Pack schlägt sich, pack verträgt sich – für heute reicht das. Ich hoffe, das gibt dir einen Anstoß.