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Barkeeperin, Clean seit 4 Monaten – muss ich jetzt noch Koks servieren
Seit 123 Tagen bin ich sauber, und das fühlt sich an wie ein kleiner Sieg, den ich immer wieder in den Spiegel werfe. Doch heute Morgen war ich wieder im Bar-Shift, die Tür quietschte, das Lächeln der Gäste war wie gewohnt warm. Als die Kellnerin mich fragte, ob ich ihr den Koks für den VIP-Client geben könne, hab ich erst einen Schritt zurückgetan. Ich sag' mir, „tbh, ich hab das letzte Mal so spät gearbeitet, als der Koks plötzlich wieder zum 'Funktionsmittel' wurde.“
Ich hab's trotzdem getan – weil ich dachte, es wäre der einzige Weg, die Arbeit zu machen, den ich kenne. Und dann kam der Moment, wo ich im Stillen an den Herzrhythmusstörungen nach dem letzten Koks dachte und plötzlich die Angst kam, die ich seit 4 Monaten versucht habe abzuwenden. Ich weiß, das war ein Fehler, aber ich wollte nicht, dass der Kunde denkt, ich würde den Job nicht machen.
Jetzt frage ich mich: Wie geht das richtig? Muss ich wirklich noch Koks servieren, um in der Gastro zu bleiben? Oder gibt es Alternativen, die ich ausprobieren kann, ohne dass mein Job gefährdet ist? Ich hab schon mal bei der Therapie nachgefragt, aber die Antwort war immer noch ein bisschen „es ist nicht einfach“.
Hab ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, wenn man im Job noch die Droge braucht? Wie schafft ihr den Spagat zwischen sauber sein und den Erwartungen der Kunden gerecht werden? Bitte teilt eure Gedanken – ich... vielleicht kennt das jemand hier auch.
