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Warum ich beim Arzt jetzt lieber über meine Angst rede als über das Kiffen

Also, ich sitz hier an einem ruhigen Sonntag im kleinen Café an der Kottbusser, die Sonne dringt endlich wieder durch die dichten Bäume im Park und ich fühl mich irgendwie leichter – fast ein bisschen stolz, weil ich jetzt schon fast ein Jahr clean bin, wallah. Trotzdem krabbelt dieses mulmige Gefühl immer noch im Hintergrund, besonders wenn ich an die nächste Untersuchung beim Facharzt für Substitution denke. Seit ein paar Wochen bin ich in der Beratungsstelle, die mir ein paar Termine bei einem Neurologen vermittelt hat, weil ich mir Sorgen mache, ob mein Gehirn nach so langer Zeit mit Kiff noch ordentlich funktioniert. Die Ärztin hat mir dann erzählt, dass bei mir keine Anzeichen für Opiat‑Abhängigkeit vorliegen, aber sie will jetzt trotzdem ein Protokoll starten, um sicherzugehen, dass ich nicht plötzlich in irgendeine Substitutions‑Therapie rutsche. Ich hab das Gefühl, dass ich mich da jetzt irgendwie rechtfertigen muss, obwohl ich ja nix mehr rauche. Habt ihr das schon mal erlebt, dass man bei einem Arzttermin plötzlich das Gefühl hat, man muss seine ganze Suchtgeschichte auspacken, obwohl man gerade erst versucht, clean zu bleiben? Und wie geht ihr damit um, wenn das Gespräch plötzlich in die Richtung von Substitution geht, obwohl ihr das gar nicht wollt? Ich will nicht, dass meine Mama wieder denkt, ich sei die „Brave“, die alles im Griff hat, aber gleichzeitig will ich nicht jede kleine Unsicherheit einfach ignorieren. Ich habe letztens bei einem meiner Freunde gehört, dass manche Menschen einfach sagen, sie würden lieber gar nicht mehr über ihre Vergangenheit reden, weil das den Fortschritt behindert. Aber ist das jetzt ein Ausweg oder nur ein Weg, um die Angst zu betäuben? Bin super dankbar für jede Meinung, besonders wenn ihr ähnliche Erfahrungen habt. 🙏
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