Öffentlich lesbarer Thread
Wenn die Enkel plötzlich „Mama“ rufen – was tun
Heute Abend sitzt die alte Uhr im Flur und tickt lauter als sonst, und ich sitz hier mit einer Tasse Tee, während draußen das Licht vom Hafen schwach flackert. Meine beiden Enkel, Lilli (12) und Felix (8), kommen von ihrem Vater nach Hause und fragen plötzlich nach meiner „Mama“. Ich war kurz verwirrt, dann wurde mir klar, dass das die kleine Lilli war, die nach dem Abendessen plötzlich meinte: „Nana, ich will, dass meine Mama hier bleibt.“ Ich hab ihr nur ein müdes Lächeln geschenkt und gesagt, dass wir alle zusammen sind, aber innerlich hat's mich fast umgehauen.
Ich frage mich, ob das ein Hinweis darauf ist, dass meine Tochter (die jetzt wieder im Alkoholstrudel steckt) irgendwie doch noch zu uns zurückfindet, oder ob das einfach nur die Kinder sind, die nach Sicherheit suchen, weil ihr Vater gerade sehr beschäftigt ist. Ich seh die Sorge in ihren Augen, die mich jedes Mal ein Stück tiefer in den Sessel drückt. Heute war ich schon den ganzen Tag damit beschäftigt, das Haus zu putzen, Essen zu kochen und ein paar Kleider zu flicken – und dann das mit dem „Mama“-Rufen. Ich fühl mich manchmal wie eine Marionette, die versucht, alles zusammenzuhalten, aber meine Hände zittern schon ein bisschen.
Habt ihr so etwas erlebt, dass eure Enkel plötzlich nach einer „Mama“ rufen, die nicht mehr da ist? Wie geht ihr damit um, wenn ihr das Gefühl habt, zwischen den Rollen zu zerbrechen – Oma, Ersatz‑Mama, Hausfrau, und jetzt noch das große Ohr für all ihre Ängste? Ich bin echt müde, aber ich denke, vielleicht hilft es, einfach zuzuhören, ohne gleich zu viel zu analysieren. Trotzdem frage ich mich, habe ich in der Erziehung meiner Tochter etwas falsch gemacht, das jetzt hier an den Enkeln spürbar wird? Ich würde gern eure Gedanken hören, auch wenn ihr nur ein Wort habt. ❤️
