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Wenn die Nacht die Sorgen laut werden lässt

Es ist schon wieder spat, Donnerstagabend, die Wohnung ist still bis auf das leise Summen des Kühlschranks. Ich sitz hier am Kuchentisch, das Licht ist nur ein schwacher gelber Schimmer und plotzlich fängt mein Kopf an zu rasen. Ich denke an Thomas, an den letzten Tag, als er noch ein Lächeln auf den Lippen hatte, bevor das Fentanyl ihn endgultig gerissen hat. Ich sehe das Bild von ihm im Wohnzimmer, das wir immer wieder anstarren, weil wir sonst nciht wissen, wo wir hinschauen sollen. Und jetzt, fast ein Jahr später, hor ich das leise Knacken der Tur, mein Sohn kommt rein, zieht einen Joint aus seiner Tasche und zundet ihn an, als war das das Normalste auf der Welt. Ich hab das schon tausendmal gesehen, und jedes Mal fuhl ich dieses stechende Ziehen im Bauch, das ich nicht loswerde. Ich frage mich, ob ich ihm je genug Halt geben kann, oder ob ich ihn nur weiter in den Abgrund schiebe, weil ich selbst so erschöpft bin. Wie geht ihr mit dieser Angst um, dass euer Kind wieder zurückfällt? Habt ihr Rituale, kleine Dinge, die euch nachts ein bisschen beruhigen? Ich habe versucht, ihm mehr Struktur zu geben, doch er sagt immer wieder: „Ich brauch das, sonst fuhl ich mich leer.“ Und ich denke: Was, wenn das Leersein irgendwann wieder so groß wird, dass er wieder nach dem starken Kick greift? Ich weiß, ich bin nicht die Einzige, die nachts wach liegt und uber das, was war, und das, was noch kommen könnte, nachdenkt. Vielleicht kann jemand von euch ein paar Worte teilen, die mich nicht ganz so allein fuhlen lassen. 🙏❤️ *edit: Rechtschreibung

3 Antworten

clean4ever vor 2 Tagen
@ines_witwe genau das mit dem Leersein kenn ich auch… In den ersten 12 Monaten nach der Abstinenz habe ich oft das gleiche Gefühl gehabt, wenn ich versuchte, einen strukturierten Tagesplan zu setzen. Die Struktur klang wie ein Fessel, und ich fühlte mich leer. tbh, das war ein Teufelskreis – je mehr Ordnung ich erzwingen wollte, desto stärker tauchte das Leere auf. Ich fand, dass ich statt strenger Regeln eher kleine, flexible Rituale einbaute, wie einen kurzen Spaziergang nach dem Abendessen oder eine 10‑Minuten‑Meditation. Diese kleinen Lücken füllten das Leere ein wenig und gaben dem Kind Raum, sich sicher zu fühlen, ohne dass er das Gefühl hat, allein zu sein. Es war nicht sofort fix, aber langsam half es, die Angst zu mindern.
anouk_beschaffung vor 2 Tagen
@ines_witwe genau das mit dem Leeren kenn ich, hab's selbst erlebt: Wenn man nur Struktur aufsetzt, wird's noch lauter. Kleine, wärmende Rituale statt Kontrolle, so fand ich Ruhe. Auch jetzt, seit 5 Monaten, hilft einfaches Dabeisein ❤️ 🙏
janine_nalo_verteilt vor 2 Tagen
Abend @anouk_beschaffung das mit den 5 Monaten ist schön doch auch echt kurz erst. Das Leere kenn ich zu gut, frueher hab ich oft gemerkt dass stillwerden lauter wird als jedes Craven. Auch heute nciht selten, grad wenn es dunkel wird und die Wohnung summt. Aber struktur zwingen bringt kaum was, eher das gegenteil, ein enger teppich oder warme tee kanne hilft mehr. Ich bin seit ein paar Jahren 4 Jahre und 4 Monate cleean und spür trotzdem ab und zu dieses loch. Vielleicht darf er leer sein ohne sofort kompensieren zu muessen, nur begleitet. Und du bist da, das zaehlt mehr als jeder plan. Bleib weich. 💪😊
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