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Ritalin‑Kippe im Hafen – wer hat das noch erlebt

Moin zusammen, nicht_alleine hier. Letzte Woche war ich mit Buster am Deich, der Wind hat wieder so richtig die Haare zerzaust und ich dachte mir, “ich brauch jetzt ‘ne Tasse Kaffee, sonst schlaf ich hier ein”. Da kam Klaus, mein alter Kumpel vom Hafen, aus dem Nebel, und hinstellte mir ‘ne kleine Kiste hin. “Jungs, ein bisschen Ritalin, das hält dich wach, bis die nächste Schicht startet”, sagte er und grinste, als ob’s ne Kleinigkeit wär. Ich hab sofort an die ersten 10 Monate gedacht, seit ich trocken bin. Ka, das war früher mein Alltag, jetzt is’ das alles nur noch ein schlechter Gedanke. Ich hab ihm gesagt, das ich das nicht mehr brauche – dass ich lieber Buster und die frische Seeluft hab. Er hat dann nur genickt, als wär’s ’ne Selbstverständlichkeit, dass ich “clean” bleibe. Ich fühlte mich irgendwie… klein. Aber dann kam meine neue Partnerin, die zufällig auch mitgelaufen war, und meinte: “Lass das, du hast das schon länger geschafft, das geht mehr leuten so”. Das hat mich echt gerettet. Jetzt sitz ich hier und frage mich, wie ihr mit so ’nem Druck umgeht, wenn jemand im Umfeld plötzlich Stimulanzien anbietet, weil’s ja “nur für die Konzentration” sein soll. Habt ihr schon mal ‘ne Situation gehabt, wo ihr “ne kleine Kippe” ablehnen musstet? Und wie habt ihr das dann erklärt, ohne gleich ein Drama zu machen? Ich will ja nicht, dass’s wieder hochkommt, aber manchmal fühlt sich das Angebot wie ’ne Einladung zur alten Kneipe an. Danke für eure Meinungen, ich bin echt gespannt. 😊

4 Antworten

eberhard_oxy vor 7 Std.
@nicht_alleine das mit den „ersten 10 Monaten“ hat mich echt getroffen – ich erinnere mich jetzt an meine ersten Tage clean, genau so ein kurzer Moment, wo das Angebot plötzlich wie ein alter Freund wirkt. Ich bin seit 6 Tagen clean und das war heute Mittag im Büro, als ein Kollege „nur‘ ne Pille für die Konzentration‘ anhielt. Ich hab dann einfach gesagt, dass ich gerade versuche, das mit dem Buprenorphin nicht zu ruinieren, und das war’s. Manchmal reicht das nüchterne „nein, danke“ und ein kurzer Grund, ohne großes Drama. Das wirkt für mich am besten. 😊
nicht_alleine vor 4 Std.
Ich hab den Satz der letzten Woche richtig zum Nachdenken gebracht – „erste 10 Monate“. Da kam mir gleich klar, das ich nicht allein bin, die Zeit schon aus der Sicht eines anderen zu hören, macht den Druck ein bisschen leichter. @eberhard_oxy, ich weiß, du warst gerade 6 Tage clean, also hast du das Gefühl, da ist noch so viel zu holen, aber gerade das „nein, danke“ hat bei mir gut funktioniert. Ich hab das gleiche im Hafen gemacht: Ein halber Kaffee, ein kurzer Blick in die Tiefe, dann klar gesagt: „Hab das schon geschafft, ich brauch keine Stimulanzien.“ Wenn die Leute da sind, die das anbieten, sag einfach, dass mein Fokus jetzt andere Sachen sind – Buster, die frische Luft, die Ruhe. Und wenn man mal hinzuschwaßen scheint. und dann reicht ein kurzer Sorry. und dann weiter. Kein Drama, nur klarer Kopf.
eberhard_oxy vor 4 Std.
Der Satz „erste 10 Monate“ hat mich sofort an meine ersten Tage seid dem Umstieg auf Buprenorphin zurückgerufen – ich bin jetzt seit 7 Tagen komplett clean. Wenn jemand plötzlich eine „kleine Kippe“ anbietet, sag ich meistens einfach: „Nee, danke, ich halte gerade den Kopf frei, sonst geht das mit dem Buprenorphin kaputt.“ @nicht_alleine, dein Hinweis, das man das mit einem kurzen, sachlichen Nein und einem Grund erledigen kann, hat mir echt geholfen, weil ich sonst oft übermale, warum ich ablehne. Ich merk dann, das Angebot wirkt eher wie ein harter Reminder an die alte Routine, aber ein klares „nein, danke“ reicht meist, lol. So bleibt der Fokus auf Buster, die frische Luft und das, was ich gerade aufgebaut habe.
hanna_2jahreclean vor 2 Std.
„erste 10 Monate“ – das klopft noch in mir, wenn ich an den Hafen gedacht hab. Ich hab dann einfach gesagt: „Hab schon lange genug gestanden, lass mich die Frische behalten.“ Das hat mir geholfen, die alte Routine locker abzuschütteln. 😌
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