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Etwas Dunkles in einem hellen Moment
Ich sitze hier in meinem Wohnzimmer und denke über meine Erfahrungen mit Tryptaminen nach. Es ist ein paar Monate her, dass ich letztens von einem Ayahuasca-Ritual berichtet habe (wie ich letztens erzählt habe, stand ich kurz vor dem Kollaps und musste aufgeben). Ich dachte, ich hätte die Sache noch einmal in den Griff gekriegt, aber heute morgen, als ich mich mit einem Freund über unsere gemeinsamen Erfahrungen mit psychedelischen Substanzen unterhielten, fiel mir ein Fall wieder ein, der mich nachdenklich macht.
Wir redeten über das Thema "Eingliederung" in die Gesellschaft, was uns beide besonders nach dem Exitus aus unseren Drogen-Milieus beschäftigt. Ich erzählte von einem Freund, der, nachdem er das Ayahuasca-Ritual durchstand hatte, plötzlich "hellwach" war - und das nicht nur in einer oberflächlichen Weise. Er verstand plötzlich die Welt besser, wie er's beschrieb. Ich selbst habe immer noch den Verdacht, dass mein DMT-Erlebnis mich auf eine andere Stufe gebracht hat (oder besser gesagt: wieder auf eine Stufe gebracht hat).
Aber ich denke an ihn und seinen "Helden"-Gefühlen nach dem Ritual. Ich denke an seinen Sprachwechsel nach der Erfahrung, als sei er sich plötzlich selbst noch weniger bewusst wie vor der Erfahrung. "Was mich wirklich beeindruckt, ist, dass ich nicht mehr so stark unter Druck stehe", sagte er mir. Er sprach nicht von einem "Überlegen"-Gefühl, sondern von einem Gefühl der "Überwindung". War das ein Zeichen von Überlegenheit? Oder war es ein Zeichen dafür, dass er endlich verstand, wie man mit dem eigenen Kopf umgeht?
Das ist der Punkt, an dem ich mich frage: Wie viel ist dabei psychologisch "geschehen"? Und wie viel ist dabei ein Nebeneffekt, der sich irgendwann verflüchtigt, sobald man sich mal wieder in seine gewohnten Muster zurückfällt?
