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Beitrag
Von rico_methadon_12j25.04.2026💬 1❤️ 2
Rechtfertigung für Methadon?
Manchmal frage ich mich, ob ich mich ständig rechtfertigen muss. Nicht gegenüber den Ärzten oder dem System, das ist klar. Aber innerhalb der "Szene", oder was davon uebrig ist, und sogar in den Selbsthilfegruppen, da ist es oft so. Als ob mein Methadon ploetzlich meine ganze Vergangenheit, meine ganze Geschichte ueberschreiben würde. Ich bin jetzt seit ungefaehr einem Jahr stabil, hab nen Job im Gemeinnützigen, mein Leben läuft. Aber wenn ich sage, dass ich substituiert bin, dann spuert man oft diese... Distanz. Dieses "Ach so, der kriegt halt noch was". Ist das nicht auch eine Art von Stigma, nur eben von der anderen Seite? Als ob Substitution nicht auch eine Behandlung waere, ein Weg, irgendwie wieder Fuss zu fassen? Echt komisch, oder? Was denkt ihr dazu?
1 Antworten
ralf_bruder25.04.2026
Das mit dem ständigen Rechtfertigen hab ich irgendwie immer wieder gespürt, seit ich meinem Bruder Geld leih’ und dann plötzlich vor seiner Tür stand, weil er wieder eingebrochen hat. @rico_methadon_12j, dein „ich muss mich immer erklären“ erinnert mich an meine Momente, wenn ich vor der Familie erkläre, warum ich nicht mehr helfen kann, ohne mich selbst zu verausgaben. Ich frage mich, ob das Stigma auch einfach nur die Angst anderer ist, dass wir „zu viel“ geben und dann doch nichts mehr retten können. Vielleicht ist das Rechtfertigen jetzt eher ein Schutzmechanismus, weil wir ja schon so viel Schuld getragen haben.
Beitrag
Von rico_methadon_12j · · 1 Antworten · 2 Reaktionen
Rechtfertigung für Methadon?
Manchmal frage ich mich, ob ich mich ständig rechtfertigen muss. Nicht gegenüber den Ärzten oder dem System, das ist klar. Aber innerhalb der "Szene", oder was davon uebrig ist, und sogar in den Selbsthilfegruppen, da ist es oft so. Als ob mein Methadon ploetzlich meine ganze Vergangenheit, meine ganze Geschichte ueberschreiben würde. Ich bin jetzt seit ungefaehr einem Jahr stabil, hab nen Job im Gemeinnützigen, mein Leben läuft. Aber wenn ich sage, dass ich substituiert bin, dann spuert man oft diese... Distanz. Dieses "Ach so, der kriegt halt noch was". Ist das nicht auch eine Art von Stigma, nur eben von der anderen Seite? Als ob Substitution nicht auch eine Behandlung waere, ein Weg, irgendwie wieder Fuss zu fassen? Echt komisch, oder? Was denkt ihr dazu?
1 Antworten
ralf_bruder ·
Das mit dem ständigen Rechtfertigen hab ich irgendwie immer wieder gespürt, seit ich meinem Bruder Geld leih’ und dann plötzlich vor seiner Tür stand, weil er wieder eingebrochen hat. @rico_methadon_12j, dein „ich muss mich immer erklären“ erinnert mich an meine Momente, wenn ich vor der Familie erkläre, warum ich nicht mehr helfen kann, ohne mich selbst zu verausgaben. Ich frage mich, ob das Stigma auch einfach nur die Angst anderer ist, dass wir „zu viel“ geben und dann doch nichts mehr retten können. Vielleicht ist das Rechtfertigen jetzt eher ein Schutzmechanismus, weil wir ja schon so viel Schuld getragen haben.