Der erste Kontakt – so gelingt er

📞 Der erste Kontakt – so gelingt er

Du hast eine Anlaufstelle gefunden? Dann kommt jetzt der Schritt, der sich am schwersten anfühlt: der erste Kontakt. Dass du davor Angst hast, ist völlig normal – fast alle empfinden das so. Du musst nichts beweisen und nichts perfekt machen. Hier ist alles, was dir hilft.

Was dich beim ersten Gespräch erwartet

  • Am anderen Ende ist ein Mensch, der täglich mit solchen Anrufen umgeht – ohne Vorwürfe, ohne Bewertung.
  • Du musst nichts vorbereitet haben und keine „richtige" Diagnose kennen. „Ich brauche Unterstützung" reicht völlig.
  • Oft geht es beim ersten Mal nur darum, einen Termin auszumachen oder kurz zu klären, ob du richtig bist.
  • Du bestimmst das Tempo. Du darfst Fragen stellen, Pausen machen, oder sagen: „Mir fällt das gerade schwer."
  • Es ist vertraulich – Beratungsstellen haben Schweigepflicht.

Dein Anruf-Skript – einfach vorlesen, wenn dir die Worte fehlen

„Guten Tag. Mein Name ist [Vorname – oder: ich möchte anonym bleiben]. Ich melde mich, weil ich Unterstützung bei [worum es geht, z. B. Alkohol, Drogen, für einen Angehörigen] suche. Bin ich bei Ihnen richtig – und wie geht es weiter?" Wenn du unsicher bist, hilft auch einfach: „Ich weiß nicht genau, wie ich anfangen soll. Können Sie mir helfen?"

Deine Rechte – daran darfst du dich festhalten

Anonym. Du musst deinen Namen nicht nennen, wenn du nicht willst.
Kostenlos. Suchtberatung ist in der Regel gratis.
Schweigepflicht. Was du sagst, bleibt dort.
Freiwillig. Du gehst keine Verpflichtung ein und kannst jederzeit aufhören.

Wenn Anrufen gerade zu viel ist

  • Viele Stellen bieten E-Mail, Kontaktformular oder Chat an – schreiben ist oft leichter als reden.
  • Bitte jemanden, dem du vertraust, dabei zu sein oder für dich anzurufen.
  • Geh persönlich zu einer offenen Sprechstunde – ohne Anruf.
  • Nutze eine anonyme Telefon-/Onlineberatung als ersten, unverbindlichen Schritt.

Häufige Ängste

Was, wenn ich anfange zu weinen?

Das ist okay und passiert oft. Die Person kennt das und gibt dir Zeit. Gefühle sind kein Grund aufzulegen.

Was, wenn gerade kein Platz frei ist?

Dann bekommst du meist einen Wartelisten-Platz, eine Empfehlung für eine andere Stelle oder eine Überbrückung. Frag ruhig: „Was kann ich bis dahin tun?"

Kostet mich das etwas?

Beratung ist in der Regel kostenlos. Bei Therapie/Reha übernehmen meist Krankenkasse oder Rentenversicherung – die Stelle hilft dir beim Antrag.

Erfährt das mein Arbeitgeber / meine Familie?

Nein. Beratungsstellen unterliegen der Schweigepflicht. Du entscheidest, wer etwas erfährt.

Muss ich sofort aufhören zu konsumieren?

Nein. Du musst nichts mitbringen außer dem Wunsch, dass sich etwas verändern darf. Der Rest ist ein Weg, kein Test.

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