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Diskussion: Die Gott-Komplex-Droge: Wie Kokain (& Alkohol) einen Narzissten in dir...

Kokain‑Alkohol‑Mix – hat das bei euch auch das Ego aufgeblasen? Ich hab neulich den Artikel „Die Gott‑Komplex‑Droge“ gelesen und musste sofort an Max denken. Der 16‑Jährige aus meiner 9. Klasse kam ne Woche nach dem Sportunterricht total abgefahren in die Pause, grinste breit und erzählte, er hätte am Wochenende mit ein paar Typen “ein bisschen was” gemixt – Koks und ein Bier. Noch am nächsten Tag war er plötzlich super selbstsicher, redete über „große Pläne“, hat die ganze Klasse übertönt und meinte, er wüsste jetzt, wie man alles besser macht. Ich sah sofort das Muster: das bisschen Alkohol macht das Kokain noch „großartiger“, und plötzlich schwingt da ein echter Narzissmus‑Vibe mit. Ich hab versucht, mit ihm klein zu reden, ihm zu zeigen, dass das nur ein kurzer Kick ist, aber er ist total in seiner eigenen Welt gefangen. Ich fühl mich oft machtlos, weil ich keinen clean‑counter hab, nur die Lehrer‑ und Eltern‑rolle. Manchmal frage ich mich, ob ich… Ich merke, dass ich nur kleine schritte machen kann, nicht gleich das ganze System. Meine Erfahrung: das Ego wird plötzlich so groß, dass es fast die ganze Klasse dominiert und andere sich zurückziehen. Habt ihr in euren Klassen oder im eigenen Umfeld ähnliche Verhaltensänderungen beobachtet, wenn jemand Koks mit Alkohol mixt? Und wie geht ihr mit diesem plötzlich aufgeblasenen Selbstbild um? 🙏 📄 Zum Artikel: https://anonym-suchthilfe.de/narzissmus-kokain-sucht-alkohol-cocaethylen-recovery/ ... musste das grad einfach mal rauslassen.

12 Antworten

jörg_haftraus vor 6 Tagen
Der Satz „Ich fühl mich oft machtlos, weil ich keinen clean‑counter hab, nur die Lehrer‑ und Eltern‑Rolle“ hat mich echt getroffen – ich kenne das Gefühl, wenn man nur außenstehend beobachten kann, wie jemand im Rausch plötzlich das Sagen übernimmt. @92anna, bei mir war das ähnlich, als ein Kumpel nach ner Koks‑Alkohol‑Sause plötzlich das Wort ergriff und ich nur noch der stille Beobachter war. Was mir geholfen hat, war, klare Grenzen zu setzen und nicht jedes Aufblähen zu füttern, sondern danach sofort wieder das normale Gespräch zu suchen. Man muss das Ego nicht komplett zerreißen, sondern einfach nicht mitspielen, wenn es überhand nimmt. 🙏
lu_aus_k vor 6 Tagen
@jörg_haftraus genau, der Moment, wo ich nur noch der stille Beobachter bin, war echt brutal. Ich hab versucht, mit kleinen Fragen zu brechen, die seine „großen Pläne“ auf den Grund zu ziehen. Manchmal hilft ein einfaches „Wieso brauchst du das?“. 🙏
jörg_haftraus vor 6 Tagen
ich muss das kurz loswerden: Der Satz „ich fühl mich oft machtlos, weil ich keinen clean‑counter hab, nur die lehrer‑ und eltern‑rolle“ hat mich sofort an meine letzte Woche erinnert. Ich sitz seit etwa 20 Tagen clean und merke, dass ich oft nur zuschaue, wenn jemand im Club plötzlich das Oberhaupt spielt – ich hab einfach keine eindeutige Gegenposition. Was bei mir ein bisschen geholfen hat, war, sofort nach dem Aufblähen ein normales Thema reinzupusten, statt das Ego weiter zu füttern. @lu_aus_k, hast du noch andere Fragen, die du stellst, wenn das Ego wieder „groß“ wird? 🙏
kaffeepause vor 5 Tagen
Der Satz „ich fühl mich oft machtlos, weil ich keinen clean‑counter hab, nur die lehrer‑ und eltern‑rolle“ hat mich sofort an meine eigenen Nächte erinnert, wenn ich mitten im Krankenhausflur stehe und mein Sohn nach dem nächsten Kater fragt. Ich kann nur zusehen, weil ich keine Gegenposition habe, nur die Mutter‑rolle, die immer wieder zurücktritt. @jörg_haftraus, deine Idee, das Gespräch sofort wieder auf Alltagsthemen zu schieben, probiere ich gerade aus – manchmal reicht ein simpler Satz wie „Wie war dein Tag?“ um das aufgeblasene Ego kurz zu ent‑schärfen. Trotzdem bleibt das Gefühl, im Kreis zu laufen, fast täglich. 😔
werner_alte_schule vor 5 Tagen
Der Satz „Ich fühl mich oft machtlos, weil ich keinen clean‑counter hab, nur die Lehrer‑ und Eltern‑Rolle“ hat mich echt hängen lassen. Vor ein paar Monaten war ich in der Sucht‑Selbsthilfe‑Gruppe und jemand hat plötzlich mit einem Koks‑Alkohol‑Drink angefangen, dann stand er plötzlich über allen und predigte von „neuen Wegen“. Ich saß da, fühlte mich wie ein stiller Aufpasser, ohne irgendwas, woran ich anlehnen konnte – einfach nur die „Lehrer‑Rolle“, die keiner hören wollte. Was mir dann half, war, das Gespräch plötzlich auf etwas ganz Alltägliches zu lenken, zum Beispiel das Wetter oder die neue Baustelle an der Karl-Marx‑Allee. Das bricht das übergroße Ego ein bisschen und gibt mir wieder ein kleines Stück Kontrolle zurück. Ich weiß, das ist kein Patentrezept, aber zumindest ein Ansatz, wenn man sonst nur zuschaut. 🙏
lukas2023 vor 4 Tagen
Der Satz “ich fühl mich oft machtlos, weil ich keinen clean‑counter hab” hat mir echt die Eier gerührt – ich war in der Schule, sah nen Typ nach nem Koks‑Bier plötzlich King werden, und ich stand nur da, ohne Gegenwehr. Hab dann einfach das Gespräch auf die nächste Mathe‑Aufgabe gelenkt, das hat das Ego kurz gekappt. 🙏
neuanfang7 vor 4 Tagen
Die Sache mit dem Gefühl der Machtlosigkeit, "weil ich keinen clean-counter hab, nur die Lehrer- und Eltern-Rolle" – das packt mich echt. Als Sozialarbeiter, und auch weil ich selbst seit 'ner Weile auf der trockenen Seite bin, seh ich das oft bei jungen Leuten, die denken, sie sind unbesiegbar mit so nem Mix. @92anna, dein Beispiel mit dem Max, das ist leider echt ein Klassiker. Ich hab da auch oft nur die Rolle des Ratgebers, aber was nützt das, wenn der andere im Rausch denkt, er hat die Weisheit mit Löffeln gefressen. Früher, da hätte ich mich davon total runterziehen lassen, aber heute versuch ich, wie einige hier auch schon meinten, einfach den Ball flach zu halten und auf das Alltägliche zurückzukommen, wenn der "Gott-Komplex" überkocht. Das klappt nicht immer, aber es ist besser als nur danebenzustehen.
sabrina_koks vor 4 Tagen
Dieses Gefühl der Machtlosigkeit, weil man nur die „Lehrer-Rolle“ hat und kein eigenes Gegen-Erlebnis wie einen „clean-counter“, das kenne ich echt. Als ich früher in der Gastro gearbeitet hab, war das ähnlich. Da war ich selbst total drin, und wenn jemand dann mit diesem aufgeblasenen Ego nach nem Koks-Bier da stand und meinte, er wüsste alles besser, dann hab ich das oft einfach hingenommen. Oder schlimmer, hab mitgemacht. Jetzt, wo ich clean bin, seh ich das noch deutlicher. Diese kurzen Momente, wo jemand denkt, er ist der Gott-König auf Erden, weil er was gemischt hat – das ist so ein krasser Kontrast zu dem, wie man sich danach fühlt. Ich versuch jetzt, so wie ihr das auch schreibt, das Gespräch auf was ganz Normales zu lenken. Manchmal reicht schon die Frage nach dem Wetter oder was es zum Abendessen gibt. Das bricht die Illusion kurz auf, ohne direkt zu konfrontieren. Ist halt schwer, wenn man selbst noch kämpft, aber es ist ein Anfang, glaub ich.
rico_methadon_12j vor 4 Tagen
Der Satz mit dem "keinen clean-counter" hat mich auch getroffen, auf ne andere Art vielleicht. Ich bin substituiert, seid 12 Jahren jetzt, und hab auch kein Label, wo ich mich dran festhalten kann. Bin nicht "clean" im klassischen Sinne, aber auch nicht mehr in der Szene unterwegs. Das ist fast noch schlimmer, dieses Dazwischen. Wenn ich bei der Selbsthilfegruppe sitze, hab ich auch oft das Gefühl, dass meine Erfahrung nicht zählt, weil sie nicht in das Schema passt. Vielleicht sind wir alle irgendwie auf der Suche nach nem Platz, wo wir nicht nur zuschauen. Irgendwie jedenfalls.
werner_alte_schule vor 4 Tagen
Ich kann das Gefühl der Machtlosigkeit verstehen, wenn man nur die "Lehrer- und Eltern-Rolle" hat und keinen "clean-counter", um gegen das aufgeblasene Ego anzukommen. Mir geht es ähnlich, wenn ich in meiner geförderten Wohnung sitze und an meine eigenen Erfahrungen denke. Ich bin seid ein paar Monaten clean und merke, wie schwierig es ist, wenn andere im Rausch sind und man selbst nur zuschauen kann. Ich habe auch gelernt, das Gespräch auf alltägliche Themen zu lenken, um das Ego nicht weiter zu füttern. Es ist nicht immer leicht, aber es ist ein Ansatz, um wieder ein bisschen Kontrolle zurückzugewinnen. Ich denke, wir alle suchen nach einem Weg, um mit solchen Situationen umzugehen, und es ist gut, dass wir hier darüber sprechen können.
92anna vor 4 Tagen
Der Satz "Ich fühl mich oft machtlos, weil ich keinen clean‑counter hab, nur die Lehrer‑ und Eltern‑Rolle" hat mich echt getroffen. @92anna, das ist so treffend. Dieses Gefühl, nur zuschauen zu können, weil man eben nicht in der Position ist, selbst direkt gegensteuern zu können, kenne ich auch, wenn auch aus einer anderen Ecke. Bei meinen Schülern, wenn die so einen richtigen "Gott-Komplex" entwickeln nach dem Vapen oder was auch immer sie da gerade für sich entdecken. Ich hab neulich versucht, Max mal wieder auf den Boden zu holen. Er war mal wieder total abgedreht und hat von seinen "genialen Ideen" geredet. Ich hab ihn dann gefragt, ob er Bock hat, mir bei einer Schulaufgabe zu helfen, die echt knifflig ist. Einfach mal was Konkretes, wo er sich konzentrieren muss und nicht nur groß reden. Das hat ihn kurz aus der Fassung gebracht, aber dann war er wieder drin. Manchmal hilft es, diese aufgeblasene Blase mit was ganz Alltäglichem zu pieksen, auch wenn es nur kurz wirkt. Dieses Gefühl der Ohnmacht bleibt halt trotzdem oft.
sabrina_koks vor 4 Tagen
Der Satz „ich fühl mich oft machtlos, weil ich keinen clean‑counter hab, nur die lehrer‑ und eltern‑rolle“ hat mich echt mitten ins Herz getroffen. Ich erinnere mich an einen Abend im Club, kurz bevor ich clean gegangen bin – plötzlich stand ein Typ mit Koks‑Bier vorne, hat die ganze Crowd mit „ich bin der König“ abgefertigt und ich hab nur zugeschaut, weil ich selbst keine Gegenposition hatte. Das brachte mir dann klar, dass mein einziger “Counter” nämlich meine eigene Entscheidung war, die ich erst später wirklich umsetzen konnte. Heute, nach fast 120 Tagen ohne Koks, merke ich, dass das Aufblähen oft nur ein kurzer Auftritt ist, weil das Ego keinen Stoff mehr hat. Ich versuche jetzt, das Gespräch sofort wieder auf ganz banale Dinge zu lenken – Wetter, was zum Frühstück war – und merke, dass das die Wucht ein bisschen dämpft. Vielleicht hilft es ja, wenn wir uns bewusst machen, dass wir nicht jede „Gott‑Komplex‑Show“ gewinnen können, sondern einfach unser eigenes Stück Normalität halten. 🙏
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