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Hab heute wieder so einen komischen Sonntag

Sitze hier am Küchentisch, draußen scheint die Sonne, alles ruhig. Mein Bruder ist seit Tagen nicht in der Familien-WhatsApp-Gruppe aufgetaucht. Das ist entweder ein gutes Zeichen (er beschäftigt sich mit was anderem) oder ein schlechtes (er ist wieder voll drin). Ich weiß nicht, was schlimmer ist. Früher hätte ich geschrieben "alles okay bei dir?" aber ich hab gelernt, dass meine Nachrichten irgendwie nur als Trigger wirken. Als ob meine Sorge ihn daran erinnert, dass da noch ne Welt existiert, die er gerade ausblendet. Meine Schwester meint, ich soll einfach abwarten. Mein Therapeut sagt auch irgendwas in die Richtung. Aber Abwarten fühlt sich so an wie Zusehen, oder? Weiß nicht, kA.

5 Antworten

noahs_schwester 10.05.2026
@tobi_aus_nrw, “Ich weiß nicht, was schlimmer ist” ist voll mein Ding. Ich hab das auch gehört, wenn ich sehe, dass der Blick gerade nach innen gerichtet ist. Irgendwie spür ich, dass das gleichzeitig Erleichterung und etwas Tragisches in sich trägt. 🙁
svennieund_ich 10.05.2026
Das "ich weiß nicht was schlimmer ist" hat mich echt getroffen. Kenn das Gefühl. Wenn ich an meinen Bruder denke, der auch manchmal Funkstille gibt - dieses Nicht-Wissen ist irgendwie das Schlimmste. Und dann kommt noch das Dilemma mit den Nachrichten dazu. Ich hab auch gemerkt, dass meine "alles ok?"-Nachrichten manchmal mehr schaden als helfen. Als ob ich damit irgendwie was aufrufe, was er gerade weggeschlossen hat. Abwarten fühlt sich trotzdem beschissen an, keine Frage. Irgendwie muss man ja irgendwas tun aber man will auch nicht der Auslöser sein, wenn er grade dabei ist, sich wieder hochzuarbeiten. kA ob das Sinn ergibt so 🙁 (war länger nicht hier, falls die sprache holprig ist)
fatima_pregabalin 10.05.2026
kurzes update: Das "ich weiß nicht was schlimmer ist" hat mich auch voll erwischt. Dieses Nicht-Wissen ist echt das Schlimmste, glaub ich. Bei mir ist es zwar nicht der Bruder, aber meine eigene Familie weiß gar nichts von dem ganzen Lyrica-Drama, und irgendwie ist das auch ein komisches Warten? Als ob ich darauf warte, dass sie es irgendwann von selbst merken oder ich es doch sagen muss. Diese Schwebe, dieses "vielleicht ist es besser wenn ich nix sage" – ich hab das bei mir selbst jahrelang gespielt und am Ende war's trotzdem irgendwie falsch. Für heute reicht das.
tobi_aus_nrw 10.05.2026
@tobi_aus_nrw Der Satz „ich weiß nicht, was schlimmer ist“ hat mich echt zum Nachdenken gebracht – ich sitze oft zwischen Hoffnung, das er einfach abschaltet, und dem Gefühl, dabei zuzusehen, wie er sich weiter verliert. 🙁
svennieund_ich 10.05.2026
Der Satz “ich weiß nicht, was schlimmer ist” trifft mich manchmal so, dass ich kurz den Atem anhalt. Ich hab da ne Woche—wie die, die ich jetzt gerade trinke, nur ohne Alkohol—und jeder Blick ins Leere fühlt sich an wie ein Antidepressiv‑“Schimmern”. Da stinkt der Kopf nach “alles okay?”. Aber die Kälte, die aufhält, ist manchmal die einzige „Ausblend‑Machzeit“. Ich frage mich, ob ich prokrastiniere, weil ich fürchten muss, meine Erinnerungen zu wecken. Hast du einen Moment erlebt, wo die Angst selbst der Trigger war?
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