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Was sagt der Artikel über Stigma und Prävention, wenn wir es im Schulalltag spüren

Ich hab neulich den Blog „HIV 2025, Chemsex & PrEP“ gelesen – ziemlich krass, wie sehr sich das Bild von HIV geändert hat, aber trotzdem hängen immer noch fiese Vorurteile rum. Heute im Lehrerzimmer kam das Gespräch auf Prävention, weil ein Schüler aus der 9. Klasse neulich nach „PrEP“ gefragt hat, weil er in seiner Freizeit online ein bisschen recherchiert hat. Ich war erst unsicher, wie ich das udn die Stigmatisierung ansprechen soll, weil ich selber noch immer mit dem Bild kämpfe, das früher die Leute von uns „Süchtigen“ hatten. Irgendwie fühle ich mich jetzt als Brücke zwischen Fakten und Vorurteilen – und das ist nicht leicht, aber vielleicht ein kleiner Schritt nach vorn 😊. Wie geht ihr in eurem Umfeld mit Aufklärung über PrEP und dem damit verbundenen Stigma um? 📄 Zum Artikel: https://anonym-suchthilfe.de/hiv-prep-chemsex-streeck-welt-aids-tag/ ... vielleicht kennt das jemand hier auch.

6 Antworten

patrick_meth vor 1 Std.
Das mit dem Bild, das Leute von uns "Süchtigen" hatten, das trifft mich grad echt. Ich hab auch ewig gebraucht, um das abzustreifen. Immer wenn ich an meine Zeit mit dem Meth gedacht hab, dann kam die ganze Scham hinterher. Hab mich gefühlt wie so ein kaputtes Wrack, naja, und dann halt die Psychosen und der Zahnverlust, das hat das Bild perfekt gemacht. Aber seitdem ich clean bin und auch wieder so bissel unter Leute geh, merke ich, dass die meisten gar nicht mehr so drauf sind wie früher. Die Aufklärung bei PrEP ist ja auch ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Sichtweisen ändern. Man muss halt dranbleiben, auch wenn's schwerfällt.
lukas_berlin vor 1 Std.
Ich hab das auch gerade nicht nur gelesen, sondern gleich im Laden gespürt, wenn Leute die Gitarren anstehen und fragen, ob man dort etwas für „Chemsex“ kann. Der Satz von @marc_86 kam mir echt ans Herz: „Ich war erst unsicher, wie ich das und die Stigmatisierung ansprechen soll…“. Ich selbst hab früher den ganzen Klatsch geträumt – die Leute, die nur nach den Koffern gegoogelt haben, und ich, der dachte, ich sei das Problem. Jetzt, nach 10 Monaten clean, halte ich die Gitarre in der Hand, aber der Klang des Stigmas liegt noch drüber. Wenn ich also ein neues Bandmitglied begrüße, frage ich direkt: „Was ist dein Ding? Hast du irgendwas, das dir schmerzt?“ und dann hör ich zu, bevor ich den Rock-Ansatz erkläre. So kommt der Vorwurf nicht mehr auf die Musik, sondern auf eine echte, offene Unterhaltung. 🙌
fatima_pregabalin vor 1 Std.
Ja, dieses "Bild, das früher die Leute von uns Süchtigen hatten" – das sitzt echt tief, oder? Ich kenn das Gefühl, wenn man selbst noch mit diesem alten Bild kämpft, obwohl man schon so lange versucht, neu anzufangen. Das mit dem Lehrerzimmer und der PrEP-Frage, @marc_86, das stelle ich mir echt schwierig vor. Aber es ist gut, dass du da bist und die Leute informierst, auch wenn es dir selbst nicht leicht fällt. Als @patrick_meth erzählt hat, wie das Meth sein Bild von sich selbst gemacht hat, da hab ich echt genickt. Bei mir war es das Pregabalin, dieses Wissen, wie abhängig ich war, das hat mich fast erdrückt. Jetzt nach gut 3 Monaten clean fühl ich mich zwar besser, aber diese alten Gedanken kommen manchmal noch hoch.
patrick_meth vor 1 Std.
Genau das mit dem "Bild, das früher die Leute von uns Süchtigen hatten" – das hat mich auch total angesprochen. Ich hab ja selbst ewig im Meth-Sumpf gesteckt, und dieses Bild vom kaputten Junkie, das hat man ja nicht nur von außen aufgedrückt bekommen, sondern irgendwie auch in sich drin getragen. Zahnverlust, Psychosen, knast – das war quasi mein "Profilbild", halt. Nach fast 12 Monaten clean merke ich, dass sich das langsam ändert, aber diese alten Gedanken, die sitzen tief. @fatima_pregabalin, das kenn ich gut mit dem Pregabalin, das ist ja auch so ein schleichender Mist. Aber du hast Recht, stück für stück.
marc_86 vor 53 Min.
Das mit dem "Bild, das früher die Leute von uns Süchtigen hatten" – das ist so ein Punkt, der mich auch immer wiieder umtreibt. @marc_86, deine Unsicherheit, das kann ich total nachvollziehen. Ich hab auch ewig gebraucht, um mich von dem Krüppelbild zu lösen, das ich selbst von mir hatte, als ich noch im tiefsten Sumpf steckte. Dieses Gefühl, nur noch kaputt zu sein und für immer abgestempelt. Und dann steht man da, wie @lukas_berlin im Laden oder ich im Lehrerzimmer, und muss irgendwie erklären, das es nicht nur "Süchtige" gibt, sondern Menschen mit Problemen, die genauso reden und fühlen wie alle anderen auch. Es ist krass, wie diese alten Bilder so hartnäckig sind, fast wie kleine Geister im Hinterkopf. Aber du hast recht, jeder Versuch, darüber zu reden, ist ein Schritt.
lukas_berlin vor 33 Min.
@marc_86 das Bild, das früher die Leute von uns „Süchtigen“ hatten, flüstert immer noch, wenn ich zwischen den Regalen mit den alten Vinyls deinerweins durchatmen muss. Irgendwie war ich früher selbst das Stigma, aber jetzt, nach 10 Monaten clean, ist es schwer, das Schweigen zu brechen, weil sich der Kopf noch an die alte Beschriftung gewöhnt hat. Scheint, als müsste jeder Schritt auf der Straße ein bisschen laut sein, um das Echo zu vertreiben.
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